MAYER BROWN

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Es deutet sich an, dass MB auf einen Wendepunkt in ihrem jahrelangen Umbau zusteuert, der die dt. Praxis an die internat. Strategie u. Profitabilität anpassen sollte. Zwar macht das inländische Geschäft – auch dank der für eine US-Kanzlei untypisch hohen Akzeptanz bei dt. Mittelständlern wie Benteler – nach wie vor den größeren Teil des dt. Geschäfts aus, doch gelang es zuletzt, internat. Kernkompetenzen personell zu verstärken. So erweiterte Ulrich Helm, der von Hogan Lovells kam, die Litigation-Praxis u. damit einen der globalen Schwerpunkte von MB. Die Verstärkung war dringend nötig, da die Praxis nach dem Ausscheiden des langj. Partners u. Schiedsrechtlers Dr. Mark Hilgard nur noch mit einem Partner besetzt u. damit kaum in der Lage war, sich im internat. Kanzleigefüge zu behaupten. Auch das kleine M&A-Team um Dr. Julian Lemor erhielt Verstärkung. Von Clifford Chance kam ein Quereinsteiger, der sich auf die Beratung von Private-Equity-Investoren spezialisiert hat. Eine nach wie vor ausgeprägtere Stärke von MB bleibt hierzulande jedoch die Full-Service-Restrukturierungsberatung. Gerade in diesem Segment kann sie Impulse aus den europäischen Private-Equity-, Immobilien- u. Litigation-Teams gut aufnehmen, wie sich in der Arbeit für Wilmington Trust zeigte. Vor dem Hintergrund des kommenden europäischen präventiven Restrukturierungsrahmens ist MB in Deutschland so ausgezeichnet positioniert, um sich einen festen Platz in der internat. gesellschaftsrechtl. Strategie zu sichern. Die Bankaufsichtsrechtler sind mit der aufsichtsrechtl. Beratung von Finanzinstituten und Clearingstellen vor dem Hintergrund des Brexit insoweit schon einen Schritt weiter. Die im Bankaufsichtsrecht u. auch der strukturierten Finanzierung inzwischen etablierte Konzentration auf strategische Beratung von Finanzinstituten zahlt sich allmählich in Mandaten aus. Dafür steht auch die Arbeit für den Bundesverband deutscher Banken bei einem Musterprospekt nach der neuen EU-Prospektverordnung. Die internat. ausgeprägte gesellschaftsrechtl. Beratung der Branche spielt aber weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Siehe auch: Düsseldorf; Frankfurt; Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 67
Internat. Einbindung: Transatlant. Kanzlei mit Büros an vielen US-Standorten (Stammsitz in Chicago), Mexiko u. in London. Große asiatische Büros, v.a. in Hongkong.
Entwicklung: Der Umbau der dt. Standorte ähnelt in einigen Punkten dem der größeren US-Wettbewerberin White & Case, die auf diesem Weg aber schon deutlich weiter ist. Bei MB geht v.a. der personelle Ausbau internat. Kernpraxen wie Litigation, Gesellschaftsrecht/M&A sowie Bank- u. Finanzrecht nach wie vor eher langsam voran. Eine andere verbleibende Baustelle ist die Arbeitsrechtspraxis um Managing-Partner Dr. Guido Zeppenfeld. Zwar kam von Baker & McKenzie Dr. Hagen Köckeritz in Frankfurt hinzu, doch ist das Düsseldorfer Büro nach wie vor unbesetzt. Auch insgesamt bleibt das dortige Büro zu klein, um eine signifikante regionale Rolle am Standort zu spielen. Die in den letzten Monaten gewonnenen Quereinsteiger deuten jedoch nach schwierigen Vorjahren immerhin an, dass MB attraktiver wird für wechselwillige Anwälte anderer internat. Kanzleien.
In der klaren Profilierung u. der kritischen Größe liegt auch der Schlüssel dazu, die internat. Mandantschaft von MB, darunter Unternehmen wie Caterpillar, Unilever oder Dow Chemical, davon zu überzeugen, auch in Deutschland regelm. auf die Kanzlei zurückzugreifen. Immerhin ist die Zusammenarbeit international eng, insbes. mit dem Londoner Büro.
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