MCDERMOTT WILL & EMERY

Nationaler Überblick Top 50★★★☆☆

Bewertung: McDermott treibt ihre Strategie, die deutschen Büros noch stärker ins internat. Netzwerk u. in grenzüberschr. Mandate einzubringen, weiter voran – mit Erfolg. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die österreichische Mandantin Signa, die das dt. Team seit Jahren regelm. berät. Zuletzt war es die nach mehreren Anläufen geglückte Fusion von Karstadt u. Kaufhof, die die Gesamtkanzlei auf Trab hielt. Wie eng und inzwischen auch international die Beziehung zur Stammmandantin tatsächlich ist, zeigt auch die Beratung beim Investment in das New Yorker Chrysler Building, die Ortmanns gemeinsam mit einem US-Partner führte. Aber auch Mandanten wie Art Invest vertrauen McDermott mittlerweile bei internat. Deals. So beriet sie den Investor jüngst bei einer Akquisition in Florenz gemeinsam mit den ital. Kollegen. Mandate wie diese sind das Ergebnis einer Entwicklung, die sich deutlich von der anderer Wettbewerber unterscheidet: Die deutschen Büros haben stets ein Eigenleben geführt und nicht auf Mandate aus der internat. Mutterkanzlei gewartet. Längst sind sie daher in der Lage, selbst das weltweite McDermott-Netzwerk mit Mandaten zu füttern.
Anders als Kanzleien wie etwa Greenberg Traurig hat McDermott von vornherein im Zuge ihres Auf- u. Ausbaus auf Quereinsteiger gesetzt – ohne dabei den eigenen Nachwuchs zu vergessen. So sind es im Immobilienrecht v.a. junge Eigengewächse, die sich innerh. weniger Jahre ein gutes Standing erarbeitet haben. Gleichzeitig beweist die Kanzlei bei der Integration ihrer Quereinsteiger meist ein glückliches Händchen. So etabliert sich das junge öffentl.-rechtl. Team zusehends und beriet bspw. die Stadt Düsseldorf und andere Großstädte in Prozessen gegen den Uber-Vertragspartner Safedriver Ennoo. Der Erfolg zeigt sich aber v.a. in der Corporate-Praxis: Mandanten wie Bilfinger und Praxair hätten noch vor wenigen Jahren wohl kaum auf McDermott vertraut. V.a. aber mit der im Sommer 2019 auf die Zielgerade eingebogene öffentl. Übernahme von Constantin Medien stieß die Kanzlei in neue Sphären vor und zeigte, dass die strateg. Verstärkung der Praxis mit jungen Quereinsteigern aus Top-Corporate-Praxen Früchte trägt.
Siehe auch: Düsseldorf; Frankfurt; München.
Anwälte in Deutschland: 120
Internat. Einbindung: Aus Chicago stammende Kanzlei, die mittlerweile Standorte in den gesamten USA unterhält. Gute Zusammenarbeit mit dem Pariser Büro. In Europa zudem Büros in London, Rom u. Brüssel. Auch in Asien präsent: strategische Allianz in Schanghai u. Büro in Seoul.
Entwicklung: Erneut fiel McDermott mit einem prominenten Neuzugang auf: Der Steuerrechtler Prof. Dr. Wilhelm Haarmann, zuletzt bei Linklaters, ist in den Vorstandsetagen deutscher Großkonzerne nach wie vor ausgezeichnet vernetzt. Allerdings setzt ein solcher Zugang die Kanzlei auch unter Druck, weil er gewisse Erwartungen weckt: nämlich dass Haarmann seiner neuen Einheit Türen aufstößt – durch die diese dann auch hindurchgehen muss. In der Vergangenheit hat McDermott selten aufs falsche Pferd gesetzt, doch in den vergangenen Monaten gab es gleich einige Abgänge: Nachdem bereits im Vorjahr ein Frankfurter Steuerpartner nach nur einem Jahr wieder in seine alte Kanzlei zurückkehrte, verließ auch eine vielversprechende Gesundheitsrechtlerin McDermott nach nur 2 Jahren. Die Abgänge rissen zwar keine dramatischen Lücken, sie sind aber eine erste Warnung für das Management, zumal auch ein angesehener Arbeitsrechtspartner im Sommer das Münchner Büro verließ. Das selbsterklärte Ziel, Arbeitsrecht an jedem Standort vorzuhalten, hat McDermott zwar schnell weiterverfolgt, indem sie zeitnah Verstärkung in München u. Frankfurt gewann, doch zeigen die Abgänge, dass es entscheidend für die weitere Entwicklung der Kanzlei sein wird, sorgfältig darauf zu achten, das bisher gesunde Gleichgewicht aus Quereinsteigern u. organischem Wachstum zu halten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass McDermott in der Lage ist, jüngeren Anwälten den nötigen Raum zu geben, sich zu entwickeln. Im Arbeitsrecht muss sich nun jedoch erst wieder ein homogenes Team formen, dass auch im internat. Kanzleinetzwerk die nötige Akzeptanz findet.
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