GvW Graf von Westphalen

Nationaler Überblick Top 50★★☆☆☆

Bewertung: Während andere mittelständisch orientierte Wettbewerber noch immer darüber reden, schreitet GvW einfach zur Tat: Waren Transaktionen oder Projekte, bei denen mehrere Standorte u. Fachteams zusammenarbeiteten, früher eher die Ausnahme, sind sie heute an der Tagesordnung. Dazu beigetragen hat u.a. die Bildung von Sektorgruppen, die an Branchen wie Gesundheit u. Luftfahrt ausgerichtet sind u. nicht an Rechtsgebieten. Die Idee ist nicht neu, wird aber vom GvW-Management konsequenter umgesetzt als in manch anderer Kanzlei – und das aus gutem Grund, wie die Beratung beim Einstieg von Oaktree bei Mandantin Elbgym oder von VW Financial Services bei der Beteiligung an FleetCompany.
Doch damit gibt sich die Kanzlei nicht zufrieden, vielmehr arbeitet sie weiter an ihrem Ausbau. In Düsseldorf kam zum Jahresbeginn die bekannte Telekommunikationsrechtlerin Dr. Grace Nacimiento hinzu. Sie steht für den Aufbau der Beratung zu vernetzten Produkten. Bestes Beispiel dafür ist die Arbeit für einen Kfz-Hersteller, der zu Connected-Car-Themen auf das GvW-Team setzt. Hauptaufgabe ist nun, die TK- mit der IT-Beratung zu verknüpfen. Gelingt dies, stehen der Kanzlei in diesem Sektor neue Türen offen, denn das junge Beratungsfeld ist noch in Bewegung. Die Vergangenheit hat mehrmals gezeigt, dass GvW in der Lage ist, mithilfe von externer Verstärkung ein neues Qualitätsniveau zu erreichen bzw. sich neue Beratungsfelder zu erschließen. Exemplarisch dafür stehen Prof. Dr. Ulrich Hösch im Öffentlichen Recht mit starker Anbindung an den Verkehrssektor sowie Helmut Kempf im Energierecht. Jüngstes Beispiel ist der im Vorjahr hinzugekommene Titus Walek, der die Transaktionspraxis an der Schnittstelle zu Private Equity beflügelt hat. Entscheidend für den geschäftl. Erfolg ist, dass sich die Quereinsteiger in das Gesamtkanzleikonstrukt einfügen. Integration ist gerade in einer Kanzlei wie GvW, die sehr viel Wert auf ein Miteinander legt u. nichts von Individualisten hält, mehr als nur eine Worthülse. Sie ist das Maß aller Dinge. Weil sich damit nicht jeder anfreunden kann u. will, verließen im Laufe des Jahres erneut zwei Partner aus dem Energie- u. dem Baurecht die Kanzlei.
Besondere Stärken: Außenhandel.
Siehe auch: Berlin; Düsseldorf; Frankfurt; Hamburg; München.
Anwälte in Deutschland: 127
Internat. Einbindung: Unabhängige Kanzlei mit versch. (nicht exklusiven) internat. Beziehungen, auch zu US-Kanzleien. Mitglied in den Netzwerken State Capital Global u. Cicero. Daneben regelm. Zusammenarbeit mit der britischen Kanzlei Mills & Reeve. Eigenes Büro in Schanghai.
Entwicklung: Ausgereizt hat GvW das Potenzial, das in der praxisübergreifenden Branchenberatung liegt, noch lange nicht. Aber dass Strategie u. Fokus richtig gewählt waren, zeigt sich an Mandaten wie etwa der Beratung der Deutschen Flugsicherung bei der Beteiligung an einem belg. Softwareunternehmen. Vielversprechend ist auch die Tätigkeit im Energierecht, die zuletzt geprägt war durch die Zusammenarbeit von Vertriebs-, IT- u. Datenschutzrechtlern, um Mandanten bei der Markteinführung neuer digitaler Produkte im Energiemarkt zu unterstützen. Neben der Digitalisierung liegt auch in der Verknüpfung der regulatorischen Kompetenzen mit dem Transaktionsgeschäft noch Potenzial – gerade für eine Kanzlei wie GvW mit langer Tradition u. starken Partnern im Öffentl. Recht u. einem innovativen Ansatz im Energiesektor.
Strategisch geht GvW auch das Thema Nachwuchs an. Neben einem für eine mittelständ. Kanzlei breiten Ausbildungs- u. Karriereförderungsprogramm für Associates widmet sich die Kanzlei nun auch intensiver einer neuen Gruppe juristischer Mitarbeiter: den Projektjuristen. Wie die meisten Wettbewerber setzt GvW die jungen Juristen aktuell quasi ausschließlich für die Dieselklagen ein, die die Kanzlei als eine von gut einem Dutzend Kanzleien für den VW-Konzern abarbeitet. Anders als bei anderen Kanzleien soll es dabei aber nicht bleiben. So arbeitet die Kanzlei daran, ihre Tätigkeit in ähnlich gelagerten Verfahren auszuweiten u. die Juristen auch dort einzusetzen. Für Projektanwälte, die sich bewährt haben, besteht außerdem die Möglichkeit, in die klassische Associate-Laufbahn zu wechseln. GvW hat damit – ähnlich wie Luther – einen guten Ansatz gefunden, um im immer stärker umkämpften Nachwuchsmarkt Talente an sich zu binden. Von der Papierform her mögen die jungen Anwälte nicht zwingend zu den Top-Absolventen gehören, im Tagesgeschäft sind sie aber auf Herz u. Nieren auf ihre Anwaltstauglichkeit geprüft.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
GvW Graf von Westphalen Partnerschaftsgesellschaft10117 Berlin
Zum Porträt
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