Friedrich Graf von Westphalen & Partner

Nationaler Überblick Top 50★★☆☆☆

Bewertung: FGvW hat sich als Beraterin im gehobenen Mittelstand mit ausgeprägter M&A-Kompetenz etabliert. Bei internationalen Deals und im Gesundheitssektor spielt sie sogar deutlich oberhalb der Mittelstandsliga. Das belegt z.B. die Mandatierung durch den französischen Brillenhersteller Essilor (u.a. Ray-Ban) zur Reorganisation seiner Gesellschaften in der DACH-Region nach der Fusion mit dem italienischen Luxottica-Konzern. Die enge Einbindung der IP- und IT-Rechtler ins Transaktionsgeschäft, wie etwa bei der Beratung der Hauptaktionäre von Abas Software, fällt dabei auch Wettbewerbern positiv auf.
Die Arbeit im Gesundheitssektor hat sich inzwischen zu einem Vorzeigebereich entwickelt. So zählt das Markenrechtsteam zu den wichtigen Akteuren, wenn es um IP-Prozesse der Branche geht, sei es für eine Apothekenkammer gegen DocMorris, sei es für Stammmandantin B. Braun u. Wilkinson in einem Streit gg. Procter & Gamble. Immer besser gelingt es, die Brücke zum Transaktionsgeschäft zu schlagen: So beriet FGvW den Private-Equity-Investor Emeram Capital beim Kauf eines Anbieters von Apothekensoftware und begleitete das Aesculap-Joint-Venture Schölly Fiberoptic bei einem grenzüberschreitenden Carve-out mit anschl. Verkauf in die USA. Wie anerkannt die Branchenspezialisten sind, zeigt sich daran, dass auch Kanzleien ohne eigene Gesundheitsrechtler regelmäßig deren Hilfe bei Transaktionen suchen. Während diese Kompetenzerweiterung überwiegend vom Freiburger Team vorangetrieben wurde, hat sich der Kölner Standort in den letzten Jahren systematisch mit Quereinsteigern verstärkt. Nach den Zugängen im Arbeits- und Immobilienrecht gewann man dort noch ein öffentlich-rechtliches Team.
Hier haben die beiden Managing-Partner Carsten Laschet u. Dr. Barbara Mayer viel nach vorne gebracht – auch ohne einen stark eingreifenden Stil, der nicht zum Selbstverständnis zählt, zumal beide akquisestarken Partner mit eigenem Beratungsgeschäft sehr visibel geblieben sind.
Siehe auch: Baden-Württemberg; Köln.
Anwälte in Deutschland: 85
Internat. Einbindung: Enge Zusammenarbeit mit der schweizerischen Partnerkanzlei Kellerhals Carrard u. mit bpv Hügel in Österreich. Kooperationsbüros in Brüssel, Alicante, Schanghai, Istanbul, São Paulo. Zudem gut gepflegtes ww. Netzwerk, insbes. für den Gesundheitssektor.
Entwicklung: Die fachliche Verbreiterung in Köln und die Eröffnung in Frankfurt waren bedeutende Schritte für eine Partnerschaft, die kulturell ein zentralistisches Management kritisch sieht. Dennoch machen Zugänge v.a. dann Sinn, wenn dadurch Schnittstellen und Synergien besser als zuvor erschlossen werden. In der arbeitsrechtlichen Praxis lässt sich dies bereits ablesen, indem mehr Mandate in Nordrhein-Westfalen hinzukamen und von Frankfurt aus die Restrukturierung der großen Klinikkette Paracelsus betreut wurde. Der Gesundheitssektor ist ein Bsp., das zeigt, was vernetztes Arbeiten bringen kann. Doch auch hier könnte FGvW noch aktiver werden, etwa dadurch, dass sie Synergien mit den Vertriebs- und Kartellrechtlern auslotet. Nach dem Teamzugang in Köln müsste die gesamte Partnerriege mitwirken, die bundesweite Ausstrahlung im Umwelt-, Chemie- und Abfallrecht zu erhöhen. In Frankfurt, dem wohl kompetitivsten Markt Deutschlands, macht sich der Kontrast zu den ruhigeren Märkten Köln und Freiburg besonders bemerkbar. Das Büro ist weiterhin sehr schlank aufgestellt. Zwar ist mit der Verstärkung im Arbeitsrecht ein guter Anfang gemacht, dennoch müsste v.a. die gesellschaftsrechtliche Kompetenz prominenter besetzt werden.
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