OPPENLÄNDER

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Es gibt zwei Klammern, die große Teile des Beratungsgeschäfts von Oppenländer umfassen: Regulierung und Prozessführung. Die Verwurzelung einiger Partner in den regulierten Branchen Energie, Verkehr und insbes. Gesundheitswesen ist tief. Bei Pharmakonzernen sowie Apotheken und speziell bei deren wettbewerbsrechtl. Auseinandersetzungen ist Oppenländer oft die erste Wahl. Die zweite Klammer, die Stärke in der prozessualen Durchsetzung von Mandanteninteressen, ist in der Gesamtbetrachtung weniger offensichtlich, denn die Litigation-Kompetenz korrespondiert teils mit den Branchenspezialisierungen. Doch macht die vielfältige, darüber hinausreichende Erfahrung der Partner in großen u. nicht selten grundsätzl. Verfahren Oppenländer zu einer der fachl. stärksten Prozesskanzleien – mit Abstrichen bei gesellschaftsrechtl. Prozessmandaten u. Haftungsabwehrfällen. V.a. im Kartellrecht ist die prozessuale Komponente durch Schadensersatzfälle sehr stark, obwohl hier zuletzt auch einige wichtige Fusionskontrollen wie für Metro hinzukamen. Dass jüngere Partner explizit als Prozessführungsexperten auftreten, ohne diese Kompetenz in erster Linie aus einem Rechtsgebiet herzuleiten, ist insofern wegweisend u. ein Weg, ein klares Profil im Markt zu entwickeln. Das ist gerade deshalb wichtig, weil politisch brisante Mandate etwa von Prof. Dr. Christofer Lenz für den Deutschen Bundestag zur Parteienfinanzierung immer auch ein wenig weg von der Konzentration auf lukrative Wirtschaftsmandate weisen – im besten Fall sind sie aber ein weiterer Türöffner für Mandate im Öffentlichen Sektor.
Siehe auch: Stuttgart.
Anwälte in Deutschland: 39
Internat. Einbindung: Unabhängige Kanzlei, die projektbezogen mit versch. internat. Großkanzleien zusammenarbeitet.
Entwicklung: Im Vorjahr machte sich die Kanzlei endlich daran, die sehr männerlastige u. mittelfristig von Generationsfragen betroffene Partnerschaft durch die Ernennung von Partnerinnen ausgewogener aufzustellen. Zudem stehen Nachwuchsanwälte im Öffentlichen und Datenschutzrecht für den Ansatz, die Themenpalette breit zu halten. Und dass Mandanten explizit die junge Generation loben, etwa im Vergaberecht, zeigt ebenfalls an, dass genug kompetenter anwaltlicher Nachwuchs bereitsteht, um Verantwortung zu übernehmen u. die Kanzlei inhaltlich weiterzuentwickeln. Denn dies wird sie wohl oder übel tun müssen – es sei denn, sie will sich auf die Position einer Regulierungsboutique oder einer Litigation-Kanzlei zurückziehen. Das allerdings würde ihren Möglichkeiten nicht gerecht, zumal sich Empfehlungen von Mandanten u. Wettbewerbern weniger als früher auf einzelne Köpfe konzentrieren, sondern sich auf einen großen Teil der Partnerriege erstrecken. Das bietet ebenso Chancen wie die Devise, Spezialisierung eher in Branchen als in einzelnen juristischen Disziplinen zu finden. Dieser Ansatz ist modern genug, um sich dafür zu qualifizieren, an Schnittstellen zu beraten, die etwa Großkanzleien nicht besetzen können. So gehen bei Mandaten aus dem Energiesektor z.B. Kartellrecht, Regulierungsfragen, Prozessführung und Transaktionsberatung nahtlos ineinander über.
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