REDEKER SELLNER DAHS

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Immer auffälliger wird, wie stark sich das deutsche Traditionshaus verwandelt. Ein Ausgangspunkt dafür war die kartellrechtl. Praxis um den Brüsseler Partner Dr. Andreas Rosenfeld. Die erfolgreiche Beschwerde gg. die Fusion von Remondis u. Duales System Grüner Punkt, die RSD für einen Branchenverband beim Bundeskartellamt vertrat, ist ein Erfolg für seine Praxis. Er selbst wird künftig auch vom Bonner Stammsitz der Kanzlei aus arbeiten, doch leitete RSD mit der Ernennung eines Partners in Brüssel dort zugleich den Generationswechsel ein.
Insgesamt ist es der Nachwuchs, für den die Kanzlei inzwischen ein besseres Gespür entwickelt u. der maßgeblich dazu beiträgt, dass es RSD gelingt, ihre Schnittstellenkompetenzen konsequenter einzusetzen. Noch wird RSD oft als öffentl.-rechtl. Boutique u. Prozesskanzlei der öffentl. Hand wahrgenommen. Tatsächlich ist sie eine Full-Service-Kanzlei – ohne kapitalmarktrechtliche, jedoch mit traditionsreicher straf- u. familienrechtl. Praxis. Zur jüngeren Generation, die dazu beträgt, dass sich die Breite der Kompetenzen allmähl. deutlicher zeigt, gehören der Verfassungsrechtler Dr. Matthias Kottmann, der von Wettbewerbern für seine Arbeit an der Schnittstelle zum Bankensektor gelobt wird, u. der Strafrechtler Dr. Daniel Neuhöfer, den Mandanten für seine „angenehme u. professionelle Art“ loben. U.a. mit ihm baut RSD die sich gegenseitig ergänzenden Felder Compliance, Datenschutz- sowie IP- u. Wettbewerbsrecht aus. Bei Letzterem besetzt die frisch zur Partnerin ernannte Sabine Wildfeuer die Schnittstelle zu zivilrechtl. Prozessen. Und auch im Kernbereich Baurecht, in dem das hohe Ansehen der Seniorpartner jahrelang den Blick auf den Erfolg der jüngeren Generation verstellte, zeichnet sich eine Vernetzung innerhalb der Kanzlei ab.
Das Zusammenrücken der Partnerschaft zahlt sich aus. So mandatierte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, ein langj. Mandant Rosenfelds, RSD im Rahmen der Rettung der NordLB. Neben dem Beihilferecht standen dabei auch Fragen des Gesellschaftsrechts im Fokus. Nach der Mandatierung durch Bayer im Vorjahr, die sich von RSD beim Verkauf ihrer regulatorisch u. immobilienrechtl. aufwendigen Crop-Science-Sparte beraten ließ, rückt dieses Mandat die oft unterschätzte Corporate-Praxis erneut ins Licht.
Aber auch ihre Kernbereiche Baurecht, Umwelt- u. Planungsrecht vernachlässigt RSD nicht. Mandanten wie DB Netz und RWE setzen lfd. auf die beachtliche Erfahrung der hoch angesehenen Partner. Die Arbeit für RWE zum Braunkohleausstieg im Rheinland gehört zu den prestigeträchtigsten Mandaten, die dieses Fachgebiet derzeit zu bieten hat. Als erster Umwelt- u. Planungsrechtler im Münchner Büro stieß ein Quereinsteiger von BBH dazu, um das Geschäft auch dort zu entwickeln.
JUVE Kanzlei des Jahres in: Kartellrecht.
Empfohlen für: Compliance; Datenschutz; Energie; Gesellsch.recht; Immo/Bau; Kartellrecht; M&A; Medien; Presse; Vergabe (auch ÖPP); Verkehr; Wirtschafts- u. Steuerstrafrecht.
Siehe auch: Berlin; NRW; Sachsen; Brüssel.
Anwälte in Deutschland: 103
Internat. Einbindung: Strategische Allianz mit der britischen Kanzlei Bond Dickinson (seit 2014). Ende 2017 fusionierte Bond Dickinson mit einer US-Kanzlei zu Womble Bond Dickinson, mit der die strategische Allianz fortgeführt wird.
Entwicklung: Der Kurs des Managements, durch mehr interne Vernetzung die Potenziale der Kanzlei zu heben, wird von der Partnerschaft nicht nur geduldet, sondern auch mitgetragen. Mit Rückenwind einiger erfahrener Partner gelingt es auch den jungen RSD-Anwälten zunehmend Geschäft zu entwickeln. Damit finden Nachwuchsanwälte mittlerweile deutl. bessere Bedingungen für ihre Entwicklung.
Dennoch bleiben noch Möglichkeiten ungenutzt. So verfügt RSD über ein Asset, das andere gerne hätten: eine traditionsreiche Strafrechtspraxis. Gerade die Kombination mit der breit aufgestellten wirtschaftsverwaltungsrechtl. Praxis bietet Potenzial, das die meisten anderen Wettbewerber gar nicht heben könnten, weil ihnen die Kompetenzen fehlen. Zu denken ist dabei unter anderem an Produkt-Compliance, aber auch die unmittelbare Krisenberatung der öffentl. und halböffentl. Hand.
Auch im Entsorgungssektor ist ein weiterer Ausbau der integrierten Sektorberatung denkbar. Aus dem Umwelt- und Planungsrecht heraus wäre zudem ein erweiterter Infrastruktur- und Projektfokus unter Beteiligung anderer Praxen naheliegend. Möglicherweise braucht RSD dafür jedoch einen Anlass: Derzeit lässt sich mit planungsrechtl. Genehmigungsverfahren für Großprojekte, wo RSD mit mehreren, auch jüngeren Partnern u. mit Mandaten wie dem für RWE zur Marktspitze gehört, weiterhin viel Geld auch im klassischen Geschäft verdienen.
  • Teilen