Rödl & Partner

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Durch ihre hohe Zahl an Auslandsbüros hatte Rödl unter den mittelständischen Kanzleien schon immer ein Alleinstellungsmerkmal. Keine andere Kanzlei vergleichbaren Zuschnitts ist in so vielen Ländern u. Jurisdiktionen vertreten wie sie, auch nach der Schließung des Iran-Büros als Konsequenz der aktuellen politischen Lage. Andererseits entwickelte sich das Büro in Dubai zuletzt gut, weil dort insbes. der Beratungsbedarf zu Themen wie Umsatzsteuer stieg. In der internat. Beratung ist Rödl nun noch einen Schritt weitergegangen, indem sie europaweit aufgestellte Praxisgruppen für ihr M&A-Geschäft und die Digitalisierung aufgesetzt hat. Entsprechend ihres integrierten Beratungsansatzes umfasst das neben den Anwälten auch die StB u. WP der Kanzlei. Geschickt ist das insbes. mit Blick auf den Themenkomplex Digitalisierung, der nach Rödls Verständnis auch den Datenschutz umfasst, der ohnehin im europäischen Gesamtkontext betrachtet werden muss.
Auch kanzleiintern ist Rödl beim Thema Digitalisierung weiter als die meisten ihrer Wettbewerber. Das betrifft zum einen die internen Prozesse, zum anderen aber auch das Beratungsgeschäft, das zusätzlich zum MDP-Spektrum auch Bereiche wie Unternehmens- und kaufmännische M&A-Beratung umfasst: Mit einem großen eigenen IT-Entwicklerteam hat Rödl bereits eine Reihe von Legal-Tech-Tools entwickelt, zu denen u.a. ein Vertragsgenerator u. ein Kollaborationstool zählen. Als Ziel hat sie sich nicht weniger vorgenommen als die komplette Digitalisierung der Kanzlei.
Empfohlen für: Energie; Gesellsch.recht; Immo/Bau; M&A; Nachfolge/Vermögen/Stiftungen; Verkehr; Vertrieb; Steuern.
Siehe auch: Bayern; Köln; Stuttgart; München.
Anwälte in Deutschland: 253
Internat. Einbindung: Vom Nürnberger Stammsitz aus hat Rödl ein weltweites Netz eigener Büros aufgebaut (v.a. Europa, Asien, Nord- u. Südamerika).
Entwicklung: So aktiv Rödl bei Digitalisierung u. Internationalisierung agiert, so zurückhaltend ist die Kanzlei beim Thema Quereinsteiger. Mehrere Beratungsbereiche könnten von frischem Wind u. erfahrenen Köpfen von außerhalb profitieren, um die Beratung einen deutlichen Schritt nach vorne zu bringen. Neben dem IT-Geschäft betrifft das v.a. auch die Corporate- u. M&A-Praxis. Die Abgänge der Vorjahre haben den Erfolg der Transaktionspraxis nicht gebremst. Erneut begleitete die Kanzlei zahlr. An- u. Verkäufe, auch weil jüngere Partner nach vorne rückten u. sich dadurch eine neue Dynamik im Team entfaltete, allerdings haben die noch lange nicht die Reputation der Abgänger erreicht. So löblich die Strategie des organischen Wachstums auch sein mag, muss sie doch mit Augenmaß verfolgt werden. Gerade in Zeiten, in denen mittelständ. Wettbewerber expandieren u. sich dafür auch bekannter Quereinsteiger bedienen, was – sollte die Integration klappen – in der Regel zu schnelleren Fortschritten führt, als komplett auf die eigene Mannschaft zu setzen.
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