Pinsent Masons

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Mit rasantem Tempo treibt die Kanzlei ihr Wachstum voran. Dabei orientiert sie den Ausbau an ihren Schwerpunktsektoren Technologie, Energie, Lifescience u. Immobilien. Auch das dritte dt. Büro in Frankfurt startete gleich mit einer breiten Beratungspalette: Die sechs neuen Partner kamen aus den Bereichen M&A, Gesellschafts-, Immobilienrecht, IP u. IT, wenig später kam noch eine Kapitalmarktrechtlerin hinzu, die die bisher auf Immobilien- u. Energieprojekte fokussierte Finanzierungspraxis sinnvoll ergänzt. Mit dieser Besetzung ist die Kanzlei in Frankfurt noch nicht in der Lage, den etablierten Kanzleien unmittelbar Konkurrenz zu machen, hat aber einen beachtl. Start hingelegt. In Düsseldorf gewann PM von PwC Legal einen Regulierungsexperten für die ohnehin starke Energierechtspraxis. Er steht gleichzeitig für den Aufbau eines Technologie-, Medien- u. Telekommunikationsteams am Rhein. Zudem verstärkte dort ein renommierter Strafrechtler von Clifford Chance das Compliance-Team. Dieses agierte bisher zwar noch unauffällig, doch zeigt die marktbekannte Arbeit für VW in der Dieselaffäre, dass PM auch bei diesem Thema kein unbeschriebenes Blatt ist. In München ergänzte die Kanzlei mit einer Immobilienrechtlerin von Luther u. einem ehem. Chefsyndikus aus der Energiebranche zwei bereits gut etablierte Teams.
Die Zugänge tragen zu der inzwischen beachtl. Breite der Kanzlei in Deutschland bei u. zeigen, wie sehr sie die Mittelstandsberatung im Visier hat, denn die Quereinsteiger bringen zum Großteil mittelständ. u. kommunale Mandate mit. Dadurch emanzipiert sich die Kanzlei weiter von der Londoner Mutter. Dass sie dennoch die Balance zwischen originär dt. Mandaten u. der Einbindung in das internat. PM-Netzwerk hält, zeigte sich etwa in datenschutzrechtl. Mandaten: War es im Vorjahr Audi, so berieten die Münchner nun den Cateringanbieter Do&Co gemeinsam mit Anwälten aus GB u. Frankreich.
Siehe auch: Düsseldorf; München.
Anwälte in Deutschland: 135
Internat. Einbindung: Insges. 23 Auslandsbüros in GB, Irland, Frankreich, Spanien, China, Hongkong, Singapur, Südafrika, Australien und im Nahen Osten.
Entwicklung: PM hat inzwischen weit über 100 Anwälte in Deutschland u. damit eine Personalstärke, mit der sie umfangreiche Mandate praxisgruppenübergreifend bewältigen kann. Ein erster Beleg dafür ist die regulatorische, gesellschafts-, steuer- u. arbeitsrechtl. Beratung eines norddt. Stadtwerks bei einem Joint Venture. Für Quereinsteiger hat sich Kanzlei mit ihrer Dynamik u. ihrem stark sektorbezogenen Ansatz als attraktiv erwiesen. Allerdings stellt die Vielzahl der Neuzugänge aus ganz unterschiedl. Kanzleien PM auch vor Herausforderungen, gilt es doch, aus ihnen eine homogene Mannschaft zu machen. Bislang fanden bei größeren Mandaten rasch Teams zusammen, u. es gibt bereits erste Ansätze für eine Zusammenarbeit zwischen Frankfurt und den etablierteren Standorten. So setzen die Frankfurter M&A-Anwälte bei der Beratung ihrer Stammmandantin Huizhou Desay beim Kauf der ABB Bad Blankenburg auf die arbeitsrechtl. Kompetenz aus Düsseldorf. Dennoch wäre allmählich eine Atempause bei der Expansion sinnvoll, damit das Team Zeit hat zusammenzuwachsen u. die Chancen, die sich aus neuen Mandatsbeziehungen ergeben, gründlicher auszuloten. Der Verlust eines Corporate-Partners in München, der zu Eversheds Sutherland ging, blieb bisher eine Einzelerscheinung, zeigt aber auch, dass Dynamik nicht nur eine Richtung kennt.
Wichtiger noch wäre ein Signal an die erfahreneren Associates der Kanzlei. Bislang lag der Fokus v.a. auf Wachstum. Um dieses auch nachhaltig zu gestalten, wird PM auf längere Sicht beweisen müssen, dass sie auch ihrer Bestandsmannschaft Perspektiven und Aufstiegschancen bietet.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
Pinsent Masons Germany LLP80333 München
Zum Porträt
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