Fieldfisher

Nationaler Überblick Top 50★☆☆☆☆

Bewertung: Die deutsche Praxis von Fieldfisher verfolgt ihren Ausbaukurs sehr strategisch – und das zeigt immer mehr Erfolg. Sie hat sich dabei einen klaren Technologiefokus verordnet u. berät in geschickter Kombination ihrer Spezialgebiete IP, IT und Datenschutz mittlerweile eine ganze Reihe von Internetplattformen und Softwareunternehmen. Ähnlich wie Taylor Wessing u. Bird & Bird pflegt sie dabei enge Verbindungen zum Büro im Silicon Valley. Das deutsche Partnerteam ist jedoch nicht von dem Netzwerk abhängig, sondern entwickelt auch starke eigene Mandatskontakte. Dennoch setzt es auf die fachübergreifende Zusammenarbeit: So berät ein Team das niederländische Softwareunternehmen Keylane im Bereich IT, zugleich aber auch zur gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierung der deutschen Tochter Geneva-ID und im Arbeits-, Immobilien- sowie Prozessrecht.
Die Corporate-Praxis der Kanzlei ist schwerpunktmäßig in Düsseldorf angesiedelt u. regelm. auch grenzüberschreitend tätig. Zuletzt begleitete das Team strategische Investoren aus China und Indien. Zudem genießt die Gesellschaftsrechtlerin Dr. Susanne Rückert einen hervorragenden Ruf als unabhängige Beraterin für Organhaftungsthemen und von Aufsichtsräten. Wichtige Säulen der deutschen Praxis sind daneben das Kartellrecht, wo Fieldfisher sehr umfangreich Kfz-Zulieferer bzgl. des Lkw-Kartells vertritt, und die Patentrechtspraxis. Hier ist sie für die Prozessvertretung von Unwired Planet gegen Huawei bekannt. Um ihre klassische Konfliktlösungspraxis zu verstärken, nahm sie Anfang 2019 in München die Prozessboutique JM Legal dazu.
Seit dem Start ihres vierten Standorts in Frankfurt im April 2018 baut dort ein Team um den ehemaligen Norton Rose Fulbright-Partner Dr. Rüdiger Litten eine Bankrechtspraxis auf, die sich ebenfalls schnell integrierte und bspw. bei ihrer Arbeit für Linde + Wiemann mit einem standort- u. fachbereichsübergreifendem Team zusammenarbeitete.
Siehe auch: Düsseldorf, Hamburg.
Anwälte in Deutschland: 77
Internat. Einbindung: Aus GB stammende Kanzlei mit rund 900 Anwälten in 15 Büros weltweit. Neben Großbritannien und Deutschland ist sie in Italien, Frankreich, China, Belgien und den USA (Palo Alto) vertreten. 2018 eröffnete sie neben Frankfurt auch in Luxemburg, Guangzhou, Barcelona und Madrid Büros. Im gleichen Jahr startete sie ein Legal-Service-Center in Belfast. Im April 2019 fusionierte sie mit der irischen Kanzlei McDowell Purcell.
Entwicklung: Die deutsche Praxis der Kanzlei ist zuletzt gewachsen, hat mit gut 20 Equity-Partnern aber noch eine überschaubare Größe – was die Intensivierung der Kooperation untereinander sicher gefördert hat –, doch ist die Kanzlei noch nicht am Ende ihrer derzeitigen Wachstumsziele angelangt. U.a. soll z.B. noch das Steuerrecht mit Quereinsteigern aufgebaut werden. Im Vergleich etwa zu Pinsent Masons, einer ebenfalls zuletzt im dt. Markt sehr expansiven britischen Kanzlei, ist Fieldfisher in der Vergangenheit eher bedächtig gewachsen. Dennoch bleibt die Integration eine wesentliche Aufgabe für das Team um den Hamburger Managing-Partner Dr. Philipp Plog, zumal es den Aufbau des eigenen Nachwuchses nicht vernachlässigen darf. Eine weitere Aufgabe wird sicherlich darin liegen, die Corporate-Praxis auszubauen – diese ist bislang stark im Düsseldorfer Büro konzentriert.
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