Berlin: Start-ups und Notariate florieren

Berlin ist ein Markt für Gründer mit guten Ideen – das gilt seit Jahren auch für die Kanzleiszene. Mittlerweile sind etliche der einstigen Kanzlei-Start-ups gewachsen und haben ihren Platz in der Hauptstadt gefunden: So gilt Schnittker Möllmann Partners, erst zwei Jahre alt, schon zu den etablierten Beratern im Venture Capital. Einstige Neuankömmlinge aus Übersee wie Greenberg Traurig oder Morrison & Foerster gehören im Immobilien- bzw. Medienrecht zu den Marktführern.

Während die kleineren Kanzleien wachsen, werden die größten kleiner: Freshfields Bruckhaus Deringer hat im Berliner Büro zwar weiterhin eine ihrer stärksten Transaktionspartnerinnen, das von vielen als Ergänzung betrachtete Notariat hat sie allerdings schon 2018 durch den Weggang eines Amtsträgers verloren. Und das, obwohl das Notariat in vielen Einheiten mittlerweile eine wichtige Säule in der Beratung ausmacht: Nicht nur kleinere Einheiten wie BMH Bräutigam & Partner, sondern auch große Kanzleien wie Görg oder Dentons genießen für ihre notarielle Beratung und ihren sehr serviceorientierten Mitarbeiterstab hohes Ansehen unter den Anwälten.

Dass es auch abseits des Notariats und der Start-up-Szene viel Beratungsbedarf gibt, zeigt der öffentliche Sektor, besonders bei Regulierungsfragen oder Mandaten, die im Zusammenhang mit der Energiewende und dem Klimaschutz stehen.

Dazu beraten renommierte Einheiten wie Redeker Sellner Dahs oder Luther. Erstere ist regelmäßig in politisch brisante Mandate involviert, teils mit umwelt- und planungsrechtlichen Bezügen. Planungsrechtlich spielt auch Luther vorne mit, indem sie zu einer ganzen Reihe von neuen Quartiersbildungen in Berlin berät.

Klassische Kanzleien bekommen außerdem durch die Rechtsberatungsarme von Einheiten wie KPMG Law und Mazars Konkurrenz. Die kurbeln ihr Geschäft weiter an, indem sie in engem Austausch mit den anderen Geschäftsbereichen stehen und so ihre Mandanten aus einer Hand bedienen können. Während KPMG die regionale Verankerung nutzt und die damit verbundene Nähe zu Ministerien anvisiert, verstärkte Mazars sich zum Jahresbeginn mit einem Team von PwC Legal und baut damit ihre Beratung im Arbeits- und Energierecht aus.

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