Köln: Verschiebungen bei lokalen Mandaten

Im Kölner Markt war es vergleichsweise ruhig: Die Entscheidung im Strafverfahren über den Einsturz des Stadtarchivs kurz vor der Verjährung stellte schon fast einen Höhepunkt des juristischen Jahres dar. Die hochkomplexe und bundesweit beachtete Aufarbeitung geht aber vor dem Bundesgerichtshof weiter – und beschäftigt neben Feigen Graf für die Bau-Arge vielfach Strafrechtler aus auswärtigen Kanzleien.

Doch auch lokale Kanzleien sind beteiligt, etwa Hecker Werner Himmelreich, die einen Ingenieur in Beweisverfahren vertritt, und die Versicherungsrechtler von CMS Hasche Sigle, die die Stadt Köln bei ihren Schadensersatzforderungen beraten. Aufseiten der Versicherungen stehen ihr u.a. Luther und Friedrich Graf von Westphalen & Partner gegenüber. Die Beratung der Kölner Verkehrsbetriebe lag – klassischerweise – bei CBH Rechtsanwälte.

Börsengang von DWF

Die Kölner Kanzleien ruhen so sehr in sich selbst, dass sogar der Börsengang von DWF, die in Köln immerhin mehr als 20 Berufsträger beschäftigt, vor Ort fast ebenso unbemerkt blieb wie die damit verbundenen Wachstumsbemühungen der Kanzlei. Allerdings weist sie dank ihres internationalen Netzwerks auch ein anderes Profil auf als viele Wettbewerber.

Mehr Aufmerksamkeit erhielt dagegen Freshfields Bruckhaus Deringer, die sich doch nicht ganz von Köln lösen kann. Nach Ablauf des Kranhaus-Mietvertrags mietete sie, vor allem für Anwälte und Mitarbeiter, die mit dem VW-Dieselmandat befasst sind, neue Büroräume in Köln. Auch Seitz stellte einmal mehr unter Beweis, dass sie in Köln Ambitionen hat. Die ursprünglich sehr arbeitsrechtslastige Kanzlei sorgt immer öfter als Beraterin bei den wichtigen Themen der Stadt für Furore, wie zuletzt bei der geplanten Fusion der Uniklinik Köln und der städtischen Kliniken. In dem Mandat hätte man eher CMS Hasche Sigle oder CBH erwartet.

  • Teilen