Rheinland-Pfalz/Saarland: Koblenz fusioniert – Saarbrücken stagniert

Der Konkurrenzkampf um den vielfältigen Mittelstand in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist zwar spürbar, aber häufig noch auf die Anwälte begrenzt, die bereits vor Ort Büros haben. Es sind im wahrsten Sinne des Wortes regionale Märkte, die von den Kanzleien in ihren jeweiligen Sprengeln bedient werden.

Dabei ist in Koblenz ein Konzentrationsprozess unter drei großen Wirtschaftskanzleien zu beobachten: Dr. Caspers Mock & Partner als größte Sozietät, Kunz als soeben mit der vormaligen Kanzlei Neuhaus Partner fusionierte Einheit und die überregional bekannteste Kanzlei Martini Mogg Vogt bringen Koblenz beinahe auf den Weg zum Triopol. Alle drei haben es zudem geschafft, sich über die Jahre von Namensgebern und Altpartnern zu verabschieden, was die Entwicklungsmöglichkeiten der Sozietäten oft deutlich verbessert. Die jüngeren Partner arbeiten strategisch zielstrebiger und fachlich spezialisierter.

Mainz scheint im scharfen Wettbewerb mit Frankfurt einen Nachteil zu haben. Trier bleibt ein Nischenmarkt, ebenso Saarbrücken. Die im Saarland verschärft spürbare Nachfolgethematik trifft beinahe alle etablierten Kanzleien: Die interne Mandatsweitergabe, der Aufbau neuer Partner und die überregionale Vernetzung sind nicht überall überzeugend gelöst. Immerhin zeigt Rapräger Hoffmann und Partner den Willen, die Kanzlei durch Partneraustausch zu verjüngen und strategisch zu entwickeln.

Ohne Frage kommen viele alteingesessene Kanzleien weiterhin auf gute Umsätze, allerdings häufig nur mit hohem personellen und logistischen Aufwand. Als traditionelle Wirtschaftskanzleien mit breitem Mittelstandsgeschäft haben sie zu wenig Mut, in den etablierten Rechtsgebieten noch stärker auf Spezialisierungen zu setzen und sich dem überregionalen Wettbewerb zu stellen.

Die Insolvenz(-verwaltung) als Umsatzbringer früherer Jahre ist bei guter Wirtschaftskonjunktur keine unumstößliche Grundlage mehr. Nicht umsonst setzen Neugründungen wie der Restrukturierungszweig von Dornbach mittlerweile mehr auf Sanierungsberatung.

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