Börseneinführungen und Kapitalerhöhungen

Warten auf bessere Zeiten

Nach dem IPO von Knorr-Bremse im Herbst 2018 passierte nicht mehr viel und zwischen Dezember und Mai 2019 gleich gar nichts. Dafür war der Börsengang des in Schanghai notierten Unternehmens Qingdao Haier an der Ceinex im Oktober 2018 aber eine Premiere, denn drei Jahre nach Gründung der deutsch-chinesischen Handelsplattform war es das erste Zweitlisting eines Unternehmens am D-Share-Markt in Frankfurt überhaupt.

Der erste Börsengang eines Insurtech-Unternehmens folgte mit dem IPO von DFV Ende 2018. Dass mit Frequentis der nächste Börsenneuling bis Mitte Mai 2019 auf sich warten ließ, lag vor allem an dem unkalkulierbaren Risiko des Brexit sowie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Im Juni 2019 kam dann endlich der langersehnte Börsengang von Traton, der Lkw-Tochter von VW – auch wenn er erst im zweiten Anlauf gelang und statt der erhofften 6 nur 1,55 Milliarden Euro einspielte. Wenig später folgte das IPO der Global Fashion Group. Doch wirklich lösen wollte sich der Knoten vor der Sommerpause nicht.

Kanzeleimarkt: Verfolger schließen zur Marktspitze auf

Aufregender gestalteten sich dafür die Entwicklungen am Kanzleimarkt. So gelang es dem Aufsteigerduo Latham & Watkins und Linklaters, in die Phalanx aus Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und Sullivan & Cromwell vorzustoßen. Während Linklaters vor allem mit dem Traton-IPO für Aufmerksamkeit sorgte, kam Latham insbesondere bei zahlreichen Emissionen auf Bankenseite zum Zuge. Beide stehen für kommende Großtransaktionen bereits in den Startlöchern.

Von sich reden machte auch die Praxis von Hogan Lovells. Nach Abgängen auf Counsel- und Associate-Ebene in Richtung Pinsent Masons verstärkte sich das Team postwendend mit einer früheren Partnerin, die als of Counsel kam, und einem Counsel von Baker & McKenzie. Während sich Hogan Lovells nun wieder neu zusammenfinden muss, was angesichts der Rückkehrerin nicht allzu schwerfallen dürfte, hat Pinsent Masons mit einer Partnerin in Frankfurt nun die Chance, ihr Geschäft auszuweiten und vor allem bei der Bankenberatung Fortschritte zu machen.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die Emittenten oder konsortialführende Banken bei Aktienplatzierungen an deutschen und ausländischen Börsen beraten.

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