Gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten

Aktive und enttäuschte Aktionäre

An Umbruchsituationen mangelt es in deutschen Unternehmen nicht – sei es, weil sie sich in einem Umstrukturierungsprozess befinden, sei es, weil aktive Aktionäre die Geschicke der Konzerne mitbestimmen wollen. Verstärkt werden entsprechend auch kapitalmarktrechtliche Verfahren zur Durchsetzung der Anlegerinteressen genutzt, wie der Fall Stada im letzten Jahr zeigte.

Große Klagen leiten sich zudem oft aus der mangelhaften oder verspäteten Information der Aktionäre in Krisen- oder Restrukturierungssituationen ab, wie bspw. im anrollenden Verfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) im Steinhoff-Bilanzskandal oder im bereits laufenden Verfahren gegen VW und Porsche wegen des Dieselskandals.

Zudem steigen die Compliance-Verpflichtungen der Unternehmen und Organe weiter, nicht zuletzt durch die Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie oder neue Bestimmungen im Datenschutz. Entsprechend werden (ehemalige) Organmitglieder einer immer kritischeren Überprüfung unterzogen – auch wenn das Unternehmen hauptsächlich auf den D&O-Versicherer zurückgreifen will.

Dabei sind die auslösenden Situationen im Unternehmen sehr unterschiedlich und reichen von Betrugsvorwürfen über (kartellrechtliche) Bußgeldverfahren bis zu Insolvenzsituationen. Entsprechend lehnen sich die Verfahren oft an strafrechtliche Ermittlungen an.

Organhaftung treibt das Geschäft

Kanzleien, die in den gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten besonders gut positioniert sind, verfügen über eine renommierte Riege von Gesellschaftsrechtlern, die entsprechend guten Zugang zu Vorstands- und Aufsichtsratsetagen haben wie etwa Hengeler Mueller, Gleiss Lutz oder Freshfields Bruckhaus Deringer. Sie sind es auch, die mit dem neuen, forschen Auftritt kritischer Aktionäre umgehen müssen.

Auf der Gegenseite stehen sehr erfahrene Aktionärsvertreter, die auf der Klaviatur des Kapitalmarktrechts zu spielen wissen, allen voran Tilp, aber auch Broich, der oft für Hedgefonds tätig ist. Weiterhin sind es auch die komplexen Organhaftungsfälle, die den Kanzleien Arbeit bescheren.

Momentan wächst in den auf Unternehmensseite tätigen Kanzleien eine neue Generation von Partnern heran, die sich speziell diesem Thema verschreibt, wie etwa bei CMS Hasche Sigle zu beobachten ist. Auf diesem Gebiet machen sich neben den etablierten gesellschaftsrechtlich orientierten Kanzleien auch solche mit starken Prozesspraxen und entsprechenden Spezialisten an Bord einen Namen wie etwa DLA Piper oder Noerr.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die bei Streitigkeiten zwischen Unternehmen und ihren Investoren, Gesellschaften und Aktionären beraten. Zudem geht es um Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern sowie Fälle, in denen Organe einer Gesellschaft in Anspruch genommen werden. Im Kapitel ?Gesellschaftsrecht finden sich ebenfalls Kanzleien mit Prozesserfahrung.

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