Unternehmensbezogene Beratung von Versicherern

Das Dilemma der Versicherungsbranche dauert an

Dreh- und Angelpunkt vieler Überlegungen von Versicherern sind die Schwierigkeiten, mit Kapitalanlagen eine hinreichende Rendite zu erzielen, denn die Unternehmen müssen das Geschäft einträglich halten und brauchen gewinnversprechende Anlagen, um im Wettbewerb zu bestehen. Gleichzeitig hat die BaFin als Aufsichtsbehörde ein wachsames Auge auf die mit den Investitionen verbundenen Risiken und die Kapitalausstattung der Institute. Dass sie im Zweifelsfall eingreift und einschneidende Maßnahmen durchsetzt, zeigte sich zuletzt bei den kirchlichen Einrichtungen Kölner Pensionskasse und Caritas Pensionskasse. Sie sind jedoch nicht die einzigen Häuser, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Auch die Steuerberater haben mit ihrem Versorgungswerk ihre liebe Not.

Wirtschaftlich brisant waren auch die Verfahren mehrerer Krankenversicherer, in denen im vergangenen Jahr Urteile des Bundesgerichtshofs fielen: Er entschied u.a. im Streit um Beitragserhöhungen, im zivilrechtlichen Streit um die Umsatzsteuer auf Zytostatika und in der Auseinandersetzung um die Preisbindung bei importierten Arzneien. Ihre Stärke in der Prozessführung konnte BLD Bach Langheid Dallmayr in diesen Auseinandersetzungen bei unternehmensbezogenen Themen ausspielen.

Nach den ersten Leuchtturmmandaten im Run-off-Segment haben sich solche Schritte inzwischen etabliert – jedenfalls in der Lebens- wie der Sachversicherungssparte. Mit dem Markteintritt weiterer Aufkaufplattformen ist deshalb zu rechnen. Parallel arbeiten Häuser wie Athene Life Re an alternativen Modellen, sich von Beständen oder zumindest von den ihnen anhaftenden Risiken zu trennen, etwa über Rückversicherungslösungen.

Hengeler und Linklaters ernennen neue Partner

Der Kreis der spezialisierten Berater bleibt weiterhin eng. Auffällig war indes, dass Hengeler Mueller und Linklaters je einen Partner in diesem Bereich ernannten. Sie unterstreichen damit, dass sie der Beratung von Versicherern hohen Stellenwert beimessen, auch wenn sich die Schwerpunkte der beiden Anwälte unterscheiden: Hengeler Mueller setzt auf einen Spezialisten in der regulatorischen Beratung der Finanzbranche, Linklaters stärker auf einen Berater mit Fokus auf Transaktionen, gerade auch im Bereich Insurtech/Fintech. Beide haben aber damit die Partnerriege jeweils deutlich erweitert. Einen Schritt nach vorn gemacht hat Oppenhoff & Partner, die neben IT-getriebenen Großprojekten zuletzt auch stärker in Transaktionen zu sehen war.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die Versicherer bei Umstrukturierungen, Geschäftsaufbau oder Transaktionen beraten und über entsprechende Beratung mit dem Aufsichtsrecht der Branche verfügen.

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