Hamburg: Gesättigt? Noch ist Platz.

Der Hamburger Kanzleimarkt ist v.a. von guten und meist langjährigen Beziehungen zu Familienunternehmen im gehobenen Mittelstand geprägt – und hier reihen sich auch einige neue Akteure wie Noerr oder Addleshaw Goddard gut ein. Eine besonders erfolgreiche Wachstumsgeschichte gilt dabei Noerr, die sich auch im vergangenen Jahr mit anerkannten Quereinsteigern verstärkte.

Doch der Marktspitze hat bislang noch keiner der Neuankömmlinge etwas anhaben können: Platzhirsch bleibt in Hamburg Freshfields Bruckhaus Deringer, mit einigem Abstand gefolgt von großen internationalen u. deutschen Kanzleien wie CMS Hasche Sigle oder Latham & Watkins.

Eine beständig starke Gruppe bilden die örtlichen Büros deutscher Mittelstandsberater wie Luther und Heuking Kühn Lüer Wojtek, die sich zuletzt mit einer Finanzierungsspezialistin von Bryan Cave Leighton Paisner und einer Strafrechtlerin verstärkte, sowie die etablierten örtlichen MDP-Einheiten, allen voran Esche Schümann Commichau, BRL Boege Rohde Luebbehuesen und Möhrle Happ Luther. Der starke Mittelstand vor Ort sorgt für einen hohen Beratungsbedarf im Personengesellschaftsrecht, aber v.a. auch zu Nachfolgethemen.

Eine Hamburger Besonderheit bleibt die große Zahl der ursprünglich als Spin-offs aus Großkanzleien entstandenen Kanzleien, die den Markt prägen. Zwei der etablierten unter ihnen wagten nun eine Expansion: Renzenbrink & Partner eröffnete ein Büro in München, Leo Schmidt-Hollburg Witte & Frank hat neuerdings auch eine Präsenz in Frankfurt. Doch zuletzt entstanden auch wieder neue Kanzleien v.a. durch die Abspaltung erfahrener Großkanzleipartner: Aus Norton Rose Fulbright ging die v.a. auf Sortenschutzrecht spezialisierte Kanzlei von Gierke Ahrens Trauernicht hervor, bei Latham & Watkins spalteten sich die Immobilienrechtler als Reius ab.

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