Bremen: Nachfolger in schwierigen Zeiten gesucht

Bremen bleibt wirtschaftlich schwierig: Der Windbauer Senvion schlitterte in die Insolvenz, der Flughafen schwächelt ebenso wie die Krankenhausgesellschaft Geno. Den Hafen traf die Corona-Pandemie empfindlich, der ,Weser-Kurier‘ schloss seine Druckerei, die NordLB wird wohl noch mehr schrumpfen, und auch Bosch will schließen. Einzig die Baubranche boomt. Doch ist dies ein zweischneidiges Schwert, denn Ursachen sind unter anderem die entstandenen Industriebrachen, die neu genutzt werden sollen.

Der Partner einer alteingesessenenen Kanzlei meint: „Der Bremer Beratungsmarkt ist verteilt.“ Tatsächlich ist es eher selten, dass neue Kanzleien nach oben kommen, es sei denn, die Anwälte haben sich, wie etwa bei S2H Ströver Strohkirch Hardt, ihr Geschäft zuvor bei einer etablierten Kanzlei aufgebaut. Doch auch wenn der Markt wenig kompetitiv scheint, müssen die etablierten Einheiten ihre Marktanteile verteidigen.

Ein zentraler Erfolgsfaktor: der Aufbau einer starken Nachfolgegeneration. Während Ahlers & Vogel dieses Thema sehr strategisch angeht, unternimmt die hoch angesehene Kanzlei Schütte Richter & Partner zum wiederholten Male Anlauf. Andere Kanzleien lassen hingegen kaum erkennen, dass es den Seniorpartnern überhaupt darauf ankommt, ihren angestellten Anwälten dereinst eine florierende Kanzlei zu hinterlassen.

In anderen Städten bieten auch Quereinsteiger einen Weg, den eigenen Marktanteil zu verbessern. Dieser wird in Bremen aber nur selten beschritten. Eine Ausnahme bildeten 2020 Schultze & Braun, die einen Kapitalmarktrechtler von v. Einem & Partner aufnahm, und Castringius, die eine Gesellschaftsrechtlerin von Göhmann gewann.

  • Teilen