Sächsische Kanzleien auf Spezialisierungskurs

Der sächsische Markt für Wirtschaftsanwälte gilt seit Langem als der nach Berlin stärkste in Ostdeutschland. Neben Megathemen wie dem Kohleausstieg, wo die große Arbeit auf die Kanzleien erst noch zukommen wird, etablieren sich Leipzig und Dresden als Zukunftsstandorte. Leipzig verfügt über eine angesehene Internet- und Start-up-Szene, Dresden ist etwa in der Halbleiterindustrie vorne dabei. Zudem brilliert die Landeshauptstadt mehr und mehr als innovativer Wissenschaftsstandort, was auch Beratern neue Möglichkeiten eröffnet. Zehn Fraunhofer-Institute, -Einrichtungen und Institutsteile machen Dresden zur ,Fraunhofer-Hauptstadt‘. Mit dem Helmholtz-Zentrum existiert hier zudem eine führende Forschungseinrichtung im Medizinsektor.

Das Potenzial für Anwaltskanzleien ist daher enorm. Marktführer wie Noerr pflegen enge Beziehungen zur Forschung, Battke Grünberg hat das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst bei der Errichtung von Stiftungsprofessuren der Deutschen Telekom an der HTWK beraten. Beide stehen für die Zukunft des hochkarätigen Anwaltsgeschäfts in Sachsen, denn sie passen hervorragend zum wirschaftlichen Umfeld.

Zudem schafft Noerr seit Jahren den Spagat zwischen Hochspezialisierung und regionalem Geschäft. Damit entwickelt sich die Kanzlei anders als etwa die langjährige Marktführerin CMS Hasche Sigle, die ihre Beratung mehr und mehr auf größere M&A-Transaktionen und IP/IT fokussiert und sich somit weitgehend vom Full-Service-Ansatz verabschiedet hat. Hier suchen andere Kanzleien ihre Chance, z.B. Petersen Hardraht Pruggmayer oder Gruendelpartner, die in den vergangenen Jahren personell und fachlich stark gewachsen sind. Beide haben wie auch die sächsische MDP Eureos überdies zuletzt die IT- und Datenschutzberatung kräftig vorangebracht.

Eureos ist dafür eine exklusive Kooperation mit der Spezialkanzlei esb Emmert Strewe Buck Bücking Speichert eingegangen. Auch der stetige Aufbau des Rechtsberatungsarms der internationalen WP-Gesellschaft Mazars macht sich im Markt bemerkbar, deutlicher noch, seit die Kanzlei im Herbst 2019 einen in der Kommunalwirtschaft gut vernetzten Partner von Luther für ihr Dresdner Büro gewann.

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