Baden-Württemberg: Zwischen Krise und Entspannung

Nicht nur Stuttgarter Anwälte, auch die Kanzleien im weiteren Umland rechneten mit dem Schlimmsten, als die Corona-Pandemie die Automobilindustrie voll erwischte. Hinzu kam, dass die Gerichte die Arbeit weitgehend einstellten und so auch den Prozessteams nichts anderes blieb, als sich langfristige Wiedervorlagen zu setzen.

Andererseits sorgte die öffentliche Verwaltung mit immer neuen Auflagen für sehr hohen Beratungsbedarf. Da viele der schwäbischen oder badischen Mittelständler praktisch keine Rechtsabteilung haben, spielte diese Situation nicht nur Platzhirschen wie Friedrich Graf von Westphalen & Partner, Rittershaus – die mit der Beratung von Curevac beim Einstieg des Bundes ein Prestigemandat verbuchte –, Ladenburger oder Voelker & Partner in die Hände, sondern ermöglichte es auch kleineren Einheiten, sich bei langjährigen Mandanten mit arbeits- und verwaltungsrechtlicher Beratung oder ihrer Konfliktlösungskompetenz zu positionieren.

Hinzu kommt, dass die Großindustrie, die in den vergangenen Jahren ihre Rechtsabteilungen massiv ausbaute und sich mit den Kanzleien und der Justiz einen harten Kampf um die hellsten Nachwuchsköpfe lieferte, nun den Gürtel wird enger schnallen müssen. Das könnte nicht nur Mandate in die Kanzleien zurückspülen, sondern auch den Personalmarkt wieder deutlich entspannen.

Daneben werden eine Reihe von Prestigeprojekten auch lokalen Kanzleien künftig das ein oder andere Mandat bescheren: Sei es das CyberForum in Karlsruhe, das junge Hightechunternehmer zusammenführen soll, sei es der massive Ausbau des Schienennahverkehrs mit Doppelstockwagen und Ökostrom oder die Neupositionierung des traditionsreichen Hockenheimrings.

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