Full Service als Garant der Beständigkeit in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Die breite wirtschaftsrechtliche Aufstellung der meisten Top-Kanzleien an Rhein, Mosel und Saar bewahrte sie vor massiven Einbrüchen in Corona-Zeiten. Die größte Einschränkung stellten kurzzeitig die geschlossenen Grenzen dar, die für die Trierer und Saarbrücker Wirtschaft – sonst im stängigen Austausch mit Frankreich und Luxemburg – eine erhebliche Verkleinerung des Aktionsradius bedeuteten. Auch hier traf die mehrmonatige Lücke bei Gerichtsterminen etliche Sozietäten, die etwa im Versicherungs- oder Arbeitsrecht stark auf prozessuale Mandate setzen. Andererseits waren natürlich gerade die Arbeitsrechtler gefragt, um etwa Kurzarbeitergeld und Lohnfortzahlungen zu erläutern.

Die Ausgewogenheit zwischen Mandanten aus der freien Wirtschaft und aus der öffentlichen Hand bringt für viele Kanzleien zusätzliche Stabilität, bei einigen bekannten Namen wie Martini Mogg Vogt birgt diese Kombination insoweit sogar einen entscheidenden Vorteil: Fehlen Transaktionen, sorgt die öffentlich-rechtliche Beratung doch weiterhin für Umsatz. Wachstumsperspektiven ergeben sich für ambitionierte Kanzleien aber eher durch überregionale Fusionspläne und Mandanten, die aus anderen Regionen als dem Südwesten stammen.

Ganz und gar ohne regionale Beschränkung arbeitet dank klarer Spezialisierung in Trier die Kanzlei Dr. Lehnen & Sinnig, die mit 18 Anwälten Massenverfahren ausschließlich auf Verbraucherseite bearbeitet.

Das Insolvenzrecht als Schwerpunkt vieler Saarbrücker Kanzleien könnte im Verlauf der nächsten Jahre sehr gefragt sein. Auf diesem Gebiet zeigt der im Übrigen auf Insolvenzverwalterseite starre Markt ein klein wenig Veränderung – Andreas Liebaug ist dort für die überregionale Insolvenzkanzlei Schultze & Braun an den Start gegangen und kann gerichtliche Bestellungen erlangen, während Jean-Olivier Boghossian, früher bei Schultze & Braun, den Markt jetzt für die Restrukturierungsabteilung von Dornbach erschließen und von der MDP-Anbindung profitieren will.

In Mainz machen hingegen eine Reihe von Boutiquen auf sich aufmerksam, darunter die auf das Medizinrecht ausgerichtete Kanzlei Dorn, deren Namenspartner sich im Medizinstrafrecht einen Namen gemacht hat.

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