Telekommunikation

Vodafone wird zum ernst zu nehmenden Wettbewerber

Zwar ziehen einige regionale TK-Unternehmen gegen die kartellrechtliche Genehmigung der Fusion von Vodafone und Unitymedia noch vor Gericht, doch dürfte die Deutsche Telekom die Konkurrenz der Briten im deutschen Markt insbesondere bei der Bepreisung ihrer Festnetzprodukte bereits spüren. Mit Telefónica geht zudem ein weiterer Anbieter in diesem Segment gestärkt aus den Fusionsverhandlungen hervor: Über einen Großhandelsvertrag erhält der spanische Anbieter Zugang zum Vodafone-Kabelnetz. Die Machtverhältnisse im Markt verschieben sich.

Zwei weitere Milliardendeals mischen den TK-Markt zusätzlich auf. Hinter der Übernahme der Inexio und der Deutschen Glasfaser durch die Investmentgesellschaft EQT steht ein groß angelegter Investitionsplan der Schweden. Rund sieben Milliarden Euro sollen die unter einem Dach zusammengeführten Gesellschaften in den Glasfaserausbau in Deutschland investieren. Schon jetzt belegen Großprojekte, darunter das Gemeinschaftsvorhaben der Deutschen Telekom etwa mit der EWE TEL, und zahlreiche kleinere Projekte auf kommunaler Ebene, dass der nachhaltige Glasfaserausbau Fahrt aufnimmt. Diesem Ausbau wird wohl auch die Umsetzung des europäischen Kodizes für die elektronische Kommunikation im Rahmen der Novelle des deutschen Telekommunikationsgesetzes noch mal Vorschub leisten.

Beratung für das nächste Kommunikationszeitalter

Die Umsetzung der europäischen Vorgaben wird aber auch Unternehmen zu Trägern von TK-rechtlichen Pflichten machen, die es zuvor nicht waren. Anbieter von Internetzugängen, Messengerdiensten sowie Diensten, die die Kommunikation zwischen Maschinen ermöglichen, unterliegen dann der TK-Regulierung. Das erweitert den potenziellen Beratungsmarkt für die spezialisierten Kanzleien. Viele Kanzleien sind auf die anstehenden Änderungen bereits bestens vorbereitet. Jones Day etwa vertrat Google/Gmail in dem Musterverfahren, in dem die Bundesnetzagentur sich dafür einsetzte, das Unternehmen der TK-Regulierung zu unterwerfen. Aber auch Freshfields Bruckhaus Deringer, Baker & McKenzie, Bird & Bird sowie Noerr, CMS Hasche Sigle und Boutiquen wie Neuland beraten ihre Mandanten bereits seit einiger Zeit zu den marktumwälzenden Neuerungen, die die Vergabe der 5G-Frequenzen und der Ausbau des Breitbandnetzes noch beschleunigen werden.

Um den 5G-Ausbau ranken sich darüber hinaus weiterhin einige verwaltungsrechtliche Verfahren, mit denen die bekannten Parteivertreter der klassischen TK-Unternehmen befasst sind, darunter Dolde Mayen & Partner und Juconomy. Der leitungsgebundene Glasfaserausbau hingegen läuft bereits auf Hochtouren. Kanzleien wie Pinsent Masons, Loschelder sowie Rödl & Partner stehen hierbei mit einer Kombination aus TK-, vergabe- und beihilferechtlichem Know-how vor allem kommunalen Versorgungsunternehmen zur Seite, die in diesen Markt vordringen.

Die milliardenschweren Übernahmen im Sektor bleiben das Geschäft von Großkanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer, Bird & Bird, Hengeler Mueller oder White & Case. TK-Boutiquen und TK-Praxen kleinerer Kanzleien wie Loschelder kommen allenfalls dann ins Spiel, wenn Unternehmen die Federführung in die Hand einer M&A-Kanzlei ohne tk-rechtliche Erfahrung legen, wie zuletzt etwa die Übernahme der Deutschen Glasfaser durch EQT zeigte.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die die Telekommunikationsbranche in unterschiedlichen Rechtsgebieten beraten. Dazu gehört die Vertretung in Regulierungsverfahren, aber auch die Begleitung bei Transaktionen und bei der Vertragsgestaltung.

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