JUVE Kanzlei des Jahres

Medien

Digitales Zeitalter eingeläutet

Der Rundfunkstaatsvertrag ist Geschichte. Seit Herbst 2020 gilt der neue Medienstaatsvertrag und läutet nun auch endlich auf Gesetzesebene das digitale Zeitalter der Medienbranche ein. Nun können sich Plattformanbieter und Internetgiganten nicht mehr der regulatorischen Kralle entziehen, denn das neue Regelwerk soll die gesamte Palette an neuen und jüngeren Medienformen einbeziehen.

Vor allem das Plattform- und Streaminggeschäft floriert. Dachten Marktkenner vor nicht allzu langer Zeit noch, der Wettlauf um Marktanteile im Streaminggeschäft würde sich zwischen Netflix und Amazon entscheiden, müssen sie sich heute korrigieren. Zwar wurde mit Maxdome bereits ein deutsches Projekt wieder aufgegeben, doch mit Disney Plus ist nun ein weiterer, internationaler Player in den deutschen Markt eingetreten. Das befeuert den Wettlauf um Content-Produktion. Doch bei diesem Rennen um Inhalte stellte die Corona-Krise im eng getakteten Produktionsgeschäft plötzlich die Verträge auf den Krisenprüfstand und Berater waren vielfältig gefragt, besonders im Schwerpunkt Medienarbeitsrecht.

Boutiquen als Wegbereiter für digitale Geschäftsmodelle

Auch der Kanzleimarkt diversifiziert sich entlang der Veränderungen bei den Mandanten. Die digitalen Transformationsprozesse laufen auf Hochtouren und die umfassenden urheberrechtlichen Fragen im digitalen Raum betreffen schon längst nicht mehr nur die klassischen Medienunternehmen. So wächst der Pool an potenziellen Mandanten, die im Kern zwar kein Medienunternehmen sind, aber dennoch regelmäßig urheber- und vertragsrechtliche Anfragen haben, etwa dann, wenn auch sie ihre Aktivitäten in digitalen Formaten transportieren. Genau in diesem Umfeld konnten sich zuletzt vor allem kleine und spezialisierte Boutiquen positionieren, die ihrerseits wiederum für viel Aufsehen im Markt sorgten.

Am meisten herausgestochen ist dabei wohl das Berliner Spin-off von Boehmert & Boehmert, das nun unter Nordemann Czychowski & Partner firmiert und sich dank der langjährigen Erfahrung der Anwälte nahtlos einen Platz im Markt eroberte.. Auch unter den Filmspezialisten gab es Bewegung: So verschwand bei Unverzagt von Have aus dem Kanzleinamen und es entstand die neue Kanzlei von Have Fey, die als international ausgerichtete Filmrechtsboutique an den Markt ging. Direkt zum Start dockte dort ein erfahrener Presserechtler von Schertz Bergmann an.

Großkanzleien positionieren sich als Transaktionsberater

Dass Noerr mit Katharina Domnick erneut eine ambitionierte junge Partnerin nicht halten konnte, passt zur zunehmenden Konzentration der Kanzlei auf das Transaktionsgeschäft. Bei Brehm & v. Moers ist sie nun wiederum Teil eines erfolgreich angestoßenen Generationswechsels und einer klareren Aufstellung als Medienboutique. Unverändert positionieren sich derweil die Großkanzleien als Transaktionsberater der Branche. So arbeiten bei Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller erfahrene Medienrechtler in den großen Deals wie denen von Axel Springer und KKR mit. Auch Noerr und DLA Piper schlagen immer stärker den Weg Richtung Transaktionsgeschäft ein, bleiben dabei aber ihrem Kerngeschäft im Mediensektor treu.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die die Film-, TV-, Entertainment- u. Verlagsbranche in verschiedenen Rechtsgebieten beraten. Die zentralen Themen sind Vertragsgestaltung, Medienregulierung und Transaktionsbegleitung, die jeweils in separaten tabellarischen Übersichten dargestellt sind.


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