JUVE Kanzlei des Jahres

Versicherungsvertragsrecht: Prozessvertretung und Beratung

Corona sorgt für historische Verluste

Die Corona-Pandemie drückt der Versicherungswirtschaft ihren Stempel auf. Lloyd’s of London prognostiziert der Branche weltweit den größten Verlust ihrer Geschichte. Allein für 2020 könnten sich die Kosten der Versicherer auf rund 203 Milliarden US-Dollar addieren. Die Frage, ob Schäden aus Corona-bedingten Betriebsschließungen oder Veranstaltungsabsagen einen Versicherungsfall darstellen, beschäftigt die Berater intensiv. Zahlreiche Versicherer verweigern den Versicherungsschutz, weil Corona in den Erregerlisten der Versicherungsbedingungen fehlt.

Auf der anderen Seite hat die Pandemie die Tendenz zur Digitalisierung noch einmal beschleunigt. Schon seit Längerem sehen sich die Assekuranzen wachsenden IT-Ansprüchen ihrer Kunden gegenüber. Diese wünschen sich etwa einen mobilen und sicheren Zugriff auf Daten und Produkte. Hier können die Berater vor allem bei Insurtech-Produktideen und -prüfungen ihr digitales Profil weiter schärfen.

Teams rücken enger zusammen

Im Kanzleimarkt war zuletzt die personelle Stabilität auf Partnerebene bemerkenswert. Mit Dr. Roland Haberstroh, der im Herbst 2019 Thümmel Schütze & Partner den Rücken kehrte und zu Menold Bezler ging, gab es lediglich einen prominenten Wechsel. Derweil verstärkten mehrere Einheiten, darunter Fiedler Cryns-Moll Jüngel, DLA Piper, Wirtz & Kraneis, Segger und Sprenger ihre Associate- bzw. Counsel-Ebene. Heuking Kühn Lüer Wojtek und Remé nahmen jüngere Anwälte in die Partnerriege auf. Die Promotion der Nachwuchsriege ist auch Teil der Bemühungen der Kanzleien, angesichts der lebendigen Auftragslage ihre Teams zusammenzuhalten.

Um neben komplexen Großschadenfällen auch die Beratung im Corona-bedingten Massengeschäft stemmen zu können, setzen viele noch stärker auf die Zusammenarbeit mit anderen Praxisgruppen. Bei der Verknüpfung der versicherungsrechtlichen Beratung mit IT- und Datenschutzfragen gehört das inzwischen zum Standard. Damit haben vor allem Kanzleien wie Taylor Wessing, White & Case, Clyde & Co und BLD Bach Langheid Dallmayr bereits Erfolg.

Anderen Einheiten schaffen es, mit speziellen Aspekten der Corona-Beratung Akzente zu setzen, zum Beispiel Noerr, die für einen Fernsehsender einen Streit mit einem Versicherer wegen abgesagter TV-Sportübertragungen ausficht u. dabei ihre Kompetenz im Medienrecht in die Waagschale werfen konnte, oder Remé, die ihre versicherungsrechtliche Erfahrung im Transportsektor bei Deckungsfragen zu Corona-bedingten Schäden im Zuge gerissener Logistikketten ins Spiel brachte.

An Bedeutung zunehmen dürfte künftig die Beratung zum Thema Insolvenzverschleppung. Experten rechnen für Deutschland mit einer Pleitewelle, sobald die Insolvenzantragspflicht nicht mehr ausgesetzt ist.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die zu Versicherungsverträgen und -produkten beraten sowie daraus resultierende (Haftungs- und Regress-)Prozesse führen. Beraten werden sowohl Versicherer als auch Unternehmen als Versicherungsnehmer. Spezialisten für D&O-Prozesse finden sich auch im Kapitel Konfliktlösung.


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