IT-DIENSTLEISTUNGEN: MSG BEKOMMT ERSTEN GROUP COMPLIANCE OFFICER

Der IT-Dienstleister MSG Systems hat einen Group Compliance Officer ernannt: Torsten Krumbach (52), zuletzt Compliance Officer bei Bosch Sicherheitssysteme, hat die neu geschaffene Position Mitte April übernommen. Damit ist das Thema bei MSG nun auch auf Vorstandsebene verankert, denn Krumbach berichtet direkt dorthin.

Torsten Krumbach

Torsten Krumbach

Mit Krumbach gewinnt die rund 8.500 Mitarbeiter zählenden MSG Gruppe einen sehr erfahrenen Compliance-Experten, der schon seit über 20 Jahren in unterschiedlichen Branchen inhouse mit dem Thema befasst ist. Dazu zählen etwa die Bayerische Landesbank und der Bezahlsender Sky Deutschland, wo er von 2011 bis 2015 für die Einführung eines standardisierten Compliance-Management-Systems verantwortlich war. Anschließend wechselte er als erster Compliance Officer zu Bosch Sicherheitssysteme, als das Unternehmen die Compliance-Strukturen deutlich ausbaute und eigene Verantwortlichkeiten auch in den Tochterfirmen schuf.

In Krumbachs Zeit bei Bosch Sicherheitssysteme fällt auch die unternehmensweite Einführung eines Produktentwicklungskodex, mit dem das Unternehmen auf seine Beteiligung am Dieselskandal reagierte.

Auch bei MSG ist seine Ernennung Teil einer internen Umstellung. Anfang Januar dieses Jahres stellte das Familienunternehmen den Vorstand neu auf und verteilte dabei einige Zuständigkeiten neu. Krumbach berichtet direkt an den für Compliance zuständigen Frank Schlottmann. Bislang war bei MSG Compliance dezentraler organisiert.

MSG ist deutlich auf Wachstumskurs und zählt viele Unternehmen der öffentlichen Hand zu seine Kunden. Aus diesem Grund ist Compliance ein zentrales Thema für öffentliche Ausschreibungen.

Wer Krumbachs Position bei Bosch übernommen hat, wollte Bosch nicht mitteilen. Soweit bekannt, gibt es eine interne Nachfolge. (Christiane Schiffer)

Kapellmann und Partner hat sich zum April und Mai in Düsseldorf mit zwei Anwälten auf Partnerebene verstärkt. Dr. Marcel Krengel (36) war zuvor bei Flick Gocke Schaumburg im Steuerrecht als Associate tätig. Prof. Dr. Kay Schumann (46) wechselte aus seiner eigenen strafrechtlichen Boutique zu Kapellmann. Beide starten in der neuen Einheit als Assozierte Partner.

Marcel Krengel

Marcel Krengel

Krengel arbeitete seit 2014 als Rechtsanwalt mit steuerrechtlichem Schwerpunkt bei der steuerzentrierten Großkanzlei Flick Gocke Schaumburg, zunächst am Bonner Standort. 2019 wechselte Krengel nach Stuttgart, als Flick Gocke dort ein neues Büro eröffnete. Seit dem gleichen Jahr ist Krengel zudem als Steuerberater qualifiziert. Bei Kapellmann soll er am Düsseldorfer Standort insbesondere an den Schnittstellen zum Immobilienwirtschaftsrecht und Gesellschaftsrecht das Beratungsangebot abrunden.

Mit Schumann stockt Kapellmann die strafrechtliche Praxis wieder auf. Nach über einem Jahrzehnt bei Kapellmann gründete Wirtschaftsstrafrechtler und Compliance-Spezialist Dr. Oliver Kraft zum März eine eigene Kanzlei in Mönchengladbach. Nach Krafts Ausscheiden plant Kapellmann nun mit Schumann und den verbliebenen zwei Assoziierten Partnerinnen, Dr. Vivien Veit und Dr. Julia Lange, in Mönchengladbach wieder an das Strafrecht anzuknüpfen. Schumann begann seine berufliche Laufbahn als Anwalt in Bonn, widmete sich dann für einige Jahre der Wissenschaft. Seit 2018 war er in seiner eigenen strafrechtlichen Boutique in Düsseldorf tätig.

Kapellmann, die grundsätzlich den Fokus auf organisches Wachstum legt, verstärkt sich in diesem Jahr nicht zum ersten Mal mit Quereinsteigern: Zum Jahresbeginn wechselte IT- und Datenschutzrechtlerin Dr. Laura Kubach von SBR Schuster & Partner als Assoziierte Partnerin. Zudem gewann Kapellmann, ebenfalls für den Düsseldorfer Standort, von Unternehmensseite den Arbeitsrechtler Dr. André Buzari. (Melanie Müller)

Arqis hat ihr Düsseldorfer Stammbüro auf Counsel-Ebene doppelt verstärkt und wagt zugleich den Neuanfang im Öffentlichen Recht. Der Öffentlichrechtler Dr. Friedrich Gebert (36) kam von Posser Spieth Wolfers & Partners, Steuerberater Jens Knipping (36) wechselte von Warth & Klein Grant Thornton. 

Friedrich Gebert

Friedrich Gebert

Gebert begann seine Karriere bei Freshfields Bruckhaus Deringer im Team für Öffentliches Recht. Als die drei langjährigen Freshfields-Partner Dr. Wolf Spieth, Dr. Herbert Posser und Dr. Benedikt Wolfers im Frühjahr 2018 die Boutique Posser Spieth Wolfers & Partners (PSWP) gründeten, ging er mit und arbeitete dort – wie zuvor schon bei Freshfields – vor allem mit Spieth eng zusammen. PSWP ernannte Gebert Anfang 2020 zum Principal Associate. 

Bei Arqis steigt er nun als Counsel ein. Erfahrung hat Gebert in umweltrechtlichen und regulatorischen Großprojekten, Gerichtsverfahren und Transaktionen, insbesondere in Fragen rund um den European Green Deal. Mit seinem Wechsel fällt bei Arqis der Startschuss für das Öffentliche Wirtschaftsrecht, das der 36-Jährige in der Kanzlei neu aufbauen soll. Dieses war seit dem Weggang des Arqis-Gründungspartners und Regulierungsexperten Dr. Matthias Lang zu Bird & Bird im Jahr 2011 kanzleiintern faktisch nicht mehr vorhanden.

Jens Knipping

Jens Knipping

Zugleich wird Gebert das Beratungsangebot der Fokusgruppe Risk im Schwerpunkt Compliance sowie die wachsende Litigation-Praxis bei Arqis erweitern. Daneben stärkt seine regulatorische Beratung den Transaktionsbereich. 

Auch Jens Knipping wird bei Arqis im Transaktionssegment tätig werden. Bei Wath & Klein war er als Senior Manager Teil des Transaction-Tax-Teams mit Fokus auf nationale und internationale M&A-Transaktionen und beriet vor allem mittelständische Mandanten. Bei Arqis soll Kipping neben der Unterstützung der Fokusgruppe Transactions künftig das Geschäftsfeld M&A- Versicherungen und dort die Beratung zur Versicherbarkeit von Steuerrisiken weiter ausbauen. Er beerbt in Düsseldorf auch den ehemaligen Arqis-Steuerpartner Christian Wegener, der im vergangenen Jahr zu Baker Tilly wechselte. (Annika Janßen)

Der Rechtsstreit um den Offshorewindpark ‚Butendiek‘ geht in die nächste Runde. Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) verwies eine Klage des Naturschutzbundes (Nabu) in Teilen zurück an das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Hamburg (Az. BVerwG 4 C 2.19). Die Umweltschützer wollen, dass der Windpark den Betrieb zugunsten des Vogelschutzes zumindest zeitweise unterbrechen muss. Damit scheiterte der Nabu zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen mit einer Klage gegen den Windpark.

Henning Wendt

Henning Wendt

‚Butendiek‘ gehört mit rund 80 Windkraftanlagen zu den größten Offshorewindparks in der Nordsee. Er liegt circa 35 Kilometer westlich von Sylt – und in einem Areal, das seit 2005 als europäisches Vogelschutzgebiet „Östliche Deutsche Bucht“ ausgewiesen ist. Die Betreibergesellschaft OWP Butendiek nahm die Anlage 2015 in Betrieb, die Genehmigung durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erfolgte allerdings schon 2002. Entstehung und Inbetriebnahme des Windparks verzögerten sich vor allem aufgrund von Finanzierungsproblemen.

Seit der Genehmigung klagte der Nabu mehrfach gegen Bau und Betrieb des Windparks. Die Umweltschützer kritisieren massive Umweltschäden, die von ‚Butendiek‘ ausgehen, und verweisen dabei insbesondere auf die sogenannte Scheuchwirkung der Windkraftanlagen: Die Vogelarten Stern- und Prachttaucher meiden das Windparkgebiet weiträumig. Laut Argumentation des Nabu steht der klimafreundliche Windpark schlicht an der falschen Stelle.

Andreas Hinsch

Andreas Hinsch

Facettenreicher Rechtsstreit: Seeanlagenverordnung und Umweltschadensgesetz

Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht beruft sich der Nabu auf die Seeanlagenverordnung. Dort heißt es in Paragraf 16 Absatz 3, dass das dem Verkehrsministerium zugehörige BSH den Betrieb einer Anlage untersagen kann, wenn davon eine Gefahr für die Meeresumwelt ausgeht. Das OVG hatte ursprünglich geurteilt, dass die Genehmigung des Windparks einer zeitweiligen Betriebsuntersagung entgegenstehe (Az. 1 Bf 200/15). Das Bundesverwaltungsgericht entschied nun, dass es „dynamische Betreiberpflichten“ gebe: Tauchten neue Erkenntnisse zu Umweltauswirkungen auf, müssten diese unter Umständen berücksichtigt werden. Das OVG soll nun erneut prüfen, ob das der Fall ist.

Der Streit um ‚Butendiek‘ hat noch mehr Facetten. Erst im März hatte das Oberverwaltungsgericht in Münster eine andere Klage der Umweltschützer auf Beseitigung eines Umweltschadens zurückgewiesen (Az. 21 A 49/17). Der Nabu hatte vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Sitz in Bonn eine entsprechende Anordnung an den Betreiber gefordert. Das BfN gehört zum Bundesumweltministerium und ist daher für Umweltschadensfälle zuständig.

Frank Fellenberg

Frank Fellenberg

Gretchenfrage: Was ist ein Umweltschaden?

Im besagten Verfahren richtete der Nabu seine Anfechtungsstrategie am Umweltschadensgesetz aus, das im Jahr 2007 in Kraft trat und das es Klägern erlaubt, eine Vermeidung oder eine Sanierung von Umweltschäden einzufordern. Die Umweltschützer hätten den Eintritt eines Umweltschadens in ihrem Antrag jedoch nicht glaubhaft belegen können, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Der Nabu wies die Vorwürfe zurück und forderte, die Streitfrage dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen.

In der Vorinstanz hatte das VG Köln der Anwendung des Umweltschadensgesetzes Grenzen gesetzt (Az. 2 K 6873/15) und das Verfahren nach Münster verwiesen, um die Umstände des Einzelfalls zu prüfen sowie die Grundsatzfrage, ob eine erteilte Genehmigung einem Haftungsausschluss gleichkommt.

Das Verfahren wirft zudem grundsätzlichen Klärungsbedarf hinsichtlich der Definition eines Umweltschadens auf. Da das Umweltschadensgesetz noch relativ jung ist, gibt es bislang kaum Präzedenzfälle.

Vertreter Nabu
Dr. Frank Niederstadt (Hannover)
Peter Fischer-Hüftle (Regensburg)

Vertreter OWP Butendiek GmbH & Co. KG
Blanke Meier Evers (Bremen): Dr. Andreas Hinsch (Federführung); Associate: Anna-Maria Koch (beide Umwelt- und Planungsrecht)

Vertreter BSH/Bundesverkehrsministerium
Görg (Hamburg): Dr. Henning Wendt, Dr. Ulrich Ramsauer (beide Umwelt- und Planungsrecht)

Vertreter BfN/Bundesumweltministerium
Redeker Sellner Dahs (Berlin): Dr. Frank Fellenberg (Federführung; Öffentliches Wirtschaftsrecht), Kathrin Dingemann (Umwelt- und Planungsrecht)

Bundesverwaltungsgericht Leipzig
Kerstin Schipper (Vorsitzende Richterin), Dr. Andreas Hammer, Dr. Sigrid Emmenegger, Dr. Andreas Decker, Martin Brandt (Berichterstatter)

Oberverwaltungsgericht Münster, 21. Senat
Ralph Heine (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Der Hannoveraner Biologe und Rechtsanwalt Niederstadt berät den Nabu seit vielen Jahren. Er ist in den Fall ‚Butendiek‘ involviert, seit sich die Klagen auf das Umweltschadensgesetz beziehen. Seit knapp drei Jahren unterstützt ihn dabei der renommierte Regensburger Anwalt Peter Fischer-Hüftle, der vor allem für seine Kommentierung des Bundesnaturschutzgesetzes im Tandem mit Jochen Schumacher bekannt ist.

Die Mandatierung von Blanke Meier Evers geht darauf zurück, dass zwei Namenspartner der Kanzlei den Bremer Windparkentwickler wpd gegründet haben, der den Offshore-Windpark Butendiek 2010 von der Scottish and Southern Energy (SSE) erwarb. Als unterstützender Berater aufseiten der Investoren der Betreibergesellschaft war zudem der Öffentlichrechtler Markus Appel von Linklaters eingebunden. Linklaters hatte die Investorengruppe 2013 zur Finanzierung des deutsch-dänischen Projekts ‚Butendiek‘ beraten.

Der Kontakt zwischen Görg und dem BSH kam über Ramsauer zustande, der von 2008 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 Vorsitzender Richter des für Umweltrecht zuständigen 5. Senats des Hamburgischen Oberverwaltungsgerichts war. Aus dieser Zeit stammt auch die Verbindung zum BSH. Seit 2013 ist Ramsauer im Hamburger Görg-Büro als of Counsel tätig.

Redeker-Partner Fellenberg vertritt häufig Bundes- und Landesbehörden, ist aber auch regelmäßig für Trägergesellschaften bei prominenten Infrastrukturprojekten im Einsatz, wenn umweltrechtliche Grundsatzfragen zu klären sind. Er berät das BfN gegen den Nabu seit mehreren Jahren und war auch in den Vorinstanzen für die Behörde tätig. Die Counsel Dingemann ist auf Europäisches Umweltrecht spezialisiert. (Annika Janßen; mit Material von dpa)

Der Frankfurter Investor Finatem will den Getriebehersteller H-Gears noch im Mai an die Frankfurter Börse bringen. Neben zwei weiteren Gesellschaftern bleibt er aber zunächst ebenfalls an Bord. Der Getriebehersteller aus dem Schwarzwald punktet aktuell mit E-Bike-Komponenten und hofft auf einen Emissionserlös im dreistelligen Millionenbereich.

Matthias von Oppen

Matthias von Oppen

Der angestrebte Emissionserlös für H-Gears passt zu den im vergangenen Jahr umgesetzten 125 Millionen Euro. Der Emissionskurs für die Aktien von H-Gears im Geregelten Markt, dem sogenannten  Prime Standard, liegt jedoch noch nicht fest. Das Vorgängerunternehmen Herzog wurde 1958 gegründet und 2011 von Finatem gekauft. Finatem ist eine Frankfurter Private-Equity-Gesellschaft, die sich vor allem an mittelständischen Unternehmen beteiligt.

H-Gears will vor allem im Bereich Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor wachsen. Zwei weitere Geschäftssparten sind Elektrowerkzeuge und nichtelektrische Teile für große Industriekonzerne. Das Unternehmen war bisher eine GmbH und wurde Ende April in eine AG umgewandelt.

Michael Schlitt

Michael Schlitt

Gesellschafter neben Finatem sind HPH Beteiligung und M-H Herzog Beteiligung. Die beiden Letztgenannten dürften nach der IPO-Vereinbarung vor dem Börsengang über rund 10 Prozent der Aktien verfügen. Beim Börsengang kommt ein Teil der Aktien neu aus einer Kapitalerhöhung an den Markt, der andere Teil aus Beständen der aktuellen Gesellschafter.

Als Emissionsbanken begleiten die seit 2015 in chinesischem Besitz befindliche Hauck & Aufhäuser und ABN Amro den im wesentlichen deutschen Börsengang. Für qualifizierte Investoren in den USA kommt zusätzlich eine US-rechtliche Komponente in die Beratung.

Berater H-Gears
Ashurst (Frankfurt): Matthias von Oppen (Federführung), Jennifer Schneck (London; beide Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Valentin Pfisterer, Jeffrey Miller (beide M&A) – aus dem Markt bekannt

Gabriele Fontane

Gabriele Fontane

Berater Banken
Hogan Lovells (Frankfurt): Prof. Dr. Michael Schlitt, Mark Devlin, Dr. Susanne Ries (alle Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (ABN Amro; Amsterdam): Tim Koppelman (Senior Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Finatem
Oppenhoff (Frankfurt): Dr. Gabriele Fontane (Corporate), Dr. Gunnar Knorr (Steuerrecht; Köln) – aus dem Markt bekannt

Berater Minderheitsgesellschafter
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Philipp Melzer (Federführung), Jörg Baumgartner; Associate: Ronja Quooß (alle Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Philipp Melzer

Philipp Melzer

Hintergrund: Ashurst kam offenbar über eine Empfehlung in das Mandat. Das Team um den Praxisgruppenleiter von Oppen beriet in den vergangenen Monaten bei zahlreichen Eigenkapitalmaßnahmen. Hier war es auf Unternehmens- wie Bankenseite und häufig auch als sogenannter Transaction Counsel zu finden, wie etwa bei Grammers Bezugsrechtskapitalerhöhung. Schneck kümmerte sich wie Devlin bei Hogan Lovells um den US-rechtlichen Teil.

Das Team von Hogan Lovells ist regelmäßig bei IPOs zu sehen und beriet vergangenes Jahr etwa Jennewein Biotechnologie zu ihrem geplanten Börsengang. Der Praxisgruppenleiter Schlitt kam zuletzt auch immer wieder auf Emittentenseite bei Börsengängen zum Zug.

Oppenhoff-Partnerin Fontane berät Finatem seit Jahren, so unter anderem 2017 bei der Übernahme des Mittelständlers Schollenberger. Sie brachte die Mandatsbeziehung zu Finatem bereits aus ihrer früheren Kanzlei Otto Mittag Fontane mit, als sie zu Oppenhoff wechselte. Auch beim Kauf von Food & Service 2019 war ein Oppenhoff-Team für die rechtliche und die steuerliche Transaktionsberatung von Finatem mandatiert. Schlitt und Fontane kennen sich aus Mandaten für die Shop Apotheke.

Die beiden Minderheitsgesellschafter sind langjährige Mandanten des Stuttgarter CMS-Büros. Partner Melzer ist immer wieder bei Finanzierungsfragen im Mandat, etwa bei der Beratung des Landes Niedersachsen zu den Kapitalerhöhungen der NordLB.

Den jüngsten Jahresabschluss von H-Gears von März prüften die Stuttgarter Wirtschaftsprüfer Marcus Nickel und Denis Etzel von PricewaterhouseCoopers. (Ludger Steckelbach)

Das Wiener Büro von Baker & McKenzie hat die Corona-Pandemie zum Anlass genommen, sich Gedanken über die eigene strategische Ausrichtung zu machen. Herausgekommen ist eine Kooperation mit der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL). Der Fokus liegt auf Restrukturierungsmandaten.

Philipp Maier

Philipp Maier

Dabei betont die Kanzlei, dass es sich nicht um insolvenznahe Beratung handeln soll, sondern um die strategische Beratung von Unternehmen, die durch einen Turnaround wieder auf den Wachstumspfad finden wollen. Hier bringt Baker & McKenzie Diwok Hermann Petsche insbesondere ihre Restrukturierungserfahrung aus der Arbeitsrechtspraxis ein. Erster Ansprechpartner ist Dr. Philipp Maier, der neben dem Litigator Dr. Alexander Petsche auch Co-Managing-Partner der Kanzlei ist. Zudem bilden die Corporate-Praxis um Dr. Gerhard Hermann und die Finanzierungspraxis um Dr. Georg Diwok zentrale Anknüpfungspunkte.

Erste gemeinsame Mandate haben die beiden Kooperationspartner bereits. Allerdings nicht in Österreich, sondern unter anderem in Deutschland von einem Unternehmen aus dem Energiesektor. Für die Beratung ist auch ein großes Team aus deutschen Baker-Büros eingebunden. Prinzipiell ist die Kooperation aber auf das Wiener Büro beschränkt.

Der gemeinsame Ansatz zielt darauf ab, Potenziale aufzuzeigen und Strategien zur Umsetzung zu entwickeln. Während Baker für die rechtliche Sicherheit in arbeits-, finanzierungs- und vertragsrechtlichen Angelegenheiten sorgt, unterstützt ADL bei der Anpassung der Unternehmensstrategie- und -struktur, identifiziert neue Handlungsoptionen, Geschäftsfelder und Digitalisierungsmaßnahmen. 

Ähnlich formalistische Kooperationen zwischen Wirtschaftskanzleien und Strategieberatern sind JUVE-Informationen zufolge weder in Deutschland noch in Österreich üblich. (Claudia Otto)

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