KöLN: WEITERE IMMOBILIENRECHTLER VON PWC LEGAL ERöFFNEN EIGENE KANZLEI

Drei Anwälte des zuletzt bei PricewaterhouseCoopers Legal beschäftigten Immobilienteams haben im Juli in Köln eine Kanzlei eröffnet. Zum Gesellschafterteam von Lighthouse Legal gehört neben dem ehemaligen PwC Legal-Partner Dr. Michael Burg (43) noch Maren Beneke (34) und Henrike Bauschmann (31).

Michael Burg

Michael Burg

Mit Lighthouse Legal will das Team an seine Arbeit bei PwC Legal anknüpfen. Zusätzlich zum transaktionsbezogenen Immobilienwirtschaftsrecht für Projektentwickler und Fonds soll die Beratung von Private Clients einen Schwerpunkt bilden. Zeitnah soll das bisher ausschließlich aus den Gründungspartnern bestehende Team erweitert werden. Unter anderem ist die Einstellung von Steuerexperten für den Steuerberatungszweig Lighthouse Tax vorgesehen.

Beneke_Maren

Maren Beneke

Burg, der seine Karriere bei Linklaters begann, war Mitte 2017 mit Beneke und Bauschmann von DLA Piper zu PwC Legal gewechselt. An der Seite der ehemaligen Leiterin der Immobilienpraxis, Bettina Knipfer, verantwortete er als Equity-Partner mit seinem Team insbesondere Teile des Transaktionsgeschäfts im Immobiliensektor sowie im Energiesektor. Zu den Mandanten von Burg gehört auch die luxemburgische Investmentgesellschaft Argo Capital Partners, deren CEO Burg ist, seit er im April 2020 PwC verließ.

Henrike Bauschmann

Henrike Bauschmann

Im ersten Halbjahr 2020 hatte die PwC Legal eine Reihe von Weggängen zu verzeichnen. Der Ausstieg von Burg bei PwC Legal erfolgte zeitgleich mit dem von Knipfer, die seit Juli beim Projektentwickler ‚die developer‘ tätig ist. Zuvor hatte bereits ein Berliner Immobilienteam um Nathan Gelbart die MDP-Kanzlei in die Selbständigkeit verlassen. Über die genauen Hintergründe der Wechsel ist im Fall der Immobilienrechtler nichts bekannt.

Nach JUVE-Informationen hat PwC Legal noch keinen Nachfolger für die Leitung der dezimierten immobilienrechtlichen Beratung bestimmt. (Dennis Koch)

Drei erfahrene Strafrechtler sind Anfang Juli mit einer eigenen Kanzlei in Osnabrück an den Start gegangen. Eerke Pannenborg (38), Christian Pesenacker (35) und als of Counsel Marc Sitzer (41) haben sich zu Pannenborg & Pesenacker zusammengetan.

Eerke Pannenborg

Eerke Pannenborg

Pannenborg war rund fünf Jahre lang Associate bei der angesehenen wirtschaftsstrafrechtlichen Boutique Park in Dortmund. Dort lag sein Schwerpunkt im Arbeitsstrafrecht, wozu er unter anderem eine Gastronomiekette regelmäßig berät.

Pesenacker kommt aus der ebenfalls auf Strafrecht ausgerichteten Kanzlei Dr. Schmitz aus Stuttgart, wo er vor allem steuerstrafrechtliche Mandate übernahm und zuletzt unter der Federführung von Namenspartnerin Dr. Alexandra Schmitz unter anderem im Windreich-Verfahren verteidigte. Entsprechend werden die beiden Partner ihre Beratungsbereiche auch in der neuen Einheit aufteilen: Pannenborg will sich auch Wirtschafts-, Pesenacker auf Steuerstrafrecht konzentrieren.

Christian Pesenacker

Christian Pesenacker

Die beiden kennen sich aus Studienzeiten in Osnabrück. Über die dortige Universität kommt auch die Verbindung zum Dritten im Bunde, Sitzer, zustande. Dieser war mehrere Jahre lang bei der Kölner Boutique Verte tätig und ist heute Lehrer an der Hochschule für Polizei und Öffentliche Verwaltung NRW. Er und Pannenborg verteidigten vor einigen Jahren schon nebeneinander in einem Umsatzsteuerkarussell-Verfahren.

Die Entscheidung für den Standort Osnabrück fiel aus mehreren, auch privaten Gründen. Eine wesentliche Rolle spielte, dass in Nordwestdeutschland vergleichsweise wenige Strafrechtsexperten tätig sind, hier also durchaus Potenzial liegt. Zudem bietet die Stadt mit dem Institut für Wirtschaftsstrafrecht an der Universität ein gutes Umfeld. (Astrid Jatzkowski)

Die IT- und Datenschutzrechtlerin Nina Diercks hat Möhrle Happ Luther wieder verlassen. Nach einem halben Jahr in der MDP-Kanzlei wird die 39-Jährige ab Mitte August in eigener Kanzlei in Hamburg weitermachen – gemeinsam mit einer Associate.

Nina Diercks

Nina Diercks

Auf ihrem Blog schreibt Diercks, dass sie nach der einvernehmlichen Trennung Möhrle Happ Luther zukünftig „anlassbezogen“ zur Seite stehen wird. Darüber hinaus berät die Datenschutzexpertin auch weiterhin mit Möhrle an bestehenden Mandaten. Die im Februar zum Team hinzugestoßene Associate Ulrike Berger wird Diercks folgen.

Diercks kam bereits aus ihrer eigenen Kanzlei zu Möhrle und berät Unternehmen im IT-, Datenschutz- und angrenzendem Arbeitsrecht. Zu ihren Mandanten gehören Dax-Konzerne ebenso wie Start-ups und Verbände. Im Markt ist sie auch als Bloggerin zu IT- und Datenschutzthemen bekannt.

Möhrle Happ Luther beriet bislang bereits unter der Federführung der IP-Partner Julia Luther und Dr. Joachim Jung zu IT-Projekten und Fragen des E-Commerce. (Esra Laubach) 

Das Landgericht Berlin hat die Haftbefehle gegen Hartmut Fromm und einen weiteren Partner von Buse Heberer Fromm wieder in Kraft gesetzt. Die Haftbefehle bleiben jedoch gegen eine Kaution außer Vollzug. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, hat die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe noch erweitert und wirft den beiden außer Untreue nun auch schweren Parteiverrat vor. Fromm erklärte gegenüber JUVE, er werde sich mit weiteren juristischen Mitteln entschieden zur Wehr setzen.

Hartmut Fromm

Hartmut Fromm

Den beiden Anwälten und der ehemaligen Lebensgefährtin des Bauunternehmers und Kunstmäzens Erich Marx wird vorgeworfen, sie hätten sich Kontrolle über die Vermögensgesellschaften des 99-Jährigen verschafft. Marx war mehrere Jahre lang Mandant der Kanzlei. Im Rahmen ihrer Beratung hätten die beiden Partner auch als Geschäftsführer der Dr. Erich Marx GmbH fungiert, hieß es. Die ehemalige Lebensgefährtin W. war Geschäftsführerin eines Investmentvehikels von Marx. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass die Drei auf diese Weise Aktien im Wert von über 38 Millionen Euro verkauft und übertragen haben, zum Nutzen der Ex-Freundin.

Fromm erklärt nun auf JUVE-Anfrage, es sie für ihn nicht nachvollziehbar, dass die Staatsanwaltschaft bei seiner Verfolgung „gesetzwidrig“ mit den Anwälten der Marx-Seite kooperiere. Sowohl er als auch die übrigen Beschuldigten würden sich mit juristischen Schritten entschieden zur Wehr setzen. Er wirft der Staatsanwaltschaft außerdem vor, sie fürchte eine Aussage des 99-jährigen Marx, den sie nach wie vor nicht persönlich vernommen habe. Er will mit einer Beschwerde gegen den erneuerten Haftbefehl vorgehen.

Gegen Kaution auf freiem Fuß

Ende Juni hatte das Landgericht Berlin einen kurz zuvor erlassenen Haftbefehl wieder außer Vollzug gesetzt. Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr, hieß es damals. Nun, vier Wochen später, die Wende: Bei allen Dreien wurde der Haftbefehl wieder in Kraft gesetzt, man ermittle nun zusätzlich auch wegen des dringenden Verdachts des Parteiverrats. Allerdings müssen sie die Untersuchungshaft nicht antreten, wenn sie eine Kaution hinterlegen und Meldeauflagen erfüllen. Im Falle Fromms und der Ex-Freundin sind dies 150.000 Euro, D. muss 80.000 Euro hinterlegen.

Fromm hat wegen Geheimnisverrats selbst Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft gestellt. Sowohl die Kanzlei als auch er streiten die Vorwürfe ab und mutmaßen, die Juristen könnten in Erbschaftsstreitigkeiten von Marx‘ Kindern mit der Ex-Lebensgefährtin zwischen die Fronten geraten sein. Nach JUVE-Informationen ist ein Großteil des Vermögens von Marx bereits an die nächste Generation übertragen worden. Wie ein Sprecher Fromms Ende Juni mitteilte, sei die Übertragung der Anteile zugunsten der Ex-Lebensgefährtin nie vollzogen worden. Außerdem habe eine Anteilsverschiebung zugunsten der Frau grundsätzlich den zwischen ihr und Marx geschlossenen Erbschaftsverträge entsprochen.

Ulrich Thölke

Ulrich Thölke

Die Staatsanwaltschaft ermittelt mindestens seit Ende 2019 gegen Fromm. In diesem Zusammenhang gab es nach JUVE-Informationen Anfang Dezember einen Durchsuchungsbeschluss für die Kanzleiräume von Buse Heberer Fromm in Berlin. Damals stand auch noch Steuerhinterziehung im Fokus der Untersuchungen.

Vertreter Erich Marx
Danckert Bärlein Sättele (Berlin): Dr. Jakob Danckert, Manuel Operhalsky (Strafrecht)
KPMG Law: Dr. Ulrich Thölke (Berlin), Mark Pawlytta, Dr. Philipp Pfeiffer, Laura Everlien (alle Frankfurt)

Vertreter Hartmut Fromm
Heinichen Laudien (Berlin): Cord Heinichen (Strafrecht)

Vertreter D. 
Gentz und Partner (Berlin): Jens von Wedel

Vertreter W.
Ignor & Partner (Berlin): Prof. Dr. Dr. Alexander Ignor, Dr. Camilla Bertheau (Strafrecht)
Raue (Berlin): Dr Justus Schmidt-Ott

Alle Berater sind aus dem Markt bekannt. (Christiane Schiffer)

 

 

Zum August hat sich Bartosz Zdanowicz (39) dem Insolvenzrechtsteam von Hoffmann Liebs als Partner angeschlossen. Er kommt von der auf Restrukturierung und Sanierung spezialisierten Kanzlei Buchalik Brömmekamp, wo er als Counsel tätig war.

Bartosz Zdanowicz

Bartosz Zdanowicz

Zdanowicz ist spezialisiert auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren, Restrukturierungs- und Sanierungsberatung sowie Insolvenz- und Steuerrecht in Insolvenzverfahren. Bei Buchalik war Zdanowicz seit 2015 am Düsseldorfer Standort tätig.

Hoffmann Liebs stärkt mit dem Neuzugang das Insolvenzrechtsteam um Partner Dr. Volker Hees, das zuletzt in einer steigenden Zahl an Sanierungs- und Insolvenzmandanten involviert war. 

Erst zu Beginn des Jahres hatte sich Hoffmann Liebs mit einem Energierechtsteam von RWP verstärkt, Ende 2018 wechselte ein 9-köpfiges Team von Mütze Korsch. Mittlerweile sind rund 60 Berufsträger bei der Düsseldorfer Kanzlei tätig. Bei Buchalik arbeiten an den Standorten Düsseldorf, Berlin und Frankfurt 47 Anwälte. (Helena Hauser)

Greta Gaumert ist neue General Counsel und Chief Compliance Officer der Exporo AG, einem Fintech für Immobilieninvestitionen. Die 37-Jährige kam vom Assetmanager Aquila Capital, wo sie zuletzt Head of Legal war.

Greta Gaumert

Greta Gaumert

Gaumert begann ihre Laufbahn bei Taylor Wessing in Hamburg. 2014 wechselte sie als Legal Counsel zu Aquila und baute dort in der Folge unter anderem das spanische Rechtsteam auf. Vor etwa einem Jahr wurde sie dann Head of Legal.

Bei der Hamburger Exporo besetzt sie nun seit Juni eine in dieser Form neu geschaffene Position und übernimmt die Leitung eines insgesamt vierköpfigen Teams für Recht und Compliance. Ein Ausbau des Teams ist geplant, wird sich aber an der Unternehmensentwicklung der 2014 ins Leben gerufenen Crowdfunding-Plattform für Immobilieninvestitionen orientieren.

Exporo, inzwischen unter anderem auch in Österreich und den Niederlanden aktiv, ermöglicht privaten Anlegern, über eine digitale Plattform in Immobilienprojekte und -objekte zu investieren und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Mehr als 600 Millionen Euro Kapital von mehr als 27.000 Anlegern hat das junge Unternehmen bislang nach eigenen Angaben vermittelt. Das Unternehmen zählt – neben Bergfürst – zu den Vorreitern im Crowdinvesting.

Über die Nachfolge bei Aquila Capital gibt es keine genauen Informationen. (Astrid Jatzkowski)

  • Teilen