ATOMSTREIT MIT VATTENFALL: DEUTSCHLAND LEHNT GESAMTES ICSID-SCHIEDSGERICHT AB

Neue Wendung im langwierigen Streit zwischen Vattenfall und der Bundesregierung: In dem Schiedsverfahren um den deutschen Atomausstieg hat die Bundesrepublik nun einen Befangenheitsantrag gegen alle drei Mitglieder des ICSID-Tribunals gestellt.

Sabine Konrad

Sabine Konrad

Seit 2012 schwelt der Streit, in dem der schwedische Energieriese vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) rund 4,7 Milliarden Euro von Deutschland fordert. Die Schweden berufen sich dabei auf die internationale Energiecharta (ECT). Vattenfall geht gegen das Atomausstiegsgesetz von 2011 vor, weil der Konzern im Vertrauen auf zuvor gewährte Laufzeitverlängerung stark in seine Atomkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel investiert hatte. Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Fukushima hatte die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.

Richard Happ

Richard Happ

Mit dem am 12. November eingereichten Antrag will die Bundesregierung nun den Vorsitzenden des ICSID-Tribunals Albert Jan van den Berg aus den Niederlanden und die Mitschiedsrichter Charles Brower (USA) und Vaughan Lowe (Großbritannien) vom Verfahren abberufen lassen. Über den Antrag entscheidet nun der Präsident der Weltbank Jim Yong Kim. Er ist gehalten, innerhalb von 30 Tagen zu einer Entscheidung zu kommen.

Die genauen Gründe für den Antrag liegen im Dunkeln, beide Seiten kommentieren ihn nicht weiter. Anlass für den Schritt sind aber wohl weitere Fragen, die das Gericht am 26. Oktober an die Parteien gerichtet hat. Seit der mündlichen Verhandlung im Oktober 2016 hat das Gericht den Parteien regelmäßig Fragen gestellt.

Erst im August 2018 hatten die Richter in einem Zwischenschritt entschieden, dass das Achmea-Urteil des Europäischen Gerichtshofs dem Schiedsgericht nicht die Zuständigkeit entzieht.

Kläger Vattenfall setzt in dem Verfahren auf ein Team um den Schiedsrechtler Dr. Richard Happ von Luther. Die Inhousejuristen des Bundeswirtschaftsminsteriums, Dr. Hans-Joachim Henckel und Annette Tiemann, haben die McDermott Will & Emery-Partner Dr. Sabine Konrad und Arne Fuchs mandatiert. (Ulrike Barth)

 

Das Banking-Team bei White & Case in Frankfurt hat sich Anfang November Verstärkung geholt. Andreas Lischka ist Spezialist für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Finanzierungen und stieg bei White & Case  als Local-Partner ein. Der 35-Jährige war zuletzt als Counsel bei Hengeler Mueller tätig, ebenfalls in Frankfurt.

Andreas Lischka

Andreas Lischka

Lischka ist nun Teil des Teams von Vanessa Schürmann, das vor allem zu Unternehmensfinanzierungen berät. Dabei ist es regelmäßig auf der Seite von Banken tätig, so etwa im Juli dieses Jahres bei der Refinanzierung von Cheplapharm über insgesamt 780 Millionen Euro. Auch die Finanzierungen bei Private-Equity-Transaktionen begleiten die White & Case-Anwälte regelmäßig. Lischkas Schwerpunkte sollen auf der Beratung deutscher Mandanten bei Transaktionen, Darlehen und Anleihen liegen und die Schnittstelle zum Bankaufsichtsrecht einschließen.

Bei Hengeler Mueller startete Lischka seine Laufbahn als Anwalt 2011. Anfang 2018 stieg er zum Counsel auf. Er war immer wieder an Großprojekten beteiligt, zuletzt am milliardenschweren Börsengang der österreichischen Großbank Bawag. Auch an der Übertragung von Kreditportfolien über 50 Milliarden Euro von der Hypothekenbank Frankfurt auf die Commerzbank arbeitete Lischka 2016 mit.

Zur Banking- und Finance-Gruppe gehören bei White & Case damit aktuell vier Partner, sieben Local-Partner, drei Counsel und neun Associates. Zum Januar wird aus diesem Team Florian Ziegler zum Partner in der weltweiten Praxisgruppe Banking & Finance ernannt, er war bislang Local-Partner. Der aktuelle Co-Leiter des deutschen Teams und Partner Dr. Tom Schorling wird die Kanzlei allerdings zum Jahresende verlassen und sich eigenen Projekten widmen.

Auch Hengeler Mueller verliert im Bank- und Finanzrecht demnächst einen Partner: Dr. Ralph Defren (43) zieht sich nach mehr als 15 Jahren bei der Kanzlei zu Ende Dezember ins Privatleben zurück. Das  Banking-Team besteht dann aus zehn Partnern und zwei Counseln plus Associates. (Raphael Arnold)

Im Strafprozess um den Anlegerskandal des früheren Emissionshauses Wölbern Invest ist das Verfahren gegen einen der ursprünglich drei Angeklagten eingestellt worden: Der Prozess am Hamburger Landgericht endete damit heute für Dr. Ole Brühl, Counsel bei Bird & Bird in Hamburg, mit einer Geldauflage. Er muss 60.000 Euro an die Staatskasse zahlen. Es war der 54. Verhandlungstag in dem viel beachteten Prozess. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte den Gesellschaftsrechtler 2017 wegen Beihilfe zur Untreue und wegen Untreue angeklagt (Az. 618 KLs 1/17).

Nikolai Venn

Nikolai Venn

Das Verfahren gegen den mitangeklagten früheren Bird & Bird-Partner Frank Moerchen – der ehemalige Chef von Brühl – war bereits vor Monaten abgetrennt und wegen Moerchens Erkrankung vorläufig eingestellt worden. Allein die ersten 16 Verhandlungstage hatte sich das Gericht mit der Feststellung des Gesundheitszustandes von Moerchen befasst. Das Verfahren gegen den ebenfalls angeklagten Ex-Generalbevollmächtigten von Wölbern Invest, K., wird fortgesetzt. 

Moerchen und Brühl sollen als Berater dem früheren Chef von Wölbern Invest, Prof. Dr. Heinrich Schulte, dabei geholfen haben, 147 Millionen Euro aus Fondsvermögen abzuzweigen. Davon ging die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage aus. Schulte war bereits 2015 in einem früheren Prozess zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden und ist inzwischen Freigänger.

Von den Vorwürfen gegen den kurzzeitig sogar inhaftierten Brühl – im Raum stand immerhin ein Schaden in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe – ist am Ende nicht viel übrig geblieben. Brühl hatte die Vorwürfe stets bestritten und schon von Anfang an in seinem Strafprozesses auch zu der Sache ausgesagt. Der Vorwurf, Brühl sei nicht nur Gehilfe, sondern auch Täter gewesen, war schon seit längerem vom Tisch.

Das Gericht konnte auch nicht erkennen, dass Brühl eine Betreuungspflicht für das Vermögen der Fondsgesellschaften gehabt hatte. Zuletzt stand nur noch der Vorwurf der Beihilfe zu Untreuetaten Schultes im Raum. Auch Haupttäter Schulte hatte sich in der Hauptverhandlung ausführlich als Zeuge geäußert. Während er in seinem eigenen Verfahren allerdings noch versucht hatte, die Schuld weitgehend seinen Beratern zuzuschieben, belastete Schulte in seiner Eigenschaft als Zeuge Brühl nicht. Im Übrigen war schon lange bekannt, dass enge Beziehungen vor allem zwischen Moerchen und Schulte, weniger aber zwischen Brühl und Schulte bestanden.

Seine Entscheidung, der Verfahrenseinstellung zuzustimmen und auf ein Urteil zu verzichten, habe mehrere Gründe gehabt, erklärte Brühl gemeinsam mit seinem Verteidiger im Gespräch mit JUVE. Vor allem habe ihn die lange Dauer des seit mehr als einem Jahr laufenden Verfahrens stark belastet. Er wolle sich wieder intensiv seiner Familie und seinem Beruf und nicht einem Verfahren mit ungewisser Dauer widmen. Zudem sei nicht auszuschließen, dass die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen einen Freispruch Revision einlegen würde. Mit der jetzigen Einstellung nach Paragraph 153a Strafprozessordnung gilt zudem weiterhin die Unschuldsvermutung. Weitere Verhandlungstage waren eigentlich bis Mai nächsten Jahres terminiert.

Im Wölbern-Komplex laufen nach wie vor Schadensersatzverfahren gegen Bird & Bird sowie deren ehemalige Partnern Frank Moerchen und Thomas Demmel sowie Counsel Ole Brühl. Die Kanzlei hatte dagegen schon im Frühjahr 2016 Widerklage eingereicht.

Vertreter Ole Brühl
Freyschmidt Frings Pananis Venn (Berlin): Nikolai Venn; Associate: Sarah Diwell-Prochnow

Vertreter Ex-Generalbevollmächtigter K.
Krause & Kollegen (Berlin): Dr. Patrick Teubner
Mareike Biesold (Hamburg)

Staatsanwaltschaft Hamburg
Bernd Gies (Oberstaatsanwalt)

Landgericht Hamburg, 18. Große Strafkammer
Malte Hansen (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Schon im Juni hatte es erste Gespräche zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft über eine Einstellung des Verfahrens gegeben. Da jedoch der ursprüngliche Prozessvertreter der Staatsanwaltschaft, Heyner Heyen, wegen Krankheit ausfiel, verzögerten sich die Gespräche. In der vergangenen Woche einigte man sich dann mit dem Oberstaatsanwalt Bernd Gies, der nun das Verfahren führt, auf die Grundlagen. Gies hat auch bereits die Anklage gegen die früheren Vorstände der HSH Nordbank vertreten.

Auf Seiten der Verteidigung gab es während des Verfahrens keine Wechsel. (Astrid Jatzkowski, Christine Albert)

 

Im Patentstreit um das Schmerzmittel Targin von Mundipharma haben die Generikahersteller einen Etappensieg erzielt. Die Einspruchsabteilung des Europäischen Patentamts (EPA) hat das europäische Patent (EP 2 425 825 B9) widerrufen. Damit dürfen die einsprechenden Pharmaunternehmen ihre Generika vorläufig weiter vertreiben.

Bühler_Dirk

Dirk Bühler

Nachdem kurz vor Weihnachten 2017 eine im Sommer erlassene einstweilige Verfügung des Landgerichts München wieder aufgehoben wurde, waren verschiedene Generikahersteller mit ihren Nachahmerprodukten auf den deutschen Markt gekommen. Die EPA-Entscheidung ist nun ein weiterer Erfolg für sie im Streit um Targin. Einsprüche gegen zwei weitere Patente aus der gleichen Familie (EP 2 425 821 und EP 2 425 824) laufen noch. Um letztgenanntes Patent ist zudem ein Hauptsacheverfahren am Landgericht Düsseldorf anhängig.

Targin gehört zu den umsatzstärksten Medikamenten des Limburger Originators Mundipharma. Dementsprechend hoch ist das Interesse der Generikahersteller, den Vertrieb ihrer Produkte aufrechtzuerhalten. Auch wenn die Grundpatente für die in Targin enthaltenen Wirkstoffe Naloxon und Oxycodon schon länger abgelaufen sind, besteht für die Kombination im Verhältnis 2:1 ein Schutzrecht bis 2023. Ob Mundipharma Einspruchsbeschwerde einlegen wird, steht noch nicht fest.

Vertreter Mundipharma
Maiwald (München): Dr. Dirk Bühler, Dr. Andreas Ledl

Vertreter Krka/TAD Pharma
Hoffmann Eitle (München): Dr. Martin Bachelin

Vertreter Stada
Kernbeck (Frankfurt): Thomas Kernbeck

Vertreter Hexal und 1A Pharma
Wuesthoff & Wuesthoff (München): Jobst Wibbelmann

Vertreter Develco Pharma
Ter Meer Steinmeister & Partner (München): Bernd Aechter

Vertreter Acino Pharma
Henkel Breuer & Partner (München): Dr. Markus Breuer

Vertreter G.L. Pharma
Haffner & Keschmann (Wien): Marc Keschmann

Vertreter Glenmark Pharmaceuticals
Schlich (Littlehampton): Georg Schlich

Vertreter Teva
D Young & Co. (Holborn): Neil Nachshen

Vertreter Ethypharm
Regimbeau (Paris): Stéphanie Celaire

Europäisches Patentamt, Einspruchsabteilung
Tessa Donovan-Beermann (Vorsitzende), Joseph Gimenez Miralles, Michael Hörtner

Hintergrund: Fast alle Vertreter begleiten auch die anhängigen Einsprüche gegen die zwei weiteren Targin-Patente. Mundipharma setzt seit Jahren auf die Patentanwälte von Maiwald. Neben Bühler und Ledl ist auch die  Patentanwältin Eva Ehrlich regelmäßig bei Anmeldungen und Einsprüchen für die Mandantin tätig. Die gemischte Patentkanzlei legt traditionell einen Schwerpunkt auf die Beratung von Pharmaunternehmen, sowohl ihre Rechtsanwälte als auch die Patentanwälte sind in Pharmaprozessen sehr präsent.

Ter Meer-Partner Aechter stand hier an der Seite des Generikaherstellers Develco, der als einer der ersten Einspruch gegen das Targin-Patent erhoben hatte. Bei dem Verfügungsverfahren im Vorjahr hatte der Patentanwalt an der Seite von Taylor Wessing Hexal und 1A Pharma vertreten, die im aktuellen Streit als Vertreiber des Generikums von Develco betroffen sind. Im Einspruchsverfahren wurde nun die Münchner Patentanwaltskanzlei Wuesthoff & Wuesthoff für die beiden Generikaunternehmen tätig. Auch sie verbindet mit Hexal eine längere Mandatsbeziehung. So wurde Patentanwalt Wibbelmann zuletzt im Einspruchsverfahren um den Antibabypillen-Wirkstoff Drospirenon für das Unternehmen tätig. Krka folgte als zweite Einsprechende und mandatiert die Patentanwälte von Hoffmann Eitle, die ebenfalls seit Jahren bei Einsprüchen, aber auch bei Anmeldungen für die Mandantin tätig werden.

Unter den insgesamt zehn einsprechenden Unternehmen waren auch Generikahersteller mit Sitz in Großbritannien, Frankreich und Österreich, die sich von nationalen Patentanwälten vertreten ließen. In Großbritannien stand die auf Pharma- und Life Science-Patente spezialisierte Kanzlei Schlich an der Seite von Glenmark. Namenspartner Schlich war unter anderem einer der Einsprechenden gegen das Patent für die biochemische Methode CRISPR/Cas, das Anfang des Jahres vom EPA gekippt wurde. D Young-Patentanwalt Nachshen begleitet Teva bereits seit mehr als 20 Jahren, unter anderem bei Einsprüchen vor dem EPA, und war schon in Israel für das Pharmaunternehmen tätig. Die Pariser Patentanwaltskanzlei Regimbeau war aufseiten von Ethypharm tätig. Der Generikahersteller gehört zu den Stammmandanten von Regimbeau, die auch die noch anhängigen Einsprüche in den beiden anderen Patenten der gleichen Patentfamilie begleitet. Auch der Wiener Patentanwalt Keschmann ist seit Jahren für das in Österreich ansässige Pharmaunternehmen GL Pharma tätig. Die Kanzlei berät GL Pharma insbesondere in Einspruchs- und Nichtigkeitsverfahren sowie zusammen mit Rechtsanwälten auch in Verletzungsverfahren. (Konstanze Richter)

 

Rödl & Partner hat ihre Präsenz in der Schweiz ausgeweitet. Sie kooperiert nun mit der jungen, vierköpfigen Sozietät Barbier Habegger unter dem Namen Barbier Habegger Rödl.

Alex Barbier

Alex Barbier

Barbier Habegger hat Büros in Winterthur und Zürich und hatte bereits zuvor bei Transaktionen mit Rödl zusammengearbeitet. Im vergangenen Jahr hatten der Anwalt Alex Barbier und der ehemaligen Richter und Prozessanwalt Christian Habegger die Kanzlei aufgebaut. Barbier steuert vor allem Transaktionen und Umstrukturierungen, Habegger ist mit seiner langjährigen Richtererfahrung regelmäßig auch bei Erb- und Strafrechtsprozessen tätig. Die beiden 43-Jährigen dürften von dem internationalen Rödl-Netzwerk mit seiner Steuer- und Wirtschaftsprüfungskompetenz profitieren, während sie umgekehrt Rödl-Mandanten in Prozessen vor verschiedenen Schweizer Gerichten vertreten können.

Christian Habegger

Christian Habegger

Rödl ist bereits seit 2007 in der Schweiz mit interdisziplinären Teams aktiv und daher auch regelmäßig mit grenzüberschreitenden Transaktionen befasst. Die Geschäfte führt Wolfgang Kraus.

Zu Rödls Mandanten zählen beispielsweise der Energiekonzern BWK mit Sitz in Bern und die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Ufenau Capital. Die westfälische Beteiligungsgesellschaft Ruthmann erwarb mithilfe von Rödl im vergangenen Jahr den Schweizer Arbeitsbühnenhersteller Hubitec.

Ungebremste Expansion

Ende Oktober gab Rödl auch die Eröffnung eines Standortes in Hanoi bekannt. Das Büro in der vietnamesischen Hauptstadt zählt sechs Mitarbeiter und wird von Jan-Volkert Schmitz geleitet. In Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams arbeitet bereits ein rund 40-köpfiges Rödl-Team. (Sonja Behrens)

Der Softwarekonzern SAP setzt zum nächsten Großeinkauf in den USA an: Er will für acht Milliarden Dollar (rund 7,1 Milliarden Euro) Qualtrics International erwerben. Das Unternehmen wertet das Onlineverhalten von Internetnutzern aus. Der Deal fand schon die Zustimmung der Gremien beider Unternehmen, nun muss er noch von den Behörden genehmigt werden.

Jochen Scholten

Jochen Scholten

Die vor 16 Jahre gegründete Qualtrics International stand kurz vor ihrem Börsengang, als die Übernahme-Offerte aus Deutschland bekannt gemacht wurde. Die US-Firma wird als Pionierin im Experience Management (XM) bezeichnet, welches Kunden-, Marken- und Produktfeedback auswertet. SAP baut mit dem Zukauf auch auf die Erlebnisdaten und das Customer Relationship Management (CRM) von Qualtrics. Der Umsatz soll in diesem Jahr die 400-Millionen-Dollar-Marke (354 Millionen Euro) knacken.

SAP hatte im April bereits die zwei Milliarden Euro schwere öffentliche Übernahme des amerikanischen Cloud-Anbieters Callidus abgeschlossen. Die QualtricsAkquisition soll im ersten Halbjahr 2019 finalisiert werden und wird untermauert von einem Sieben-Milliarden-Euro-Kredit. Dieser wird von JPMorgan arrangiert.

Inhouse Recht (Walldorf): Jochen Scholten (General Counsel Global Legal), Dr. Michael Plötner (Head of Corporate Law and Capital Markt Law), Dr. Daniela Leyh (Senior Legal Counsel), Anette Kirnberger (Finance), Freek Stähr (COO Business Innovation & IT) – aus dem Markt bekannt
Jones Day: Daniel Mitz (Palo Alto), Randi Lesnick (New York; beide M&A; beide Federführung), Cassie Arney, Dean  Bachus (beide Chicago), Rick Bergstrom (San Diego; alle drei Arbeitsrecht), Lisa Cirando (Versicherungsrecht; New York), Andrew Eisenberg, Ross Poulsen (beide Steuerrecht), Laura Fraedrich (Regulierung; alle drei Washington), Jörg Hladjk (Brüssel), Todd McClelland (Atlanta), Jeffrey Rabkin (San Francisco; alle drei Datenschutz/IT ), Dr. Karsten Müller-Eising (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Elizabeth Oberle-Robertson (London), Ansgar Rempp (Düsseldorf; beide M&A), Brian Selden (Gewerblicher Rechtsschutz; Silicon Valley), Dr. Undine von Diemar (Datenschutz;München), Craig Waldman (San Francisco), Philipp Werner (Brüssel), Dr. Johannes Willheim (Frankfurt), Michael Gleason (Washington; alle Kartellrecht); Associates: Aarthi Belani (Silicon Valley), Bobby Cardone (Dallas), Mariana de Vita, Michael Zaslow (beide New York; alle M&A), Danielle Devlin (IP; Silicon Valley), Frances Forte (Datenschutz/IT; Atlanta), Francesca Dickson (Steuerrecht), Katherine Donaldson (Bank- und Finanzrecht; New York), Tyler Harris (Immobilienrecht; Dallas), Georgina Herring (Gewerblicher Rechtsschutz; Silicon Valley), Chase Kaniecki (Regulierung; Washington), Katherine Kargl (Chicago), Nora Tillmanns (Los Angeles; beide Arbeitsrecht), Ka-on Li (Gewerblicher Rechtsschutz; Silicon Valley), Eva Monard (Brüssel), Jane Murphy (Chicago), LindseyNelson, Diego  Ortega (beide Washington; alle Regulierung), Tanja Neumann, Sebastian Reiter (beide Kartellrecht; beide Frankfurt)
Allen & Overy (Frankfurt)  Thomas Neubaum, Dr. Mark Hallett; Associate: Louisa Drewniok (alle Bank- und Finanzrecht)

Berater Qualtrics International
Goodwin Procter (Redwood City): Anthony McCusker (IT/Corporate), Lawrence Chu (Corporate), Mike Russell (Gesundheitsrecht), Alessandra Simons (M&A), Kelsey Lemaster (Steuern; beide San Francsico), Kevin Lam (IP), Lynda Galligan (Arbeitsrecht), Sarah Bock (Corporate; Boston), Paul Jin (Kartellrecht; Washington), Jacqueline Klosek (IP), Todd Hahn (beide New York), Kirby Lewis, Jacob Osborn (beide Washington), Ai Tajima ( Boston; alle Litigation); Associates: Matt McCoy, Elizabeth Telefus (beide IT), Kristen Gerber (Boston), John Casnocha, Ava Vilhauer (beide San Francisco), John Horton (alle Corporate), Yifan Yang (Boston; IT),  Alexander Plaum (Steuern), Victor Wang, Ben Horwitz (beide IT), Alexandra Denniston (Boston), Elizabeth Chang (beide Arbeitsrecht), Sarah Tauman (Litigation; New York)

Berater JPMorgan
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Johannes Tieves; Associate: Dominik Stolz (beide Finanzierung)

Hintergrund: Die Rechtsabteilung von SAP wird seit Anfang 2017 von General Counsel Scholten geführt, der zuvor bereits mehrere Jahre das Team IT & Commercial innerhalb der Rechtsabteilung leitete. Seit über 15 Jahren ist auch Michael Plötner mit an Bord, der Leiter Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht des Dax-Konzerns.

Jones Day hatte das Softwareunternehmen beispielsweise schon 2012 beim Kauf des Cloud-Anbieter Ariba unterstützt. Genauso ein Jahr später beim Kauf der Schweizer E-Commerce-Anbieters Hybris. 2014 steuerte die Kanzlei die bislang größte Übernahme, den 6,5 Milliarden Euro schweren Ankauf des US-Softwareanbieters Concur Technologies. Nun hat sie die Vereinbarung zur beabsichtigten Übernahme aller von Qualtrics ausgegebenen Aktien mit ausgehandelt und wird auch die Umsetzung der angekündigten Transaktion begleiten.

Während die Steuerstruktur mithilfe von Jones Day aufgesetzt wird, ist für die Tax Due Diligence nach JUVE-Informationen PricewaterhouseCoopers zuständig.

Allen & Overy ist eine langjährige Beraterin in Finanzierungsfragen und flankiert als solche regelmäßig die Zukäufe von SAP.

JPMorgan hatte schon 2014 auf Hengeler Mueller-Partner Tieves gesetzt, als der niedersächsische Dufthersteller Symrise von der US-Bank die Finanzierung erhielt für die 1,3 Milliarden Euro schwere Übernahme der französischen Wettbewerberin Diana.

Goodwin Procter ist für ihr Know-how im Tech- und IT-Sektor bekannt. Geleitet wird das Team von Anthony McCusker, dem Co-Leiter ihrer Technologiepraxis. (Sonja Behrens)

 

  • Teilen