RECHERCHEKRITERIEN

Das JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien in seiner 16. Auflage ist das einzige seiner Art, das vom Kölner JUVE Verlag für den deutschen Markt publiziert wird. Hier können Sie sich umfassend und qualifiziert über das Dienstleistungsangebot von mehr als 800 Kanzleien im Wirtschaftsrecht informieren, verbunden mit einer Bewertung (in Texten und Rankings).

Das Handbuch wird von einer unabhängigen Redaktion recherchiert und geschrieben, die außerdem für ihre Berichte und Analysen zum Rechtsmarkt in der monatlichen Zeitschrift JUVE Rechtsmarkt bekannt ist. Das Referenzwerk, das jährlich aktualisiert und erweitert wird, ist v.a. für Mandanten, aber auch für Rechtsanwälte bestimmt und soll dazu beitragen, den zunehmend reicheren und unübersichtlicheren Markt anwaltlicher Dienstleistungen für Wirtschaftsunternehmen transparenter zu machen.

 

Benutzerhinweise

Das JUVE Handbuch ist in unterschiedliche Rubriken aufgeteilt:

1. Nationaler Überblick: Analyse des Marktes bundesweit und international tätiger Kanzleien.

2. Regionen: Stammsitz oder wichtige Büros der Kanzleien. Hier geht es um diejenigen Kanzleien, die in ihrer Region die maßgeblichen und tonangebenden Unternehmen in den für sie wichtigen Fragen betreuen. Die Darstellung der Großkanzleien ist an dieser Stelle weniger ausführlich, da die Organisationsstrukturen dort meist eher anhand von Praxisgruppen als an regionalen Standorten ausgerichtet sind. Entsprechend finden sich die relevanten Informationen in den Fachgebietstexten. Eine Gesamtwürdigung der Kanzlei findet sich außerdem im Kapitel ‚Nationaler Überblick’.

3. Rechtsgebiete: Alphabetisch geordnete Kapitel, in denen bundesweit Kanzleien und Anwälte mit besonderem Ruf und Bekanntheit im jeweiligen Gebiet vorgestellt werden.

4. Kanzlei des Jahres: Die JUVE Redaktion zeichnet jedes Jahr Kanzleien aus, die im Laufe der Recherche für das JUVE Handbuch in einem bestimmten Rechtsgebiet oder in einer bestimmten Region im Laufe des Jahres besonders auf sich aufmerksam gemacht haben. Sie werden mit einer Laudatio im JUVE Handbuch gewürdigt.

17 Kategorien hebt die JUVE Redaktion besonders hervor. Hier werden zunächst fünf Nominierte bekanntgegeben. Die Preisträger werden im Rahmen einer festlichen Preisverleihung, der JUVE Awards, bekanntgegeben und erhalten ihre Auszeichnung auf der Bühne.

Diese festliche Galaveranstaltung findet regelmäßig kurz vor Erscheinen des JUVE Handbuchs statt. Neben Auszeichnungen für fachliche Leistungen werden in drei übergreifenden Kategorien über einzelne Rechtsgebiete hinausgehende, die Entwicklung der Kanzleien und insbesondere ihre Managementleistungen gewürdigt. Außerdem würdigt die Redaktion mit drei verschiedenen Preisen die Leistungen von Rechtsabteilungen.

 

So recherchiert das JUVE-Team:

Im Rahmen der Recherche für die vorliegende Ausgabe hat die Redaktion im vergangenen Jahr Anwälte unter Einschluss von BGH-Anwälten, Mandanten und vereinzelt auch juristische Akademiker und Richter befragt, um deren Wahrnehmung und Einschätzung des Marktes und bestimmter Kanzleien zu ermitteln. Im Einzelnen hat die Redaktion mit den beteiligten Verkehrskreisen im Zeitraum zwischen Juli 2012 und Juli 2013 Gespräche in folgendem Umfang geführt:

 

• 6.157 Gespräche oder schriftliche Interviews mit Anwälten in 921 deutschen und internationalen Kanzleien in Deutschland;

• über 1.700 Gespräche mit Kanzleien im Ausland (insbes.: Belgien, Österreich, Großbritannien, Niederland, Schweiz – außerdem: Spanien, Polen, Indien)

• Knapp 2.700 Einzelempfehlungen für Kanzleien oder Rechtsanwälte aus Gesprächen oder schriftlichen Interviews mit Mandanten (v.a. Unternehmen ab EUR 30 Mio. Jahresumsatz, Finanzinstitute, Verbände, öffentliche Hand).

 

Der Akzent der Recherche liegt deutlich auf der persönlichen Befragung der Gesprächspartner in Interviews vor Ort oder Telefonaten. Die JUVE-Redaktion ist überzeugt, auf dem Wege persönlicher Interviews mit der Möglichkeit gezielter Nachfrage verlässlichere Ergebnisse zu erhalten als im Wege der Versendung standardisierter Fragebögen. Dennoch hat sie, um eine breit angelegte Recherche zu ermöglichen, auch Fragebögen versandt. Deren Ergebnisse sind ebenfalls mit in die Texte und Ranking-Tabellen eingeflossen.

 

• 1.477 Personen in 1.297 Anwaltskanzleien wurden gebeten,die Fragebögen ausgefüllt zurückzuschicken. Bis Redaktionsschluss

wurden von 846 Kanzleien 3.859 Fragebögen zu unterschiedlichen Themen eingesandt;

• 22.579 Fragebögen wurden an Mandanten geschickt, von denen der JUVE-Redaktion 589 Fragebögen teils anonym, teils mit Angaben zum Unternehmen zurückgesandt wurden.

Aussagen von Mandanten sind von besonderer Bedeutung für die Beurteilung der Kanzleien in den verschiedenen Kapiteln. Die in den Texten über einzelne Kanzleien und Anwälte verwendeten Zitate von Mandanten (und Wettbewerbern) wurden exemplarisch aus einer Reihe von Aussagen ausgewählt. Insgesamt lagen der JUVE-Redaktion für den Berichtszeitraum konkrete Empfehlungen bzw. Kritiken von rund 670 Mandanten zur Arbeit einzelner Anwälte vor.

 

Die Redaktion hat größte Sorgfalt auf die genaue Auswertung der uns zur Verfügung gestellten Informationen gelegt, kann jedoch keine Verantwortung für die Qualität von Empfehlungen oder für fehlende Erwähnungen übernehmen. Die Darstellung zu den ausgewählten Kanzleien stellt keine Werbung dar und ist nicht käuflich.

Im Einführungstext am Anfang der Kapitel werden die Markttrends innerhalb der ausgewählten Regionen oder Rechtsbereiche analysiert. Die Kanzleien, die laut unserer Recherche eine besondere Reputation genießen, werden jeweils im Anschluss in einer Rangfolge aufgelistet, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Beim Klick auf die einzelnen Kanzleinamen werden die Aktivitäten dieser in den jeweiligen Regionen oder Rechtsbereichen erläutert und analysiert.

Kanzleienrankings/-tabellen

Die „beste deutsche Wirtschaftskanzlei“ gibt es nicht. Die Annahme, es könne so etwas wie ein objektives Vergleichskriterium zur Beurteilung von Anwaltskanzleien geben, wäre völlig verfehlt. Kanzleien bieten nicht wie Konsumgüter objektive Merkmale hinsichtlich ihrer Qualität; sie sind vielmehr Dienstleister, deren Tätigkeit von Mandanten ebenso subjektiv bewertet wird wie von Fachkollegen.

Die JUVE Kanzleientabellen verfolgen deshalb nur ein Ziel: Sie versuchen wiederzugeben, wie Mandanten und Anwälte über den Markt sprechen und denken. Sie bezeichnen bestimmte Kanzleien als ‚führend’ oder stufen sie ‚über’ anderen ein. Solche Äußerungen stellen lediglich subjektive Meinungen dar. Die JUVE Kanzleienrankings sind daher eine Art grafischer Wiedergabe solcher subjektiven Einschätzungen einer Vielzahl von Mandanten, Anwälten und Akademikern aus dem In- und Ausland.

Die Redaktion hat sich das Ziel gesetzt, die gesammelten Eindrücke zum Ruf einer Kanzlei im Rechtsmarkt so genau wie möglich wiederzugeben, die große Breite und Tiefe der Recherche ist dabei das wichtigste Instrument. Letztlich ist jedoch auch die Übersetzung der Fülle von Einschätzungen in eine Tabelle ein subjektiver Prozess. Der Leser sollte daher stets auch die entsprechenden Kanzleitexte zu den Rankings berücksichtigen.

Die Kapitel Nationaler Überblick und Regionen versuchen in einer Zusammenfassung der Marktrecherche zu den einzelnen Fachgebieten wiederzugeben, wie die Kanzleien insgesamt im Markt sowohl von Mandanten als auch Anwälten wahrgenommen werden. Die Faktoren, die bei solchen subjektiven Einschätzungen der Gesamtreputation einer Kanzlei eine Rolle spielen ändern sich in dem Maße, wie die Anforderungen der Unternehmen an ihre Berater sich wandeln. In über 10 Jahren seit dem ersten Erscheinen des JUVE Handbuchs sind folgende Bereiche – für mittelständische Unternehmen ebenso wie für Konzerne – wichtiger geworden:

Aktuelles Finanzierungs- und Transaktions-Know-how
Die Fähigkeit auf hohem Niveau in grenzüberschreitenden Sachverhalten zu beraten. Ausrichtung von Kanzleimanagement und -struktur auf ein höheres Maß an Spezialisierung, und gleichzeitig stärkere Koordination der einzelnen Spezialisierungen unter den Anwälten.

Die gesellschaftsrechtliche Praxis
Dieser Bereich ist i.d.R. besonders prestigeträchtig und bestimmt den Gesamtruf einer Kanzlei deutlich mit. Kanzleien, die vorwiegend auf (einzelne) andere Rechtsbereiche spezialisiert sind, sind im JUVE Handbuch desh alb ausschließlich unter den jeweiligen Rechtsgebieten aufgeführt.

Entwicklungsgeschichte
Die Entwicklungsgeschichte einer Kanzlei und die Qualität des Mandantenstamms: d.h. welche Unternehmen (Branchen, Größe, Bedeutung) bei wie komplexen Rechtsfragen und in welchen Größenordnungen von einer Kanzlei betreut werden.

Umfassende Betreuung
Obwohl dem Gesellschaftsrecht eine prominente Rolle zukommt, ist auch die Breite des geleisteten Tätigkeitsspektrums von Bedeutung. Deshalb werden Kanzleien, die zugleich Kapazitäten in zentralen Gebieten wie dem Kapitalmarktrecht, Private Equity, Steuerrecht oder Arbeitsrecht aufgebaut haben, in der Regel höher eingestuft als Praxen, die hauptsächlich über eine herausragende gesellschaftsrechtliche Praxis verfügen.

Stabile und funktionierende internationale Kontakte
Bei der zunehmenden Globalisierung der wirtschaftlichen Beziehungen ist es entscheidend, ob und in welchen Formen eine Kanzlei darauf reagiert hat, ob sie regelmäßige Mandatsverbindungen zu ausländischen Unternehmen, Finanzinvestoren und Partnerkanzleien aufbaut und pflegt.

Teamarbeit und gegenseitige Ergänzung der Spezialisten in einer Kanzlei
Kanzleien, die hier Synergien zugunsten ihrer Mandanten gewinnen können, sind für gewöhnlich höher angesehen als Kanzleien, deren Tätigkeitsfelder in keinem Zusammenhang zueinander stehen.

Durchgehender Qualitätsstandard
Manche Kanzleien vermitteln dem Beobachter den Eindruck eines auffallend gleichmäßig hohen Qualitätsstandards in allen bearbeiteten Tätigkeitsbereichen und genießen bei Mandanten und Kollegen ein entsprechendes Renommee.

Die Zahl der in ihrem Rechtsgebiet als herausragende Praktiker geschätzten Anwälte in einer Sozietät.

Qualität der Dienstleistung
Es bestehen bei Kanzleien spürbare und am Markt wahrgenommene Unterschiede in der Schnelligkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und vorausschauenden Organisation bei der Bearbeitung von Vorgängen.

Die strategische Vorausplanung
Inwieweit eine Kanzlei Trends auf dem Rechtsmarkt prägt bzw. realisiert und im Zuge einer Zukunftsplanung umsetzt.

Die Kanzleikultur
Hier ist die (auch nach außen repräsentierte) Haltung angesprochen, durch die Anwälte einer Kanzlei deren Gesamtkonzept und Philosophie vermitteln und gemeinsam vertreten. Dazu gehört auch eine ausgewogene Alterspyramide und Strukturen, in denen auch junge Anwälte gefördert werden und die Chance bekommen, sich in Mandaten selbstverantwortlich zu profilieren. Nur so wird eine Kanzlei dauerhaft die besten Anwälte gewinnen und halten.

 

Hinter den Kanzleinamen in den Rankingtabellen sind ein oder mehrere Kanzleistandorte gelistet, in denen das betreffende Rechtsgebiet einen Schwerpunkt bildet. Dabei soll nicht impliziert werden, dass die Kanzlei das Gebiet an anderen Standorten nicht abdeckt.

Die einzelnen Teile der Kanzleibesprechung in den Kapiteln:

 

• Die Bewertung bezieht sich auf den Ruf einer Kanzlei bzw. Praxis. Hier werden außerdem typische Merkmale der Praxen und evtl. aktuelle Entwicklungen beschrieben.

Stärken in einem Rechtsgebiet/regionalen Büro werden zusätzlich hervorgehoben.

• Unter dem Stichwort Entwicklungsmöglichkeiten wird z.B. auf das Potenzial eines Arbeitsbereichs Bezug genommen oder auf die Lücken oder Herausforderungen hingewiesen.

• Von Mandanten, Wettbewerbern und anderen Marktteilnehmern besonders häufig empfohlene Anwälte in einem bestimmten Rechtsgebiet bzw. einer Region werden in dieser Rubrik namentlich gelistet.

• Die Beschreibung der Kanzleitätigkeit bezieht sich auf die Aktivitäten der Kanzlei im vergangenen Jahr bzw. ihre laufende Arbeit im jeweiligen Rechtsgebiet/regionalen Büro. Bei den Anwaltszahlen handelt es sich um Angaben der Kanzleien dazu, wie viele Anwälte zu mindestens ca. 50% in einem jeweiligen Gebiet tätig sind (Rechtsgebietskapitel). Leider ist es nicht gelungen, die Zahlen von allen Kanzleien zu erhalten.

• Jeder Kanzleitext enthält die Rubrik Mandate. Die JUVE Redaktion hat die Kanzleien gebeten, hierfür konkrete Referenzmandate (nach Absprache mit den Mandanten) namentlich zu nennen oder in umschriebener Form mitzuteilen. Wenn der Redaktion keine Mandate genannt wurden, ist dies mit den Worten „Keine Nennungen“ vermerkt. In manchen Fällen stammen die Informationen nicht von den Kanzleien selbst, sondern waren öffentlich zugänglich (z.B. Tagespresse, öffentliche Gerichtsverhandlung, Internet, Mandantenauskünfte).

Im Anschluss an die Kanzlei-Rankings finden Sie in manchen Kapiteln eine Tabelle mit weiteren renommierten Kanzleien bzw. Anwälten, die im jeweiligen Rechtsgebiet vorwiegend regional, als vielversprechend oder wegen einer besonderen Spezialisierung hervorgehoben wurden, und mit einem Kurzeintrag vorgestellt werden.

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