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EDITORIAL JANUAR/FEBRUAR

Facettenreich

Juve Verlag

Jörn Poppelbaum und Geertje de Sousa

Kulturhauptstadt Europas, Menschenrechtsstadt, Trägerin des Europapreises, Unesco-Weltkulturerbe, Unesco City of Design – Graz hat viele Facetten. Nach unserer Recherche des Wirtschaftskanzleimarkts fügen wir eine weitere hinzu: Spätzünder. Denn erst seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs spielen Graz und die Steiermark als Wirtschaftsregion eine Rolle. Entsprechend spät entwickelte sich auch der Anwaltsmarkt. Ein Ergebnis: Mehr als zwei große Wirtschaftskanzleien haben dort keinen Platz. Und auch für sie wird es eng. Wachstumspotenzial bietet vielmehr die Expansion in neue Geschäftsfelder.

Ein Bereich, in dem viele Grazer Anwälte bereits seit Langem zu Hause sind, ist die rechtliche Beratung von zum Teil komplexen Unternehmenskrisen. Gerade in Insolvenzverwaltung und Schuldnervertretung stellt die Region mit Dr. Alexander Isola und Dr. Norbert Scherbaum zwei auch bundesweit bekannte Köpfe. Beratend werden viele Kanzleien jedoch häufig schon in der Krise tätig. Daher haben wir zur Bewertung der juristischen Beraterlandschaft neben der Kategorie Insolvenz ein weiteres JUVE Ranking für den Bereich Restrukturierung erstellt. Hier stehen die Kanzleien im Fokus, die für das Krisenunternehmen selbst, deren Eigentümer oder die Banken beziehungsweise alternative Finanzierer tätig werden.

Für die meisten ist das Gebiet eine Querschnittsmaterie – eine eigene strategische Entwicklung ist nur vereinzelt und in Ansätzen zu erkennen. Insgesamt wird jedoch deutlich: Finanzierungsthemen werden auch bei Restrukturierungen immer wichtiger. So wundert es nicht, dass mit Freshfields Bruckhaus Deringer und Schönherr zwei Kanzleien, die über exzellente Bankenpraxen verfügen, auch im Restrukturierungsranking ganz vorne dabei sind. Nicht zuletzt punkten sie mit ihrer internationalen Aufstellung.

Ihnen ist auch der Transatlantische Graben gut bekannt, der sich durch die M&A-Vertragswelt zieht. Lesen Sie, warum die angelsächsische M&A-Vertragsform auch hierzulande zum Standard wurde und welche typischen Probleme bei Transaktionen in Mittel- und Südosteuropa zwischen Signing und Closing auftauchen können.

Viel Spaß bei der Lektüre und bleiben Sie uns auch 2014 gewogen,

das wünschen

Geertje de Sousa
(geertje.desousa@juve-verlag.at)

Jörn Poppelbaum
(joern.poppelbaum@juve-verlag.at)

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