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EDITORIAL JäNNER/FEBRUAR 2016

Das Goldene Dachl

 

Juve Verlag

Jörn Poppelbaum und Claudia Otto

… ist zwar das Wahrzeichen von Innsbruck. Doch von einem Goldenen Dachl kann man auch in Bezug auf die Wirtschaftskanzleien von Westösterreich sprechen. Ihnen geht es gut – auch, weil die Region zwar eine hohe Anwaltsdichte aufweist, die Zahl der echten Wirtschaftskanzleien aber sehr überschaubar ist.

Welche Kanzleien in Innsbruck sowie in Dornbirn oder Bregenz den Ton angeben, haben wir ab Seite 12 für Sie recherchiert (Mehr als Skifahren). Dabei ist eines auffällig: Die Kanzleien der Region haben untereinander praktisch keine Berührungspunkte, sie arbeiten nicht zusammen. Jeweiliger Anknüpfungspunkt für sie sind eher Wiener Kollegen.

Doch während in Tirol und Vorarlberg die Wirtschaft brummt und die Bundesländer laut Gläubigerverband KSV1870 den größten Rückgang bei der Zahl der Unternehmenspleiten in ganz Österreich verzeichnen, ergibt sich in Wien das gegenteilige Bild: Einem Minus von knapp 30 Prozent in Tirol und gar den wenigsten Unternehmensinsolvenzen in Vorarlberg seit 1991 steht in Wien ein Plus der Pleiten gegenüber. Das ist nur auf den ersten Blick gut für Wiener Insolvenzverwalter und Berater. Denn die Qualität der Pleiteunternehmen ist in den industriell geprägten Bundesländern wie Oberösterreich und der Steiermark am besten, der Zielpunkt-Konkurs (angemeldet in Wien) eine Ausnahme-Insolvenz. Dementsprechend fanden 2015 überdurchschnittlich viele Großinsolvenzen in den Industrieländern ihren Niederschlag (siehe Rankings & Analysen, ab Seite 28).

Das Goldene Dachl ist Österreich übrigens auch, was den Datenschutz angeht. Oder wie es ein Anwalt formuliert: „Das Datenschutzrecht in Österreich ist das schärfste, das es in Europa gibt.“ Während man hier also getrost von einem sicheren Hafen für Daten sprechen kann, ist das in den USA nicht der Fall. Das hat auch der EuGH erkannt und das Safe-Harbor-Abkommen im Oktober 2015 gekippt. Was das für europäische Unternehmen im Allgemeinen und österreichische im Besonderen bedeutet, haben wir für Sie in dem Beitrag Kein Land in Sicht (ab Seite 22) zusammengetragen.

In eigener Sache: Das JUVE-Österreich-Team verändert sich weiter. Catrin Behlau, bislang stellvertretende Redaktionsleiterin für Österreich, hat JUVE zum Jahreswechsel verlassen und sich einer neuen Herausforderung gewidmet. Ab sofort berichtet das Kernteam aus Claudia Otto und Jörn Poppelbaum sowie seit Anfang 2016 Raphael Arnold über das Geschehen im österreichischen Rechtsmarkt.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünschen Ihnen

Jörn Poppelbaum
(joern.poppelbaum@juve-verlag.at)

Claudia Otto
(claudia.otto@juve-verlag.at)

 

 

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