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EDITORIAL JULI/AUGUST 2016

Fordschritt

Juve Verlag

Claudia Otto, Jörn Poppelbaum, Raphael Arnold

Henry Ford legte vor über 100 Jahren mit der Fließbandproduktion von Automobilen den Grundstein des heutigen US-Autokonzerns. Er verringerte die Bauzeit der Modelle und erhöhte die Stückzahl. Nebenbei krempelte er die Arbeitswelt um: Die neue Methode stellte Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Chancen und Herausforderungen.

Was Ford damals war, sind heute Internet- und Telekomtechnologien. Leverton ist ein solches Werkzeug, das Inhousejuristen von Immobilienunternehmen entzückt und die Anwaltschaft herausfordert. Im Artikel Die Zeichen der Zeit (ab Seite 20) gehen wir der Frage nach, warum die Software den deutschen Beratermarkt spaltet und worauf sich die Szene Österreich gefasst machen muss.

IT-Anwendungen lassen auch die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben auf breiter Basis verschwimmen, nicht nur für Selbständige und Topverdiener. Das Arbeitsrecht hinkt mit entsprechenden Regelungen der Realität hinterher. Oft behelfen sich Firmen und Dienstnehmer individual- oder kollektivvertraglich. Welche Kanzleien im österreichischen Arbeitsrecht eine Vorreiterrolle spielen, haben wir für Sie ab Seite 26 recherchiert (Rankings & Analysen).

Der Arbeitslosigkeit ist dagegen juristisch kaum beizukommen, die österreichweite Quote blieb mit 8,1 Prozent fast unverändert. Auch der Ausblick von rund 500 Personalentscheidern ist nach einer repräsentativen Studie von Makam Research verhalten: Zwei Drittel von ihnen planen in diesem Jahr keine Neueinstellungen. Innovative Firmen sind deshalb ein Element, das die Politik stärken möchte, um neue Jobs zu schaffen. Welche Chance für Champions und ihre juristischen Berater sich daraus ergibt, betrachten wir ab Seite 12.

Auch Gründern wie Henry Ford unterliefen übrigens Fehler: Der Erfinder schraubte in seiner Werkstatt in Detroit das erste selbstfahrende ‚Quadricycle‘ zusammen. Als er fertig war, stellte der Tüftler fest: Es passt nicht durch die Tür. Also riss er die Wand ein.

Eine einsichtsreiche Lektüre wünschen

Claudia Otto
(claudia.otto@juve-verlag.at)

Jörn Poppelbaum
(joern.poppelbaum@juve-verlag.at)

Raphael Arnold
(raphael.arnold@juve-verlag.at)

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