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EDITORIAL MäRZ/APRIL 2016

Lawinengefahr

 

Juve Verlag

Claudia Otto, Jörn Poppelbaum, Raphael Arnold

Bergführer achten bei Skitouren auf das Gelände, behalten die Wetterlage im Blick und graben gezielt die Schneeschichten auf, um die Gefahr einer Lawine zu verringern. Ein geregeltes Vorgehen, um die Gruppe im winterlichen Gebirge zu schützen. Compliance besteht ebenfalls aus systematischen Schritten, die ein Unternehmen vor Unbill bewahren sollen. Im Zweifelsfall vor einer Lawine an Prozessen.

Für Schutz steht in der Heraldik unter anderem das Giebelkreuz, das die Raiffeisen Zentralbank und ihre Tochtergesellschaft Raiffeisen Bank International als Logo führen. Aus Sicht des seit gut einem Jahr amtierenden Compliance-Chefs von RZB und RBI gilt: Gefahr ist immer dort, wo Geschäft gemacht wird. Deshalb muss Compliance genau an dem Punkt einsetzen: im operativen Geschäft. Wie die beiden Institute seit Ende 2014 ihre gemeinsamen Complianceund Rechtsabteilungen neu aufgestellt haben, beleuchtet der Beitrag Angriff ist die beste Verteidigung ab Seite 22.

Ein Teil des juristischen Schutzschildes der Banken ist die eigene Rechtsabteilung. Für andere Aufgaben ziehen die Institute Kanzleien hinzu. Wie die wichtigen österreichischen Sozietäten im Bank- und Kapitalmarktrecht aufgestellt sind, haben wir für Sie auf den Seiten 30 bis 46 zusammengestellt.

In der Ukraine gilt es für ausländische Firmen seit vielen Monaten, ihre Investitionen zu schützen und Schaden von den Muttergesellschaften abzuwenden. Diese Erfahrung machen seit knapp zwei Jahren auch internationale Kanzleien in dem zuvor boomenden Land: Teils schlossen sie ihre lokalen Ableger, teils entließen sie die Einheiten in die Eigenständigkeit, teils krempelten sie sie personell um. In gewisser Weise entwickelten sie sich Vom Goldgräber zum Totengräber. Ab Seite 12 zeigen wir auf, wie österreichische und andere ausländische Kanzleien mit der staatlichen und wirtschaftlichen Krise umgingen und welche Aussichten Sozietäten haben, die weiter zwischen Karpaten und Krim tätig sind – trotz der unversöhnlichen Fronten im Osten des Landes.

In eigener Sache: Zum Jänner hat der Fachverlag NWB aus dem nordrhein-westfälischen Herne den JUVE Verlag übernommen. Gemeinsam mit NWB will JUVE seine marktführenden wirtschaftsjournalistischen Produkte im Bereich des deutschen und österreichischen Anwaltsmarktes ausbauen. Damit aus Informationsschnipseln keine Lawine wird, sondern verwertbares Wissen. Eine einsichtsreiche Lektüre wünschen Ihnen

Claudia Otto
(claudia.otto@juve-verlag.at)

Jörn Poppelbaum
(joern.poppelbaum@juve-verlag.at)

Raphael Arnold
(raphael.arnold@juve-verlag.at)

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