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EDITORIAL JULI/AUGUST 2018

Raus aufs Land

Auch wenn es manchmal so scheinen mag: Österreich ist nicht gleich Wien. Abseits der Hauptstadt, in den direkt angrenzenden Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, haben Wirtschaftsanwälte ebenfalls genug zu tun. Mit einer Ausnahme konzen­trieren sich die niederösterreichischen Kanzleien dabei auf das regionale ­Geschäft – und gehen damit dem ­Konkurrenzkampf mit den Wiener Platzhirschen ein Stück weit aus
dem Weg. Und auch im Burgenland, dem mit Abstand kleinsten Anwaltsmarkt der Republik, gilt bei Juristen wie Mandanten der Leitspruch: Wien, nein danke. 

Was man ebenfalls nicht unbedingt annimmt: Selbst bei der Vergabe von heiklen Mandaten gibt es ­einen finanziellen Spielraum, den Unternehmensjuristen ausreizen können. Verhandlungsprofi Matthias Schranner erklärt, wie sich bei ­Preisverhandlungen mit Kanzleien das Beste herausholen lässt. Und da kann selbst Donald Trump noch etwas ­lernen: Denn das Geheimnis eines ­guten Deals liegt unter anderem darin, den Erfolg nicht für sich selbst zu ­reklamieren, sondern seinem Gegenüber das Gefühl zu geben, er hätte ­ge­wonnen. Mehr dazu in ­unserem Artikel Verlierer im Vorteil.

Auf der Verliererseite fühlen sich ­derzeit viele Arbeitnehmer: Sie fürchten, dass der 12-Stunden-Tag nur den ­Unternehmen nutzt und sie bei der Flexibilisierung der Arbeitszeiten ausschließlich die Nachteile zu spüren bekommen. Das neue Gesetz spielte im Beratermarkt zwar bislang noch keine große Rolle, doch an Veränderungen mangelte es dem Kanzleimarkt nicht: Prominente Abgänge, Spin-offs und die Abspaltung einer ganzen Praxis prägten das Arbeitsrecht in den vergangenen Monaten.

Eine spannende und aufschlussreiche Sommerlektüre wünschen Ihnen

Raphael Arnold
(raphael.arnold@juve-verlag.at)

Annette Kamps
(annette.kamps@juve-verlag.at)

Claudia Otto
(claudia.otto@juve-verlag.at)

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