JUVE spricht mit…Dr. Ulrich Lohmann von Pinsent Masons

Mit einem Paukenschlag eröffnete Anfang Juli die britische Großsozietät Pinsent Masons in München: Für ihr erstes Büro in Kontinentaleuropa gewann sie eine Reihe prominenter Münchner Anwälte. Als Leiter fungiert Dr. Ulrich Lohmann (58), der langjährige Namenspartner von v. Boetticher Hasse Lohmann.

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Ulrich Lohmann
Ulrich Lohmann

JUVE: Sie haben Ihre alte Kanzlei nach über 27 Jahren verlassen und damit alle Freiheiten eines Namenspartners aufgegeben. Warum sind Sie dennoch zu einer stark gemanagten britischen Kanzlei gewechselt?
Lohmann: Tatsächlich ist es mir schwer gefallen, zu gehen. v. Boetticher Hasse Lohmann ist eine hervorragende Kanzlei mit Potenzial. Pinsent Masons verbindet einen guten Ruf und eine kollaborative Arbeitsweise mit einer europäischen Strategie, die ich persönlich sehr interessant finde.

Welche Vorteile bietet Pinsent Masons konkret?
Die Kanzlei ist stark im internationalen Baurecht, bei Infrastrukturprojekten und im Energiebereich. Das soll auch in Deutschland aufgebaut werden. Das Startteam ist jedoch im Technologiebereich aufgestellt, und dort in erster Linie im Gesellschaftsrecht, im Arbeitsrecht und im Bereich Dispute Resolution und –  mit Florian von Baum  – im IT-Outsourcing.

Haben Sie bei Ihrem Wechsel auch nach dem Motto gehandelt: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Tatsächlich wäre es nicht mehr so leicht, etwas Neues anzufangen, wenn erst einmal eine 6 vor dem Komma steht. Doch meine 30 Berufsjahre bieten auch Vorteile. Pinsent Masons setzt auf meine Marktkenntnis und vertraut darauf, dass ich in der Lage bin, die spezifischen Vorteile, die die Kanzlei hat, auch in München darzustellen. Mit etwas Erfahrung ist es auch einfacher, in London vorzusprechen und das dortige Management von den Ideen des Münchner Teams zu überzeugen.

Wo sehen Sie das Münchner Büro in einem Jahr?
Wir werden bis dahin den Bereich Prozesse und Schiedsverfahren ausbauen. Diese Kompetenz ist etwa im internationalen Anlagenbau oder bei Flughafenprojekten wichtig.

Das heißt, Sie werden nun schnell weiter ausbauen?
In den nächsten sechs Monaten werden wir uns erst einmal konsolidieren und ins Pinsent Masons-Netz integrieren. Und wir werden schauen, was die Kanzlei in China vorhat.

Hat die expandierende China-Praxis für Ihre Entscheidung also eine Rolle gespielt? Pinsent Masons hat ja gerade mit dem langjährigen Salans-Partner Dr. Bernd-Uwe Stucken einen bekannten deutschsprachigen Partner in Schanghai gewonnen.
Aus China kam bei Pinsent Masons tatsächlich der Anstoß, ein eigenes Büro in Deutschland zu eröffnen. Dort werden eine Reihe von Investoren beraten, die großes Interesse an Deutschland haben. Insofern ist der Zugang von Herrn Stucken, den ich schon länger kenne, für das Münchner Team eine gute Nachricht.

Das Gespräch führte Jörn Poppelbaum.

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