Mandatierungsstrategien

Der kleine Unterschied

Männliche General Counsel legen bei ihrer Mandatierungsentscheidung andere Schwerpunkte als weibliche. Männer mandatieren eine Kanzlei häufiger, wenn sie ihr vertrauen, Frauen erwarten hingegen Verständnis für ihr Geschäft und ihre Arbeitsweise.

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Das ergab eine Umfrage von Acritas. Das britische Unternehmen ist vor allem für seinen regelmäßig ermittelten ,Global Elite Law Firm Brand Index‘ bekannt. Die Ergebnisse basieren auf Antworten von gut 1.600 Senior-Inhouse-Counsel aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Knapp 500 der Befragten kamen aus Kontinentaleuropa, 109 davon aus Deutschland.

Das Verständnis für das Geschäft des Mandanten spielt für die Männer sogar eine geringere Rolle als Zuverlässigkeit und Trackrecord. Auch eine funktionierende Kommunikation ist Männern weniger wichtig als Frauen. Während Männer wesentlich eher geneigt waren zu sagen, es gebe nichts, was ihre Kanzleien verbessern könnten, bemängelten die Frauen häufiger die Qualität der Kommunikation.

Konkret gefragt, wie sie die Kommunikation der Kanzlei bewerten, sagten 40 Prozent der männlichen Unternehmensjuristen, sie seien sehr zufrieden. Zu dieser Einschätzung kamen aber nur weniger als ein Drittel der Frauen. Konsequenterweise spielt das Thema Ansprechbarkeit für die Frauen auch eine wesentlich wichtigere Rolle bei der Frage, wann sie eine Kanzlei weiterempfehlen würden. Männer legen eher Wert darauf, dass Qualifikation und Reputation der Kanzleianwälte stimmen und dass die Arbeitsbeziehung gut ist.

„Eine stereotype Annäherung an neues Geschäft und neue Mandanten, basierend auf männlichen Werten und Vorlieben, kann die Chancen einer Kanzlei gefährden“, so Lisa Hart Shepherd, Geschäftsführerin von Acritas. Die Kanzleien müssten umdenken, wenn sie die wachsende Gruppe einflussreicher Unternehmensjuristinnen beeindrucken wollten. Und sie müssen dafür auch neue Kommunikationswege suchen: Wesentlich mehr weibliche als männliche General Counsel nutzen etwa soziale Netzwerke wie LinkedIn. Womöglich lässt sich eine Mandantin besser online als auf dem Golfplatz gewinnen – oder durch eine Kanzleipartnerin.

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