Artikel drucken
16.12.2004

Ashurst und Freshfields im Aktienrausch: Deutsche will Londoner Börse kaufen

Die Deutsche Börse AG will die London Stock Exchange (LSE) übernehmen. Damit schickt sich das deutsche Unternehmen nach dem ersten Versuch im Jahr 2000 erneut an, die Londoner Konkurrenz zu schlucken.Gelingt der Coup, so entstünde laut Deutsche Börse-Chef Werner Seifert ein Unternehmen, dessen Umsatz doppelt so hoch ist wie derjenige von Euronext oder der New Yorker Börse. Die Deutschen bieten 530 Pence pro Aktie. Dieses Angebot liegt 50 Prozent über dem Durchschnittskurs des letzten Vierteljahres.

Bisher hat die LSE das Angebot dennoch als zu niedrig bezeichnet und abgelehnt. Konkurrent Euronext ist auch grundsätzlich an der LSE interessiert und erwägt Presseberichten zufolge ein Gegenangebot. Seifert verhandelt derzeit mit den Londonern.

Die Marktstrukturen in der City sollen entgegen den Planungen zur ersten Übernahme diesmal erhalten bleiben. Der Versuch damals war unter anderem am Widerstand der Londoner Broker und des LSE-Managements gescheitert. (Till Mattes)

Berater Deutsche Börse
ASHURST (London): Chris Ashworth
INHOUSE (Frankfurt): keine Angaben

Berater London Stock Exchange
FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (London): Graham Nicholson, David Higgins (beide M&A), Deirdre Trapp, Frank Montag (Brüssel), Helmut Bergmann (Berlin Kartellrecht), Jérôme Philippe (Paris), Winfred Knibbeler (Amsterdam; alle Kartellrecht)); Associates: Alison Berridge, Stephanie Cameron (Brüssel), Frank Röhling (Berlin)
INHOUSE : Catherine Johnson

Berater Euronext
INHOUSE : Catherine Langlais
@CLEARY GOTTLIEB STEEN & HAMILTON (Brüssel): Nicholas Levy (Kartellrecht); Associates: Shaun Goodman, Neil Rigby, Daniel Vowden (alle London; Kartellrecht)
SLAUGHTER AND MAY (London): Malcolm Nicholson; Associate: Claire Jeffs

Englischen Presseberichten zufolge hatte es vor der Mandatierung durch die LSE so ausgesehen, als seien die Beziehungen zwischen Freshfields und LSE getrübt, da Herbert Smith das letzte große LSE-Mandat bearbeitet hatte.

Inwieweit Ashurst auch aus Deutschland heraus die Deutsche Börse berät, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen. Einen Kommentar hierzu lehnte die Kanzlei in Frankfurt ab.

  • Teilen