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16.05.2007

Schluss nach neun Jahren: Daimler holt für Chrysler-Verkauf neben Shearman auch Skadden ins Boot

Der Stuttgarter Automobilhersteller DaimlerChrysler hat seine US-Tochtergesellschaft Chrysler für 5,5 Milliarden Euro verkauft. Der US-Investor Cerberus setzte sich in einem Bieterverfahren durch und erwarb 80,1 Prozent an dem defizitären Unternehmen. 19,9 Prozent verbleiben noch bei dem Stuttgarter Autokonzern, der sich künftig Daimler AG nennen will.

Um Chrysler mitgeboten hatten neben Cerberus auch das Private-Equity-Haus Blackstone, der austrokanadische Zulieferer Magna sowie Tracinda, die Investmentgruppe des US-Milliardärs Kirk Kerkorian.

Mit dem Verkauf endet eine neunjährige Firmenehe zwischen den beiden Autobauern. Die Trennung von Chrysler wird den Stuttgarter Autoriesen in diesem Jahr netto mit drei bis vier Millarden Euro belasten. 1998 hatte Daimler den US-Konzern für rund 36 Milliarden Dollar erworben.

Die Transaktion soll bis zum dritten Quartal abgeschlossen sein. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. (Christine Albert, René Bender)

Berater Cerberus
SCHULTE ROTH & ZABEL (New York) – aus dem Markt bekannt
MILBANK TWEED HADLEY MCCLOY (New York): Albert Pisa (Federführung), Trayton Davis; Associates: Robert Milton, Nicola Kozlina, Christie Tang – Finanzierung
FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (Köln): Dr. Ludwig Leyendecker (Federführung; Unternehmensrecht), Matthias Koch (IP/IT), Dr. Stephan Eilers (Steuerrecht), Dr. Elmar Schnitker (Arbeitsrecht; alle Köln), David Aitman (Kartellrecht; London), Jack Wang (Shanghai), Chris Wong (beide Unternehmensrecht; Peking); Associates: Dr. Patrick Flesner (Unternehmensrecht), Anne Wegner (Kartellrecht; beide Köln), Martin McElwee, Barbara Menkhaus (Kartellrecht; London)

Berater DaimlerChrysler
SHEARMAN & STERLING : Georg Thoma (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A; Düsseldorf), John Madden, Jeffrey Lawrence (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Kenneth Laverriere (Arbeitsrecht), Peter Blessing (Steuerrecht), Fredric Sosnick (Gesellschaftsrecht; alle New York)
SKADDEN ARPS SLATE MEAGHER & FLOM : Roger Aaron, Gerhard Gnaedig, Ann Beth Stebbins, Andrew Faulkner, Bruce Goldner, Thomas Gowan, Thomas Kennedy (alle New York), Michael Rogan (Washington), Dr. Bernd Mayer (München); Associates: Claus Elfring, Frederick von Mallinckrodt, Martin Schmidt, Jens Koenig, Thomas Helck, Andreas Frohner (alle Corporate)
INHOUSE (Stuttgart): Gerd Becht – aus dem Markt bekannt

Berater Blackstone
@SIMPSON THACHER & BARTLETT (New York): Wilson Neely – aus dem Markt bekannt

Berater Tracinda
CHRISTENSEN GLASER FINK JACOBS WEIL & SHAPIRO (Los Angeles): Terry Christensen

Berater Magna: Nicht bekannt

Freshields wurde durch die New Yorker Kanzlei Schulte Roth & Zable mit ins Cerberus-Mandat geholt. Die Sozietät hatte den Investor mit einem Team um den New Yorker Partner Marc Weingarten Ende 2006 auch schon beim Mehrheitserwerb an der General Motors-Finanztocher GMAC beraten.

Auf Verkäuferseite begleitet Shearman den Daimler-Konzern schon seit der Chrysler-Übernahme vor neun Jahren. Der Kauf bedeutete damals den Durchbruch der noch jungen deutschen Shearman-Praxis an der Seite der Stuttgarter.

Jetzt konnte die deutsche Skadden-Praxis einen beachtlichen Erfolg verbuchen, als sie Daimler neben Shearman als Co-Counsel betreute. Zwar lag der Schwerpunkt der Transaktion in den USA und dort verbindet die US-Kanzlei und die Mandantin ein stabiles Mandatsverhältnis.

Doch auch hierzulande verbesserten sich die Kontakte deutlich, als 2004 fünf Corporate Partner von Baker & McKenzie in die bis dahin recht unauffällig agierende deutsche Skadden-Praxis wechselten.

Zu dem Team gehörte auch der Münchner Partner Dr. Bernd Mayer, der DaimlerChrysler bereits bei Baker beim Verkauf ihres Aktienpakets an der südkoreanischen Hyundai Motor Company vor knapp drei Jahren beraten hatte. Im vergangenen Jahr vertrat Skadden den Autobauer dann im Rahmen von Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC, auch hier war Mayer mit von der Partie. Spannend wird nun sein, ob Skadden ihre Position bei Daimler weiter ausbauen kann.

Wenig ungewöhnliches tat sich beim jetzigen Deal auf Beraterseite der unterlegenen Bieter: Simpson Thacher ist die Hauskanzlei von Blackstone. Und Terry Christensen war von 1987 bis 1988 President der Investmentgruppe Tracinda, bevor er wieder in den Anwaltsberuf zurückkehrte und seine eigene Kanzlei eröffnete.

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