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30.07.2009

Milliardenauftrag: Schumann begleitet VBB bei Vergabe ostdeutscher Bahnstrecken

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenberg (VBB) hat den Betrieb von 16 Regionalbahnstrecken in Ostdeutschland neu vergeben. Der Auftrag läuft über zehn Jahre und hat ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro. Die Deutsche Bahn verlor dabei erhebliche Teile des Regionalverkehrs an die private Konkurrenz. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) erhielt zwei Teilaufträge, die Deutsche Bahn-Tochter DB Regio die anderen beiden.

Der VBB hatte das Gesamtnetz in der Ausschreibung auf vier Teilaufträge, sogenannte Lose aufgeteilt. ODEG hat nun Los 4 behalten und Los 2, einen wirtschaftlich wichtigen Streckenabschnitt, dazugewonnen.

ODEG, ein Gemeinschaftsunternehmen der Hamburger Hochbahn und der britischen Arriva-Gruppe, übernimmt von der DB Regio den Betrieb auf den Linien RE2 und RE4. Insgesamt erhält ODEG sieben Millionen Zugkilometer hinzu, wodurch die Gesellschaft nach der Deutschen Bahn der zweitgrößte Anbieter im Schienennahverkehr in Ostdeutschland wird. Von den 1,3 Milliarden Euro entfällt nach Unternehmensangaben rund ein Drittel auf ODEG.

Die DB Regio hat wie erwartet die Lose 1 und 3 gewonnen und behält damit einen Leistungsumfang von 15 Millionen Zugkilometern. Die Vergaben des Streckenbetriebs sind das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung, die der VBB im Auftrag der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklemburg-Vorpommern durchgeführt hat. Es wurde kein Nachprüfungsverfahren eingeleitet. (Silke Brünger)

Berater VBB
SCHUMANN (Berlin): Dr. Thomas Stockmann (Vergaberecht); Associate: Dr. Marc Röbke (Vergaberecht)
INHOUSE (Berlin): Andreas Kuck – aus dem Markt bekannt

Berater Hamburger Hochbahn
INHOUSE (Hamburg): Klaus Schirrmacher, Martin Schröder

Berater DB Regio
GLEISS LUTZ (Frankfurt): Dr. Olaf Otting (Vergaberecht); Associates: Dr. Udo Olgemöller, Wieland Tresselt (beide Vergaberecht) – aus dem Markt bekannt

Thomas Stockmann berät den VBB regelmäßig seit 1999. Zunächst betreute er die Teilnahme an kleineren Vergabeverfahren und seit rund sechs Jahren zunehmend eigene Ausschreibungen.

Im Vorfeld hatte die Deutsche Bahn Einspruch gegen die so genannte Loslimitierung eingelegt. Die Loslimitierung hat zur Folge, dass kein Bewerber alle Linien zugesprochen bekommen konnte. In diesem Zusammenhang betreute nach Marktinformationen neben Gleiss Lutz auch Freshfields Bruckhaus Deringer die Deutsche Bahn.

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