Artikel drucken
09.12.2009

Geschäft mit Potenzial: Axa kauft BF Rück und baut auf Lovells

Schröder_Jan
Jan Schröder

Der Axa-Konzern hat sich im Bieterrennen um den Altlasten-Rückversicherer BF Rück durchgesetzt. Der französische Versicherer erwarb das Unternehmen über seine Tochter Axa Liabilities Managers von den Bundesländern Berlin und Brandenburg und zahlte dafür nach Presseberichten rund 18 Millionen Euro.

Für die BF Rück gab es rund zehn Bieter,  darunter unter anderem die Swiss Re, die deutsche Spezialgesellschaft Darag sowie Randall & Quilter aus London, die mit der Globalen Rück in Köln kooperiert. Die BF Rück ist der frühere Rückversicherungs-Bereich Nicht-Leben der öffentlichen Berliner Feuersozietät, der Ende 2003 nach Abspaltung und Verkauf des Erstversicherungs-Geschäftes als Anstalt öffentlichen Rechts bei den Ländern Berlin und Brandenburg verblieb. Die öffentliche Berliner Feuersozietät hatte in den 1990er-Jahren international expandiert und war ohne viel Fachwissen als Rückversicherer in London sowie im US-Markt aufgetreten. Im Jahr 2004 hatte dann die Versicherungskammer Bayern das Geschäft mit Endkunden übernommen, die Altlasten aus der Rückversicherung verblieben bei den Ländern. BF Rück hat Schadensreserven von 70 Millionen Euro, sie schuldet damit den Versicherern diese Summe, aber erst, sobald Schäden anfallen.

Experten erwarten, dass die BF Rück-Übernahme den Beginn einer Entwicklung für ein potenziell großes Geschäft in der Assekuranz markiert, dem so genannten Run-Off-Bereich, die Abwicklung nicht mehr aktiven Geschäfts. Angestoßen wird dies durch die Eigenkapitalregeln Solvency II: Viele Versicherer haben solche Bestände, die zum großen Teil aus volatilen Rückversicherungsengagements stammen. Nach Solvency II brauchen die Unternehmen dafür ab 2012 oder 2013 erstmals eine vergleichsweise hohe Kapitaldeckung. (René Bender)

Berater Axa
Lovells (Düsseldorf): Dr. Jan Schröder (Federführung), Anne Fischer (beide Corporate Insurance), Dr. Tobias Böckmann (Corporate); Associate: Dr. Heiko Gemmel (Tax)
Inhouse (Axa Liability; Winterthur): Christine Terenziani – aus dem Markt bekannt

Berater Berlin/Brandenburg
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Wessel Heukamp, Dr. Matthias-Gabriel Kremer (beide Unternehmensrecht), Dr. Christian Sistermann (Steuerrecht; alle München), Dr. Benedikt Wolfers (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Hans-Joachim Prieß (Vergaberecht; beide Berlin); Associates: Peter Haberrecker (München), Dr. Stefan Bressler (Frankfurt; beide Unternehmensrecht), Dr. David Beutel (Steuerrecht;München), Dr. Rüdiger Hopfe (Arbeitsrecht; Frankfurt), Markus Rau (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Franz Josef Hölzl (Vergaberecht; beide Berlin)

Hintergrund: Lovells begleitet den Axa-Mutterkonzern schon länger. Zuletzt beriet die Kanzlei etwa, als sich der Versicherer im vergangenen Jahr an einer Kapitalerhöhung des Finanzdienstleisters MLP beteiligte. Bei Axa Liabilities aber kam die Sozietät für deren erste Akquisition auf dem externen Markt erst vor knapp einem Jahr nach einem Pitch ins Mandat.

Freshfields an der Seite der beiden Länder Berlin und Brandenburg zu sehen, überrascht wenig, denn insbesondere der Berliner Partner Wolfers steht für hervorragende Kontakte zur öffentlichen Hand.



  • Teilen