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08.12.2009

ZDF bestimmt Gutachter

Der ZDF-Fernsehrat hat ein Gutachten über die marktlichen Auswirkungen der Telemedienangebote der Sender ZDF, 3sat und Phoenix in Auftrag gegeben. Das Gremium wählte dafür eine Bietergemeinschaft aus der Berliner Medienagentur Goldmedia, deren Marktforschungssparte Goldmedia Custom Research sowie der Kanzlei Salans aus.
Der Entscheidung vorausgegangen war ein europaweites Ausschreibungsverfahren. Die Kosten der gutachterlichen Bewertung werden nach Angaben des ZDF bei 493.850 Euro inklusive Mehrwertsteuer liegen. Hintergrund des Auftrags ist der Anfang Juni in Kraft getretene 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten dazu verpflichtet, neue, bestehende und veränderte Telemedien einem Drei-Stufen-Test zu unterziehen. Dafür muss ein unabhängiger Gutachter hinzugezogen werden.
Die Online-Angebote des gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks hatten in der Branche für viel Streit zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunkveranstaltern beziehungsweise Verlagen gesorgt. Inzwischen haben zahlreiche Sendeanstalten ihre Gutachter festgelegt, eine Reihe von Gutachten sind bereits ausgearbeitet, an anderen wird noch gefeilt. (SB)

Berater ZDF
Heuking Kühn Lüer Wojtek
(Hamburg): Dr. Martin Schellenberg; Associate: Dr. Jan-Oliver Schrotz (beide Vergaberecht)
Büro für informationsrechtliche Expertise
(Hamburg): Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Dr. Thorsten Held (Medienrecht) – aus dem Markt bekannt
Grothe Medienberatung
: Dr. Thorsten Grothe – aus dem Markt bekannt
Inhouse
(Mainz): Jan Holub (Fernsehrat)

Goldmedia/Salans (als unabhängige Gutachter):
Salans
(Berlin): Dr. Jörg Karenfort; Assoicate: Dr. Josef Hainz, Frank Heseler
Alber & Geiger
(Brüssel): Prof. Dr. Siegbert Alber  – aus dem Markt bekannt
Inhouse
(Goldmedia; Berlin):  Dr. Klaus Goldhammer, Dr. André Wiegand
Universität Potsdam – Juristische Fakultät
: Prof. Dr. Tobias Lettl

Hintergrund: Heuking war zum ersten Mal für das ZDF tätig und kam über eine Empfehlung von Wolfgang Schulz ins Mandat. Der Fokus des Teams lag hier auf dem Vergaberecht, da es sich um ein europaweites Ausschreibunsverfahren handelte. Dem Vernehmen nach sollten die Gutachten nicht nur ökonomische und medienspezifische Aspekte beinhalten, sondern auch der rechtliche Rahmen sollte beleuchtet werden. Deshalb haben sich multidisziplinär zusammengesetzte Bietergemeinschaften gebildet.
Nach Marktinformationen soll neben der erfolgreichen Bietergemeinschaft auch Raupach & Wollert-Elmendorff mit Deloitte geboten haben. Die ARD hat anders als das ZDF dezentraler ausgeschrieben. Das Goldmedia/Salans-Konsortium ist beispielsweise für die Sender WDR, BR, RBB, SBR und NDR als Gutachter bestimmt worden.
Der Saarländische Rundfunk, das Deutschlandradio und Radio Bremen haben dagegen ein Konsortium aus Aserto Kommunikationsanalysen und Beratung, Prof. Dr. Gabriele Siegert (Universität Zürich) und Dr. Tobias Gostomzyk (Höcker Rechtsanwälte) als Gutachter beauftragt.
Im Vorfeld zu den Gutachten über die marktlichen Auswirkungen hatte ein Olswang-Team, bestehend aus Dr. Viola
Bensinger, Karen Sokoll und Dr. Christoph Enaux,  für den WDR-Rundfunkrat ein verfahrensrechtliches Gutachten geschrieben.

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