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05.05.2010

ÖPP Flughafen St. Petersburg: Freshfields begleitet Betreiberkonsortium um Fraport

Das internationale Konsortium Northern Capital Gateway, dem auch die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens Fraport AG mit 35,5 Prozent angehört, hat im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) den Betrieb des Flughafens Pulkovo in St. Petersburg übernommen. Es ist das erste russische Flughafenprojekt, bei dem der Betrieb durch eine ÖPP verwirklicht werden soll.

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Riko Vanezis

Die Mehrheit an dem Konsortium hält mit 57,5 Prozent eine Tochtergesellschaft der russischen VTB Bank, die VTB Capital. Der griechische Investment- und Handelskonzern Copelouzos ist mit sieben Prozent beteiligt. Zugleich verpflichteten sich die neuen Betreiber zu einer Entwicklung und Modernisierung der Airports. Zunächst soll unter anderem nach Plänen des britischen Stararchitekten Nicholas Grimshaw das Passagierterminal neu errichtet werden.

Finanziert wird das Projekt von einem internationalen Bankenkonsortium, dem die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die International Finance Corporation (IFC), die Eurasian Development Bank, die Nordic Investment Bank, die Black Sea Trade and Development Bank und die russische Staatsbank Vnesheconombank angehören. Verhandelt wurden langfristige Darlehen in Höhe von insgesamt 716 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis Ende 2024.

Die Konzession für den Flughafenbetrieb mit seinen 4.000 Mitarbeitern läuft über 30 Jahre. Der Flughafen St. Petersburg ist mit einem Aufkommen von 6,8 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr der viertgrößte russische Flughafen. (Antje Neumann)

Berater Northern Capital Gateway-Konsortium
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Innokenty Ivanov, Dr. Michael Schwartz (beide Corporate; Moskau), Alex Carver (Finanzrecht; London), Dr. Michael Schäfer (Öffentliches Recht; Hamburg); Associates: Fedor Teselkin, Olesya Dianova, Roman Churakov, Maxim Osadchiy (alle Corporate; Moskau), Martin Goodwin, Keith Gamble (beide Finanzrecht; London), Dr. Dirk Büllesfeld (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Hamburg)

Berater finanzierende Banken
Clifford Chance: Riko Vanezis (Frankfurt), Victoria Bortkevicha (Moskau), Dr. Florian Mahler (Düsseldorf), Catherine McCarthy (Projects; Washington), Tim Steadman (Baurecht; London); Associates: Florian Kutzbach, Kate Huggins, Jane Mäntyranta (alle Frankfurt), Sergei Kabanov, Natalia Veryasova (alle Kapitalmarktrecht), Anna Krutik (Corporate; alle Moskau), Richard Tomlinson (Finanzrecht; London)

Berater Stadt St. Petersburg
Capital Legal Services
(St. Petersburg): Vladislav Zabrodin, Pavel Karpunin (beide Corporate, Vertragsgestaltung)
Dewey & LeBoeuf (London): Bruce Johnston; Associate: Alistair Wishart (beide Finanzrecht)

Hintergrund: Clifford Chance kam durch einen Pitch in das Mandat. Das Team um den angesehenen Frankfurter Partner Vanezis beriet rund ein Jahr zu der komplexen Finanzierung.

Für Freshfields ist es schon das dritte Mal, dass die Kanzlei bei einem großen Verkehrsinfrastruktur-ÖPP in St. Petersburg berät. Ein Team um den Hamburger Partner Dr. Michael Schäfer begleitete die Stadt St. Petersburg vor zwei Jahren bei der Realisierung einer mautpflichtigen Stadtautobahn. Im Zusammenhang mit der Autobahnverbindung zwischen St. Petersburg und Moskau beriet Freshfields aufseiten der Geldgeberinnen Vnesheconombank und Sberbank. Das Betreiberkonsortium besteht in dem Fall aus Vinci, Eurovia und N-Trans, das von CMS Cameron McKenna beraten wird.

Die beiden Moskauer Corporate-Anwälte Ivanov und Teselkin gehörten in beiden Mandaten ebenfalls zu den Beraterteams. Dewey wurde von der St. Petersburger Kanzlei Capital Legal Services eingebunden, mit der sie schon öfter zusammengearbeitet hat.

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