Artikel drucken
12.10.2010

IK Investment Partners auf Einkaufstour: Renzenbrink begleitet Erwerb von Hansa

Das schwedische Private-Equity-Haus IK Investment Partners, ehemals Industri Kapital, hat die Hansa Metallwerke und deren Schweizer Tochter KWC AG erworben. Verkäufer sind die bisherigen Eigentümerfamilien Göhring, die mit mehr als der Hälfte der Aktien an Hansa beteiligt war, und Reh.

Renzenbrink_Ulf
Ulf Renzenbrink

Die Hansa-Gruppe ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Küchen- und Badarmaturen in deutschsprachigen Ländern. Im Geschäftsjahr 2009 war der Umsatz von 220 auf 194 Millionen Euro gesunken. Presseberichten zufolge hat Hansa in den vergangenen drei Jahren rote Zahlen geschrieben. Die Hansa-Gruppe beschäftigt derzeit rund 1.000 Mitarbeiter, davon 250 in Stuttgart. Ihr größtes Produktionswerk ist im bayerischen Burglengenfeld mit etwa 300 Beschäftigten.

IK Investment hat auch die Hansa-Tochtergesellschaft KWC erworben. Diese stellt ebenfalls Armaturen für Bäder und Küchen her und beschäftigt in der Nähe von Aarau etwa 300 Mitarbeiter. Zudem hat Hansa ein Montagewerk im tschechischen Karlovice.

Die ehemalige Stanzwerke GmbH waren 1911 von Karl Göhring in Stuttgart-Zuffenhausen gegründet worden. Seit 1950 produzierte das damals als Hansa Metallwerke AG firmierende Unternehmen Sanitärarmaturen. Vor zwei Jahren war die verlustreiche Tochtergesellschaft Hansa Automotive an den Finanzinvestor Balance Corporate Finance verkauft worden. Dieser hatte den Standort des Autozulieferers in Stuttgart mit damals etwas mehr als 110 Mitarbeitern Anfang des vergangenen Jahres geschlossen.

IK ist seit Jahren in Deutschland aktiv und hat unter anderem Dywidag Systems (2005), Minimax (2006) und Schenk Process (2007) erworben. (Aled Griffiths)

Berater IK Investment Partners
Renzenbrink Raschke von Knobelsdorff Heiser (Hamburg): Dr. Ulf Renzenbrink (Federführung), Dr. Thorsten Raschke, Marc Kotyrba; Associates Dr. Nico Torka, Dr. Martin Witt (alle Corporate)
Oppenländer (Stuttgart): Dr. Andreas Hahn (Kartellrecht/Fusionskontrolle)
Vischer (Basel): Dr. David Jenny; Associates: Christian Wyss, Laura Rey, Tanja Gustinetti Henz

Berater Familie Göhring
CMS Hasche Sigle (Stuttgart): Dr. Jochen Lamb, Dr. Antje Becker-Boley (beide Federführung; beide Corporate), Dr. Klaus Ikas (IP), Dr. Stefan Voss (Immobilienrecht); Associate: Ronald Kagan (Corporate)
CMS Steuerberatungsgesellschaft (Stuttgart): Dr. Kurt Gratz, Roland Wutzke, Tobias Schneider (alle Steuern)

Berater Familie Reh
Gleiss Lutz
(Stuttgart): Dr. Gabriele Rosskopf, Dr. Bodo Riegger

Hintergrund: Die Auswahl von Renzenbrink ist eine Überraschung. Seit Jahren ist Industri Kapital fest in den Händen von Freshfields Bruckhaus Deringer-Partner Dr. Nikolaus Schrader. Er hat in jüngerer Vergangenheit fast jedes Jahr bei Akquisitionen beraten, so wie beim diesjährigen Erwerb des Health-Care-Unternehmens GHD-Gruppe (mehr…), beim Erwerb des Nürnberger Automobilzulieferers Flabeg 2008 (mehr…) oder bei der Akquisition der Darmstädter Messtechnikhersteller Schenck Process 2007. Vorher war auch Hengeler Mueller-Partner Stefan Richter an der Seite von IK zu sehen, so beim Kauf und Verkauf von Dywidag Systems (mehr…) oder bei Erwerb von Minimax 2006 (mehr…).

Renzenbrink war kürzlich für das Management von N24 bei dessen Buy-out von ProSiebenSat.1 tätig (mehr…). Die neunköpfige Kanzlei hatte im vergangenen Jahr mit dem Zugang von Kotyrba von Freshfields ihr Angebot um Steuerrecht erweitert (mehr…).

Oppenländer-Partner Hahn und Renzenbrink kennen sich aus gemeinsamen Freshfields-Zeiten. Hahn übernahm bereits in der Vergangeheit regelmäßig die kartellrechtliche Beratung bei den von Renzenbrink begleiteten Deals, so etwa auch beim Management Buy-out von N 24 und bei der Veräußerung von Rail4Chem an Veolia (mehr…).

Gegründet worden war die ehemalige Stanzwerke GmbH 1911 von Karl
Göhring in Stuttgart-Zuffenhausen. Seit 1950 produzierte das damals als
Hansa Metallwerke AG firmierende Unternehmen Sanitärarmaturen. Vor zwei
Jahren war die verlustreiche Tochtergesellschaft Hansa Automotive an
den Finanzinvestor Balance Corporate Finance verkauft worden. Dieser
hatte den Standort des Autozulieferers in Stuttgart mit damals etwas
mehr als 110 Mitarbeitern Anfang des vergangenen Jahres geschlossen.