Artikel drucken
06.01.2011

Konzentrationsprozess: UPM übernimmt Myllykoski und Rhein Papier

Tilman Rückert

Konzentrationsprozess in der Papierbranche: Der finnische Papierkonzern UPM Kymmene, Europas größter Zeitungspapierhersteller, hat seinen finnischen Wettbewerber Myllykoski und dessen deutsche Schwestergesellschaft Rhein Papier gekauft. Myllykoski und Rhein Papier waren bisher in der Hand der Familie Björnberg und haben einige Überschneidungen im Kreis der privaten Gesellschafter. UPM erwarb mit dem Zukauf insgesamt sieben Papierwerke in Deutschland, Finnland und den USA. Der Unternehmenswert der übernommenen Gesellschaften beläuft sich auf rund 900 Millionen Euro. Die Kartellbehörden müssen die Transaktion noch genehmigen.

Daniel Weiß

UPM finanziert den Kauf durch eine Aktienemission und langfristige Kredite über etwa 800 Millionen Euro. Parallel dazu gab es eine umfangreiche Refinanzierung bei Verbindlichkeiten von Myllykoski und Rhein Papier. Die Transaktion war insgesamt zweigleisig strukturiert, mit einer Stand-Alone Finanzrestrukturierung und der Möglichkeit eines Verkaufs. Gläubigerbanken waren unter anderem Nordea, Nordic Investment und Sampo. Nordea Bank Finland übernahm dabei in Bezug auf Rheinpapier eine koordinierende Rolle, zählt aber auch zum Kreis der Gläubigerbanken bei Myllykoski.

Die Papierbranche kämpft seit einigen Jahren schon mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, bedingt durch gestiegene Energie- und Wasserkosten sowie den den Druck elektronischer Medien. UPM hat dementsprechend auch bereits Sparmaßnahmen angekündigt, zu denen auch Stellenstreichungen gehören dürften. (Antje Neumann)

Berater UPM Kymmene
White & Case: Dr. Frank Evers, Patrick Narr (beide Corporate), Hendrik Röger (Arbeitsrecht; alle Hamburg), Stephen Phillips (London), Timo Airisto (Helsinki) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Brüssel): Dr. Frank Montag, Dr. Andreas von Bonin; Associates: Martin McElwee, Ben Graham, Daniel Colgan, Mario Scimemi, Attila Borsos, Elisabeth Häringer, Babette Kacholdt, Alexandra Zaloguina (alle Kartellrecht) 
Inhouse (Helsinki): Juha Mäkelä (Group General Counsel)

Berater Myllykoski
Hannes Snellmann (Helsinki): Maria Lassenius, Matti Engelberg – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Dirk Hamann (M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Rhein Papier
Corinius (Hamburg): Dr. Tilman Rückert; Associates: Dr. Patrick Binzel, Dr. Julia Steinmann (alle Corporate/M&A; Restrukturierung)

Berater Nordea Bank Finland
Hengeler Mueller (Frankfurt):  Dr. Daniel Weiß, Dr. Hendrik Haag (gemeinsame Federführung, Finanzierung/Restrukturierung), Dr. Martin Klein (Steuerrecht), John Flüh (M&A; Berlin), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Dr. Nikolai Warneke, Tim
Schlösser, Dr. Kolja Stehl (alle Frankfurt), Dr. Jochen Lux (Berlin)

Berater Bankenkonsortium Myllykoski
Clifford Chance: Emma Folds (Federführung; Bankrecht), Philip Hertz (finanzielle Restrukturierung; beide London), Dr. Stefan Sax (Restrukturierung; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Vor einigen Jahren hatte UPM schon den Augsburger Papierhersteller Haindl erworben, damals waren Corporate-Anwälte von Hengeler Mueller an der Seite der Finnen. Die Fusionskontrolle dagegen hatte schon damals ein Brüsseler Team von Freshfields um Frank Montag begleitet (mehr…). White & Case beriet seinerzeit den norwegischen Wettbewerber Norske Skog, der ebenfalls einige Teile von Haindl kaufte.

Freshfields taucht in der jetzigen Transaktion auch an der Seite des Übernahmeziels Myllikoski auf. Die Mandatsbeziehung zu dem Unternehmen besteht seit Jahren über das Hamburger Freshfields- Büro (mehr…). Die Beratung bezog sich hier aber nicht auf die Transaktion, sondern auf die Refinanzierung. Die finnische Spitzenkanzlei Hannes Snellmann dagegen beriet zu beiden Aspekten. Die Myllykoski-Schwestergesellschaft Rheinpapier wurde  aber transaktionsrechtlich durch Anwälte der Hamburger Kanzlei Corinius begleitet.  Corporate-Partner Rückert war früher als Associate bei Freshfields, bevor er sich in eigener Kanzlei selbständig machte (mehr…).

  • Teilen