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24.03.2011

Opel-Stellenabbau: Schlütter Bornheim und Silberberger Lorenz in zentralen Rollen

Die Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung des Rüsselsheimer Autobauers Opel und dem Betriebsrat des Standorts Bochum zum Abbau von 1.200 Stellen im dortigen Werk sind abgebrochen worden. Nun soll eine Einigungsstelle unter dem Vorsitz des früheren Präsidenten des Landesarbeitsgerichts Bremen eine Lösung finden.

Stefan Seitz
Stefan Seitz

In der Einigungsstelle sind je drei Vertreter von Geschäftsleitung und Betriebsrat vertreten.

Opel und der US-Mutterkonzern General Motors (GM) befanden sich in den vergangenen Jahren in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenden Sanierungsplans, bei dem allein im Bochumer Werk insgesamt 1.800 Stellen wegfallen sollten. Der Autohersteller bietet je nach Betriebszugehörigkeit Abfindungen von bis zu 250.000 Euro. Bislang haben rund 600 Opelaner das Unternehmen freiwillig verlassen.

Presseberichten zufolge tut sich Opel nun zunehmend schwer, weitere Freiwillige zu finden, zudem soll GM von Detroit aus zusätzlichen Druck ausüben, so dass auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen werden.

Das Einigungsstellenverfahren wird sich möglicherweise noch Monate hinziehen. Der erste Termin ist für Ende März geplant. (Catrin Behlau, Geertje Oldermann)

Vertreter Opel
Schlütter Bornheim Seitz (Köln): Dr. Stefan Seitz
Inhouse: Sven Dohme (Rüsselsheim), Elmar Eising (Bochum) – aus dem Markt bekannt

Vertreter Betriebsrat Opel Bochum
Silberberger Lorenz (Düsseldorf): Dr. Frank Lorenz

Vorsitzender Einigungsstelle
Martin Bertzbach

Hintergrund: Opel Bochum nimmt in der arbeitsrechtlichen Mandatierungspraxis so etwas wie eine Sonderrolle im Konzern ein. Der Standort mandatiert schon seit Jahren die Kölner Kanzlei Schlütter Bornheim Seitz, vor allem im kollektiven Arbeitsrecht. So beriet die Sozietät etwa Ende 2008 beim Abschluss des Zukunftsvertrags 2016, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 ausschließen soll (mehr…). Die Mandatsbeziehung war durch eine Empfehlung zustande gekommen.

Ansonsten setzt Opel bei der Koordination von Restrukturierungsmaßnahmen seit Langem auf den erfahrenen Baker & McKenzie Partner Günter Heckelmann. So ist er in die laufende Sanierung seit Beginn eingebunden (mehr…) und beriet Opel Marktinformationen zufolge in dem Zusammenhang auch zu einer Grundsatzvereinbarung, die gleichzeitig Grundlage für den nun anstehenden Stellenabbau im Werk Bochum ist. Heckelmann war auch schon Ende 2004 für Opel tätig, als in dem Konzern im Rahmen europäischer Restrukturierungsmaßnahmen mehr als 60.000 Arbeitsplätze zur Disposition standen.

Dass die Düsseldorfer Arbeitnehmerkanzlei Silberberger Lorenz für den Betriebsrat Bochum auftritt, überrascht. In der Vergangenheit beriet häufig Michael Dornieden aus der Bochumer Kanzlei Bode Dornieden den örtlichen Betriebsrat; er war zum Beispiel bei der Vereinbarung des Zukunftsvertrags 2016 für die Arbeitnehmervertretung tätig. Zudem vertrat er auch schon Betriebsratsmitglieder gegen Opel. Silberberger Lorenz ging im vergangenen Jahr aus dem Zerfall von Schneider Schwegler hervor (mehr…). Namenspartner Lorenz zählt unter anderem die Betriebsräte der Deutschen Post und der Deutschen Telekom zu seinen Mandanten und ist nun erstmalig für Opel Bochum tätig.

Der Vorsitzende der Einigungsstelle Martin Bertzbach ist früherer Präsident des Landesarbeitsgerichts Bremen. Er war 2009 nach 23 Jahren an der Spitze des Gerichts in den Ruhestand getreten.

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