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16.03.2011

Streit um Abfindung: Schalke und Schmidt von der Osten gegen Magath und Allen & Overy

Der Fußballbundesligist FC Schalke 04 hat auf einer Aufsichtsratssitzung die Abberufung Felix Magaths als Vorstandsmitglied besiegelt, damit steht auch sein Aus als Trainer und Manager fest. Jetzt geht es nur noch um die Abfindung für Magath. Presseberichten zufolge beläuft sich die Forderung auf bis zu zwölf Millionen Euro.

Tobias Neufeld

Magaths Vertrag war eigentlich bis Juni 2013 gültig. Schalke wirft dem 57-jährigen Trainer allerdings mehrere Satzungsverstöße vor. Konkret geht es darum, dass Magath diverse Transfers nicht vom Aufsichtsrat absegnen ließ, obwohl diese den vereinbarten Grenzwert von 300.000 Euro überschritten hatten. Kann der Aufsichtsrat solche Satzungsverstöße beweisen, könnte Magath auch ohne Abfindung entlassen werden. Der Trainer hat die Vorwürfe gegenüber Medien bereits von sich gewiesen und betont, dass er sich an die Regeln gehalten habe.

Zu der Aufsichtsratssitzung erschien Magath nicht. Er begründete seine Absage damit, dass der Verein ihm nur eine unvollständige, stichwortartige Tagesordnung des Treffens geschickt habe. Seiner Ansicht nach genüge das nicht. Er könne die Gelegenheit zur Stellungnahme nur nutzen, wenn er wisse, worum es in der Sitzung überhaupt gehe. Magaths Medienanwalt Ralf Höcker erklärte in einer Stellungnahme: „Wir haben den Verein deshalb aufgefordert, uns endlich mitzuteilen, ob und welche konkreten Vorwürfe im Raume stehen und uns die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen.“

Auf seine Abberufung als Vorstand hat Magath selbst mit einer Kündigung seines Arbeitsverhältnisses reagiert. Er hält die Abberufung für unberechtigt und unwirksam. Angeblich will der Coach so versuchen, im Fall seiner Demission vertraglich festgeschriebene Zahlungen auszulösen. Schalke vertritt dagegen die Auffassung, dass Magath abberufen und parallel fristlos gekündigt wurde.

Medienberichten zufolge hat der Verein zwei Rechtsgutachten von Professoren der Universitäten Bochum und Köln erstellen lassen. Darin soll es um die Rechtmäßigkeit einer Prämien-Ausschüttung für die Champions League in Höhe von 3,1 Millionen Euro an Spieler und um 4 Millionen Euro für „Nebenabsprachen mit Spielerberatern“ gehen. Das Geld soll rechtswidrig geflossen sein, weil der Aufsichtsrat nicht einbezogen wurde.

Inzwischen haben die beiden Parteien sich verbindlich geeinigt.  (Volker Votsmeier)

Vertreter FC Schalke 04
Schmidt von der Osten & Huber (Essen): Dr. Till Wegmann, Dr. Stefan Bäune – aus dem Markt bekannt
Kliemt & Vollstädt (Düsseldorf): Prof. Dr. Michael Kliemt – aus dem Markt bekannt

Vertreter Felix Magath
Allen & Overy (Düsseldorf): Tobias Neufeld – aus dem Markt bekannt
Behrens & Partner (Hamburg): Walther Behrens – aus dem Markt bekannt
Höcker (Köln): Prof. Dr. Ralf Höcker

Hintergrund: Schmidt von der Osten & Huber pflegen eine langjährige und umfassende Mandatsbeziehung zum FC Schalke 04. Partner Stefan Bäune ist zudem Mitglied des Kontrollausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Felix Magath setzt mit Tobias Neufeld auf einen jungen Arbeitsrechtspartner, der Mitte 2010 von Taylor Wessing zu Allen & Overy gewechselt war (mehr…). Er verfügt über Erfahrung im Individual- und Kollektivarbeitsrecht. Ebenfalls auf Seiten von Magath stehen dessen langjähriger Berater Walther Behrens aus Hamburg und der Medienanwalt Ralf Höcker aus Köln. Höcker ist bekannt für die medienrechtliche Beratung von Prominenten, zuletzt hatte ihn etwa Wettermoderator Jörg Kachelmann engagiert.

Bei der verbindlichen Einigung saßen als Vertreter des Vereins Till Wegmann und als Vertreter Magaths Walther Behrens am Tisch.

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