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28.04.2011

Onlinespiele: TA Associates und Summit landen mit Kirkland bei Bigpoint

Die US-Finanzinvestoren TA Associates und Summit Partners haben für rund 240 Millionen Euro knapp 70 Prozent der Anteile des Hamburger Onlinespieleanbieters Bigpoint übernommen. Verkäufer sind die bisherigen Mehrheitseigner, die britische Private-Equity-Gruppe GMT Communications Partners (GMT) und Peacock Equity Fund, ein Gemeinschaftsfonds des US-Medienkonzerns NBC Universal und General Electric (GE).

Jörn Schnigula

Jörn Schnigula

Die Investorengruppe hatte im Juli 2008 für 70 Millionen Euro die Mehrheit an Bigpoint übernommen. Presseberichten zufolge halten GMT und GE weiterhin knapp 2,5 Prozent, während NBC ganz aussteigt. Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz bleibt mit 30,5 Prozent beteiligt.

Bigpoint bietet sein Kerngeschäft, sogenannte Browser-Spiele, zunächst kostenlos an. Spieler benötigen nur einen Rechner mit Browser. Zahlen müssen sie für Extras: besondere Mitgliedschaften, erweiterte Funktionen oder Erleichterungen im Spiel. 2009 fuhr Bigpoint 12 Millionen Euro Gewinn ein – bei 51 Millionen Euro Umsatz. Im vergangenen Jahr waren es bereits mehr als 100 Millionen Euro. Bigpoint beschäftigt über 700 Mitarbeiter in vier Ländern und versorgt mit mehr als 80 verschiedenen Browser- und Downloadgames etwa 190 Millionen registrierte Nutzer.

Berater TA Associates/Summit
Kirkland & Ellis: Dr. Jörn Schnigula, Dr. Jan Schinköth (beide München), James Learner, Matthew Dean, Rory Mullarkey (alle Corporate; beide London), Dr. Oded Schein (München), Sophie Allen (London), Mike Carew (alle Steuern; Chicago); Associates: Dr. Daniel Wied, Dr. Hermann-Mathias Bröcker, Dirk Kramer, Sylvia Strumpler (alle Corporate; alle München)

Berater GMT/Peacock/GE
Weil Gotshal & Manges (London): Mark Soundy (Federführung; Corporate), Sarah Priestley (Steuern); Associates: Simon Burrows (Federführung), Jeremy Smith (beide Corporate), Oliver Walker (Steuern), Katie Slater (Corporate)
CMS Cameron McKenna (Prag): Paul Stallebrass; Associate: Mills Kirin (beide Finanzierung)

Berater GMT
Noerr: Dr. Thomas Schulz (München), Sebastian Voigt (Dresden) – deutsches Recht

Berater Bigpoint
Inhouse (Hamburg): Carolin Kasparek (Leiterin der Rechtsabteilung)

Berater Hubertz
P+P Pöllath + Partners (München): Philipp von Braunschweig (Federführung; Corporate), Alexander Pupeter (Steuern); Associate: Tobias Jäger (Corporate)

Hintergrund: Kirkland kam über ihre langjährigen Kontakte zu Investor Summit ins Mandat, zu dem sowohl in den USA als auch in England und Deutschland Kontakte bestehen. Ein Team um Schnigula beriet das Private-Equity-Haus 2009 beim Verkauf des Lüneburger Outdoor-Möbel-Herstellers Dedon (mehr..). Summit arbeitete in der Vergangenheit in Deutschland auch mit Freshfields Bruckhaus Deringer, wie beim Erwerb des Softwareherstellers Radioplan aus Dresden 2006 (mehr…). Für sein erstes kontinental-europäisches Engagement – bei dem Internetportal Jamba – hatte Summit 2004 Weil Gotshal eingesetzt (mehr…).

Die Kanzlei stand hier an der Seite der Veräußerer. Die Mandatsbeziehung zwischen Weil-Partner Soundy und GMT besteht seit über sieben Jahren. Zu den deutschrechtlichen Aspekten im Zusammenhang mit dem Verkauf wurde Noerr hinzugezogen, wie bereits bei der Trennung vom Kabelnetzbetreiber Pepcom 2010. CMS-Partner Stallebrass ist in Finanzierungsfragen schon seit vielen Jahren für den Finanzinvestor tätig, zum Beispiel 2007 beim Erwerb der Bau-Informations-Sparte B2B Construction von Springer Science & Business Media (mehr…). Damals hatte GMT Pöllath-Partner von Braunschweig mandatiert. Er hatte den Investor auch ein Jahr später zum Einstieg bei Bigpoint beraten (mehr…).

Jetzt trat von Braunschweig an der Seite von Unternehmensgründer Hubertz auf. Marktinformationen zufolge zählen von Braunschweig und sein Team inzwischen zu den regelmäßigen Beratern von Bigpoint.

Bigpoint selbst zog bei diesem Deal keine externen Anwälte hinzu. Justiziarin Kasparek leitete die Rechtsabteilung des Hamburger Computerspieleanbieters bereits beim Einstieg der Investorengruppe 2008. Damals war ein Team um Hengeler Mueller-Partner Dr. Maximilian Schiessl für Peacock tätig gewesen. (Geertje Oldermann)

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