Artikel drucken
30.06.2011

WestLB-Aufteilung: Sparkassen setzen auf Morgan Lewis, NRW auf Freshfields

Das monatelange Ringen um die Zukunft der WestLB ist beendet. Die beteiligten Anteilseigner und Rettungseinrichtungen einigten sich auf die Aufspaltung der Landesbank in ein sparkasseneigenes Verbundinstitut und eine „RestLB“.

Siegels_Jörg

Jörg Siegels

Weitere Geschäftszweige sollen bis Ende Juni 2012 abverkauft werden. Der nordrhein-westfälische Landtag debattiert zur Stunde noch über die Annahme des Restrukturierungsplans. Das Konzept wird unabhängig davon heute der EU-Kommission vorgelegt.

Die neue Verbundbank soll mit maximal 45 Milliarden Euro Bilanzsumme und lediglich 400 Mitarbeitern als Dienstleister für die Sparkassen fungieren. Sie geht ganz in das Eigentum der Sparkassen über. Diese schießen eine Milliarde Euro Kapital zu. Die Hälfte trägt dabei der Deutsche Sparkassenverband (DSGV), die andere Hälfte teilen sich die beiden nordrhein-westfälischen Verbände Westfalen Lippe (SVWL) und Rheinischer Sparkassen- und Giroverband (RSGV).

Die WestLB selbst geht komplett in das Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen über, das zunächst eine Milliarde Euro an zusätzlichen Mitteln bereitstellt. RSGV und SVWL ziehen sich als Miteigentümer zurück. Auch diese „RestLB“ soll deutlich schrumpfen: Nach Presseberichten werden dort statt derzeit 3.000 nur noch rund 1.000 Arbeitsplätze verbleiben. Künftig arbeitet das Rumpfinstitut ausschließlich als „Service- und Portfoliomanagement-Bank“ (SPM). Dazu werden mehrjährige Rahmenverträge mit der Sparkassen-Verbundbank und der Bad Bank der WestLB, der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA), abgeschlossen.

Für die verbleibenden Sparten der WestLB-Gruppe, etwa den Immobilienfinanzierer Westimmo oder den Konsumentenkreditanbieter Readybank, werden Käufer gesucht. An Teilübernahmen interessiert wären nach Presseberichten derzeit etwa die Private-Equity-Häuser Apollo und Lone Star oder die Privatbank HSBC Trinkaus. Alle nicht zum Rumpfgeschäft gehörigen Unternehmensteile, die bis Mitte 2012 keinen Abnehmer gefunden haben, sollen auf die EAA übertragen werden.

Berater Bundesfinanzministerium
Inhouse (Berlin): Keine Nennungen

Berater Finanzministerium Nordrhein-Westfalen
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Axel Epe, Dr. Anselm Raddatz (beide Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Benedikt Wolfers (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Gunnar Schuster (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt), Dr. Andreas von Bonin (Beihilferecht; Brüssel) – aus dem Markt bekannt

Berater Rheinischer Sparkassen- und Giroverband/ Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband
Morgan Lewis & Bockius (Frankfurt): Dr. Jörg Siegels (Federführung; Corporate Finance), Dr. Jens Mitzlaff (Finanzierung), Dr. Walter Ahrens (Arbeitsrecht)
Redeker Sellner Dahs (Brüssel): Dr. Andreas Rosenfeld; Associates: Dr. Ingo Liebach, Dr. Simone Lünenbürger (alle Beihilferecht/EU-Recht)

Berater DSGV
Inhouse
(Berlin): Dr. Olaf Langner (Leiter Rechtsabteilung) – aus dem Markt bekannt

Berater Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe
HLB Dr. Schumacher + Partner (Münster): Dr. Dietmar Janzen – aus dem Markt bekannt

Berater WestLB
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Johannes Adolff, Dr. Dirk Bliesener (beide Federführung), Dr. Hans-Jörg Niemeyer (Beihilferecht; Brüssel), Dr. Axel Baumanns (Corporate/M&A), Prof. Dr. Gerd Krieger (Gesellschaftsrecht; beide Düsseldorf), Dr. Karsten Schmidt-Hern (Corporate/M&A/Restrukturierung), Dr. Sven Schneider (Corporate/M&A/Regulatory), Alexander Rang (Finance/Regulatory), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Thomas Müller (Corporate/M&A); Associates: Dr. Dirk Busch (Düsseldorf), Dr. Lucina Berger (Frankfurt), Dr. Malte Rosenberg (Düsseldorf), Dr. Timm Ebner, Hannah Ehlers (Brüssel), Christine Messing, Thomas Richter aus dem Markt bekannt
Inhouse (Düsseldorf): Dr. Klaus Poggemann – aus dem Markt bekannt

Berater Aufsichtsrat WestLB
Gleiss Lutz: Dr. Gerhard Wirth (Federführung; Stuttgart), Dr. Stefan Mutter (Aktienrecht; Düsseldorf), Dr. Ulrich Soltész (EU-Recht; Brüssel)

Berater Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
Inhouse (Frankfurt): Bernd Giersberg, Eva Bauer

Berater EAA
Inhouse (Düsseldorf): Gregor Garten – aus dem Markt bekannt
Linklaters (Frankfurt): Dr. Thomas Nießen (Corporate), Andreas Steck (Bank- und Finanzrecht), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht), Dr. Jan Endler (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Michael Tepass (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die beteiligten Berater sind alle seit längerer Zeit in dem Themenkomplex aktiv. Von den in den vergangenen Monaten involvierten Beraterparteien wurde nun lediglich Mayer Brown nicht mehr gesehen. Nachdem ein angestrebter Komplettverkauf der WestLB durch den Veräußerungsbemächtigten und Berliner Mayer Brown-Partner Friedrich Merz nicht gelang, hatte sich dieses Mandat erledigt. Ob die Kanzlei möglicherweise dennoch weiter in dem Komplex berät, ist nicht bekannt. Zumindest ist der an Teilbereichen interessierte Investor Lone Star Dauermandant der Kanzlei. (Norbert Parzinger, René Bender)

  • Teilen