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13.07.2011

Trennung von Traditionsfirma: Barry Callebaut verkauft Stollwerck mit White & Case

Der traditionsreiche Schokoladenhersteller Stollwerck ist künftig in belgischer Hand. Die belgische Baronie-Gruppe übernahm das Kölner Unternehmen vom weltgrößten Schokoladenkonzern Barry Callebaut, der mehrheitlich vom Jacobs-Konzern gehalten wird. Zu Stollwerck gehören bekannte Marken wie Sarotti und Alpia.

Christian Jacobs

Im vergangenen Jahr setzte die 1839 gegründete Firma mit 1.700 Mitarbeitern rund 500 Millionen Euro um. Verkauft wurden nun unter anderem fünf Fabriken in Deutschland, Belgien und der Schweiz. Teil der Transaktion ist zudem eine langfristige Liefervereinbarung über jährlich 25.000 Tonnen Schokolade an Baronie.

Barry Callebaut mit Sitz in Zürich hatte sich in den vergangenen Jahren auf die Herstellung von Rohschokolade und die Auftragsfertigung für große Marken wie Nestlé, Hershey und Kraft spezialisiert. Die Trennung von Stollwerk ist der letzte Schritt dieser Ausrichtung und war schon länger geplant. 2009 war der Verkauf an die spanische Natra gescheitert, weil sich beide Seiten nicht auf einen Preis einigen konnten. Barry Callebaut hatte den sanierten Stollwerck-Konzern 2002 für rund 175 Millionen Euro übernommen und ihn später von der Börse genommen.

Berater Baronie
Baker & McKenzie (Brüssel): Jozef Slootmans – aus dem Markt bekannt

Berater Barry Callebaut
White & Case (Hamburg): Dr. Christian Jacobs, Dr. Markus Althoff (beide Federführung; beide M&A), Dr. Börries Ahrens (Kartellrecht), Dr. Günter Kahlert (Tax), Dr. Markus Mette (IP/IT), Dr. David Plitt (Arbeitsrecht), Gisèle Rosselle (M&A; Brüssel); Associates: Christopher Albien, Dr. Daniel Gräwe (beide M&A), Dr. Lars Hinrichs (Arbeitsrecht), Dr. Arne Schmidt (Tax), Nicolas Dupont (M&A; Brüssel)
Inhouse (Zürich): Dr. Roland Maurhofer, Martin Oesch – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Mandatierungen der beteiligten Kanzleien erklären sich beinahe selbstredend. Der Brüsseler Baker-Partner Slootmans ist der Baronie-Gruppe eng verbunden und sitzt auch im Verwaltungsrat des Konzerns.

Ähnlich sieht es auf Verkäuferseite aus: Die Mandatierung von White & Case durch den zum Jacobs-Konzern gehörenden Schokoladenhersteller Barry Callebaut lag auf der Hand. Der Hamburger Partner Christian Jacobs, Sohn der Bremer Kaffeedynastie, die ihren Sitz ebenfalls inzwischen in der Schweiz hat, begleitet Barry Callebaut schon lange, beispielsweise vor fast einem Jahrzehnt, als die Schweizer die Kölner Stollwerck AG übernahmen. Im Zusammenhang mit dem Umbau bei Barry Callebaut betreute White & Case unter Jacobs‘ Führung zuletzt zudem die Verkäufe des asiatischen und des US-Konsumentengeschäfts. Bei der jetzigen Transaktion wurde zunächst das europäische Konsumentengeschäft durch einen Asset-Deal herausgetrennt, anschließend begann der Verkaufsprozess. (René Bender)

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