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25.08.2012

Küchenhersteller: Ashurst begleitet Restrukturierung von Alno

Mit 50 Millionen Euro an frischem Geld hat der Küchenhersteller Alno seine Finanzierung bis 2015 vorerst gesichert. Hauptaktionäre und Banken leisten wesentliche Sanierungsbeiträge. Zudem gibt es eine Kapitalherabsetzung und eine anschließende Kapitalerhöhung.

Reinhard Eyring

Reinhard Eyring

In einem ersten Schritt wird der anteilige Betrag am Grundkapital je Aktie von 2,60 Euro auf 1 Euro reduziert. Die Anzahl der Aktien bleibt unverändert bei rund 26 Millionen. Die Kapitalherabsetzung erfolgt in vollständiger Höhe zur Deckung von Verlusten.

Dann folgt eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Aktionäre und einem Bruttoemissionserlös über 46,2 Millionen Euro, die von der Altaktionärin IRE Beteiligungs-GmbH vollständig garantiert wird. IRE hält 18,81 Prozent der Anteile und ist Tochtergesellschaft von Whirlpool Benton Harbour aus Michigan. Der Haushaltsgerätehersteller hat auch Lieferverträge mit Alno. Die Münchner Küchen Holding GmbH ist mit 35,33 Prozent Großaktionär. Die restlichen Anteile befinden sich in Streubesitz.

Kreditgebende Banken sind bisher unter anderem die Commerzbank, eine Kreissparkasse und die Landesbank Baden-Württemberg. Der geplanten Kapitalerhöhung müssen die Aktionäre in einer anstehenden Hauptversammlung zustimmen. Danach erst werden die Konsortialbanken ausgewählt.

Alno wird ihre Eigenkapitalposition nach der Kapitalerhöhung massiv stärken, nämlich auf einen einstelligen negativen Millionenbetrag Ende 2012. Ende 2011 lag sie noch im zweistelligen Bereich bei minus 73 Millionen Euro. Im Jahr davor machte Alno einen Umsatz von 467 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt 1.845 Mitarbeiter in über 60 Ländern.

Berater Alno
Ashurst (Frankfurt): Reinhard Eyring, Dr. Gerrit Clasen (beide Federführung), Martina Rothe (alle Gesellschaftsrecht), Sebastian Schoon, Dr. Tobias Krug (beide internationales Finanzrecht), Dr. Ingo Scholz (Restrukturierungsrecht); Associates: Sören Kampman, Kim Frank, Dr. Philip Cavaillès (alle Gesellschaftsrecht), Richard Schulze-Muth, Michael Schuhmacher (beide internationales Finanzrecht), Till Buschmann, Dr. Ralf-Thorsten Henn (beide Restrukturierungsrecht)
Inhouse (Pfullendorf): Katharina Günthner – aus dem Markt bekannt

Berater IRE Beteiligung
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Daniela Favoccia, Dr. Wolfgang Groß (beide Gesellschafts-/Kapitalmarktrecht), Heinrich Knepper, Dr. Johannes Tieves (beide Finanzierungs-/Restrukturierungsrecht), Dr. Matthias Scheifele (Steuern), Dr. Kai-Steffen Scholz (Gesellschafts-/Kapitalmarktrecht; Berlin); Associates: Jan Penselin, Dr. Stephan Hennrich, Dr. Mahdi Daneshzadeh Tabrizi, Dr. Christoph Trautrims, Kathrin Cagalj, Dr. Martin Tasma (Berlin)

Berater Küchen Holding
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Hans-Jürgen Lütt, Gregor Klenk (beide Federführung); Associates: Dr. Stefan Wirsch, Annekatrin Pelster, Dr. Alexander Lentz

Berater Banken: Nicht bekannt

Hintergrund: Ashurst-Partner Eyring berät Alno seit dem Jahr 2000. Die Kanzlei ist nach einem Pitch umfassend für den Küchenhersteller tätig geworden und beriet beispielsweise 2005 zu einer Kapitalerhöhung (mehr…).

Schon bei dieser Kapitalerhöhung stand auch Hengeler-Partnerin Favoccia auf der Seite von IRE. Die IRE-Muttergesellschaft Whirlpool ist seit langen Jahren Hengeler-Mandantin. Die Kanzlei stand auch schon an der Seite der Gesellschaft beim ersten Beteiligungserwerb 2003.

Latham beriet in dem Mandat die Münchner Küchen Holding, in der verschiedene Aktionäre ihre Interessen gepoolt haben. Einer der Aktionäre ist der Finanzinvestor German Capital Partners, zu dem Latham Mandatsbeziehungen unterhält. (Tanja Podolski)

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