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26.09.2012

Europäische Premiere: Onex greift mit Latham nach KraussMaffei

Das kanadische Private-Equity-Haus Onex hat für 568 Millionen Euro den Münchner Maschinenbauer KraussMaffei übernommen. Verkäuferin war der Finanzinvestor Madison Capital, der KraussMaffei Mitte 2006 von KKR Kohlberg Kravis Roberts erworben hatte. Damals firmierte KraussMaffei noch unter dem Namen Mannesmann Plastics Machinery (mpm).

Jörg Kirchner

Jörg Kirchner

Onex ist an der Börse in Toronto notiert und engagiert sich mit dem jetzigen Erwerb erstmals in Europa. Die Transaktion, die über den Fonds Onex Partners III läuft, soll Ende März 2013 abgeschlossen sein. Die Genehmigung der Kartellbehörden steht noch aus. Finanziert werden soll der Kauf über eine Anleihe, die in Europa und den USA platziert wird, sowie eine auf Sachwerten basierende pfandbesicherte Finanzierungslösung (Asset Based Lending Facility). Sollte die Anleihe nicht platziert werden können, käme zudem ein Überbrückungsdarlehen zum Tragen. Ein Bankenkonsortium unter der Führung der Credit Suisse begleitet die Finanzierung. Neben den Schweizern sind auch die Royal Bank of Canada und Barclays in maßgeblicher Funktion dabei.

KraussMaffei mit Stammsitz in München entwickelt und produziert Maschinen sowie Systeme für die Gummi- und Kunststoffverarbeitung. Das Unternehmen fertigt Anlagen für die Spritzgieß-, Reaktions- und Extrusionstechnik. Insgesamt beschäftigt KraussMaffei 4.000 Mitarbeiter in Deutschland, der Schweiz, der Slowakei und China.

Madison hatte bereits im Juni Goldman Sachs mit der Suche nach einem Käufer für KraussMaffei beauftragt. Medien hatten noch vor Kurzem berichtet, dass ein chinesisches Unternehmen als Bieter im Rennen sei.

KraussMaffei geht zwar auf die gleichen Wurzeln wie der Panzerhersteller KraussMaffei Wegmann zurück, heute haben die Unternehmen aber nichts mehr miteinander zu tun. Bevor 2002 KKR den Spritzgussmaschinenhersteller übernommen hatte, gehörte er zu Siemens, davor wiederum zu Mannesmann.

Thomas Meurer

Thomas Meurer

Berater Onex
Latham & Watkins (München): Dr. Jörg Kirchner (Federführung), Dr. Volkmar Bruckner (beide Corporate), Dr. Kilian Helmreich (Corporate/Managementbeteiligung/Co-Investment), Dr. Rüdiger Malaun (Corporate Finance), Stefan Süß (Steuerrecht), Claudia Heins (Arbeitsrecht), Susanne Zühlke (Kartellrecht; Brüssel), Vladimir Maly (Finance; London), Dan Lennon (Corporate), Rachel Sheridan (Corporate/Finance), Jeffrey Chenard (Finance), Marc Williamson (Kartellrecht; alle Washington), Alan Van Dyke (Steuerrecht; Chicago), Dr. Christian Engelhardt (IP; Hamburg), Joseph Simei (Corporate; Washington); Associates: Dr. Sebastian Pauls, Dr. Fabian Jürgens, Dr. Philipp Giessen (alle Corporate), Dr. Stefan Mayer (Steuerrecht), Dr. Tobias Leder, Dr. Dirk Schnelle (beide Arbeitsrecht); Dr. Alexander Lentz (Corporate Finance; Frankfurt), Dr. Gabriele Wunsch (IP), Panu Siemer, Peter Bellendorf (beide Real Estate; alle Hamburg), Dr. Tobias Kruis (Kartellrecht; Brüssel), Shagufa Hossain, Jaimie Ensign, Nathan Ostrander (alle Corporate), Scott Forchheimer, Pouria Saidi (beide Finance; alle Washington), Louise Deng (Corporate)

Berater Management
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus – aus dem Markt bekannt

Berater Madison Capital
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Thomas Meurer, Dr. Reinhold Ernst (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christoph Stadler (Fusionskontrolle), Dr. Johannes Tieves, Dr. Ralph Defren (beide Finanzierung), Dr. Matthias Scheifele (Steuerrecht; alle Frankfurt); Associates: Dr. Anna Schwander (Finanzierung; München), Dr. Jürgen Nosky (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Enno Ahlenstiel (Fusionskontrolle), Dr. Benjamin Leyendecker-Langner, Dr. Irene Kämper (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Hendrik Reffken (Fusionskontrolle), Marie Heissler (Finanzierung; München), Eva Frankenberger (IP)
Paul Hastings (New York) – US-Steuerrecht
Cravath Swaine & Moore (London): Philip Boeckman, Matthias Baudisch (Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
Jun He (Peking): Janet Hui – aus dem Markt bekannt

Berater KraussMaffei
Inhouse (München): Dr. Markus Hunger – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Los Angeles): David Reamer (Banking), Dr. Stephan Hutter (Frankfurt; beide Federführung), Richard Aftanas (New York), Dr. Katja Kaulamo (alle Corporate Finance), Dr. Johannes Kremer (Banking; beide Frankfurt), Gary DiBianco (Corporate Investigations Litigation and Government Enforcement Litigation; London), Michelle Gasaway (Corporate Finance), Sean Thornton (Financial Institutions Regulation and Enforcement; Washington); Associates: Autumn Hunter (Financial Institutions Regulation and Enforcement; Washington), Leila Alvarez, Erin Hyun (beide Banking), Patricia Pehrsson, Dr. Ian Maywald (beide Corporate Finance), Dr. Jörg Hanke, Tobias Reiser (beide Banking; alle Frankfurt)

Hintergrund: Latham beriet nun schon zum zweiten Mal binnen sechs Jahren den jeweils neuen Eigentümer von KraussMaffei. Als das Unternehmen 2006 von Madison Capital erworben wurde, beriet ein Team um den Hamburger Partner Dr. Nikolaus Lorenz den Finanzinvestor aus Chicago (mehr…). Die Arbeit für Onex kam nun über die US-Praxis der Kanzlei zustande, die den kanadischen Finanzinvestor schon seit mehreren Jahren berät.

Hengeler hatte 2006 – wie jetzt auch – den Verkäufer von KraussMaffei beraten. 2008 war die Kanzlei aber bereits an der Seite von Madison aktiv, als Sumitomo Heavy Industries von der KraussMaffei-Gruppe die Demag Ergotech GmbH erwarb (mehr…). Ursprünglich war die Mandatsbeziehung über einen Kontakt zwischen dem Düsseldorfer Hengeler-Partner Ernst und dem ehemaligen KraussMaffei-CFO Peter Sassenfeld zustande gekommen.

Bei KraussMaffei wurde erst im Juli der Posten des Rechtschefs und Chief Compliance Officer neu besetzt: Dr. Markus Hunger wechselte vom Technologiekonzern Heraeus (mehr…) und übernahm die Nachfolge von Dr. Jan Eckert, der zuvor zu ZF Friedrichshafen gegangen war (mehr…). (Christine Albert)

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