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20.11.2012

Asset-Tausch mit BASF: Gazprom gewinnt mit Clearys Hilfe Zugang zu Europa

Gazprom übernimmt die Kontrolle über das bisher gemeinsam mit BASF betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft. Dazu zählen die Gesellschaften Wingas, WIEH, WIEE und Astora. Zudem erhält das russische Unternehmen 50 Prozent an der Tochter Wintershall Noordzee, die auf die Öl- und Gasförderung in der südlichen Nordsee spezialisiert ist. Im vergangenen Jahr trugen diese Unternehmensteile 8,6 Milliarden Euro zum Umsatz von BASF bei.

Oliver Schröder

Oliver Schröder

Im Gegenzug erhält BASF Anteile an zwei Öl- und Gasfeldern in Sibirien, die beide Konzerne gemeinsam erschließen werden. Im Rahmen der Vereinbarung erhält die BASF-Tochter Wintershall einen Anteil von knapp über 25 Prozent an den Blöcken IV und V der Achimov-Formation des Urengoi-Feldes in Westsibirien und hat die Option, den Anteil an den beiden Lagerstätten auf 50 Prozent aufzustocken. Beide Blöcke verfügen laut russischem Entwicklungsplan über 2,4 Milliarden Barrel Öläquivalente. Die Produktion soll 2016 beginnen.

Das Geschäft soll bis Ende 2013 vollzogen werden und rückwirkend zum 1. April 2013 gelten. Allerdings könnten noch kartellrechtliche Gründe gegen den Deal sprechen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger betonte bereits, dass Gazprom als Betreiber des Speichergeschäfts auch Gas von anderen Anbietern aufnehmen müsste. Zudem behält sich die Bundesregierung ein Veto nach Paragraf 53 des Außenwirtschaftsgesetzes vor. 

Berater Wintershall
White & Case
(Moskau): Hermann Schmitt, Natalia Nikitina; Associates: Victoria Gorbunova, Lucy Spencer (alle Corporate)
WilmerHale
(Berlin): Ulrich Quack, Dr. Oliver Fleischmann (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse
(Kassel): Dr. Mathias Wolkewitz (Leiter der Rechtsabteilung) – aus dem Markt bekannt

Hermann Schmitt

Hermann Schmitt

Berater Gazprom
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton
(Moskau): Russell Pollack (Corporate/M&A), Robbert Snelders (Brüssel; Regulierung/Fusionskontrolle), Dr. Oliver Schröder (Corporate/M&A), Dr. Daniel Weyde (Steuerrecht; beide Frankfurt), Dr. Tilman Kuhn (Kartellrecht; Köln); Associates: Mikhail Suvorov, Nikolay Krasnikov, Richard Watkins, Alexey Koshelev (alle Corporate/M&A), Niklas Maydell, Clemens Ziegler, Aude de Crayencour (alle Brüssel; alle Regulierung/Fusionskontrolle), Daniel Panajotow, Boris Witt (beide Frankfurt), Dr. Nefail Berjasevic (Köln; alle Corporate/M&A), Anna Rolova, Katharina Klooz (alle Köln; alle Kartellrecht), Ines Bahlmann (Frankfurt; Steuerrecht)

Hintergrund: White & Case ist schon seit Jahren immer wieder aufseiten von Wintershall zu sehen. In dem Deal soll aber auch die Inhouse-Abteilung einen wesentlichen Part übernommen haben.

Gazprom ist auf dem deutschen Markt bisher mit diversen Beratern aufgetreten. So beriet etwa Noerr beim Envacom-Kauf (mehr…) oder Mayer Brown im Streit um Schadensersatz mit der US-Gesellschaft Moncrief Oil (mehr…). Cleary hat über das Moskauer Büro schon seit Jahren eine rege Mandatsbeziehung zu dem Unternehmen. (Ulrike Barth)

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