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27.08.2013

Verkauf von E-Plus: McDermott-Mandantin Telefónica erhöht Offerte

Der Verkauf von E-Plus an Telefónica hat eine erste Hürde genommen. Indem die Spanier ihr Kaufangebot von 8,1 auf 8,55 Milliarden Euro erhöhten, gab América Móvil den Widerstand gegen den Verkauf auf. Der mexikanische Telekommunikationskonzern ist Großaktionär der E-Plus-Muttergesellschaft KPN.

Joseph Marx

Joseph Marx

Der Kauf muss allerdings noch wettbewerbsrechtlich genehmigt werden. Als die Transaktion bekannt wurde, war noch nicht klar, ob die EU-Kommission sie aufgreift oder ob das Bundeskartellamt zuständig sein wird. Allerdings erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt kürzlich, dass aus seiner Sicht das Bundeskartellamt zuständig ist und den Zusammenschluss genau prüfen müsste.

Der hinter América Móvil stehende mexikanische Milliardär Carlos Slim verpflichtete sich nun, bei der außerordentlichen Hauptversammlung von KPN Anfang Oktober für den geplanten Verkauf zu stimmen. Auf die erste Offerte hatte Slim mit der Kündigung einer Aktionärsvereinbarung bei KPN reagiert. América Móvil hatte sich bis dahin verpflichtet, seinen KPN-Anteil nicht über 30 Prozent aufzustocken. Anfang August legte Slim dann ein Übernahmeangebot für den kompletten niederländischen Telekommunikationskonzern vor.  An diesem Angebot hält er soweit bekannt auch weiterhin fest, jedoch stellt er sich dem Verkauf von E-Plus nun nicht mehr in den Weg.

Wie bereits im Juli vereinbart, erhält KPN in einem ersten Schritt 3,7 Milliarden Euro in bar sowie einen Anteil von 24,9 Prozent an Telefónica Deutschland. In einer Ergänzung des Vertrages wurde nun aber der zweite Teil der Transaktion geändert. KPN erhält dann noch einmal 1,3 Milliarden Euro von der spanischen Telefónica, die wiederum dafür nur noch 4,4 Prozent an Telefónica Deutschland erhält. Vereinbart waren ursprünglich 7,3 Prozent. In einer Call-Option können die Spanier allerdings die Differenz von 2,9 Prozent innerhalb eines Jahres für 510 Millionen Euro erwerben.

Berater Telefónica
McDermott Will & Emery (Frankfurt): Joseph Marx, Philipp von Ilberg, Dr. Clemens Just, Dr. Martin Kniehase, Andreas Kurtze (alle Gesellschaftsrecht), Martina Maier, Philipp Werner (beide Kartellrecht; beide Brüssel), Dr. Kian Tauser (Steuern), Dr. Ralf Weisser (beide München); Associate: Claus Färber (beide Telekommunikationsrecht)

Berater Telefónica Deutschland
CMS Hasche Sigle (München): Dr. Oliver Thurn, Dr. Martin Kolbinger, Dr. Martin Kuhn (alle Federführung; alle M&A), Dr. Jens Neitzel, Dr. Daniel Hofmann (beide Telekommunikationsrecht), Christian Runte (IT/Datenschutz), Dr. Michael Bauer (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Claudia Rid (Arbeitsrecht), Dr. Hildegard Ziemons (Aktienrecht; Frankfurt), Dr. Stefan Höß (Immobilienrecht), Philipp Melzer (Kapitalmarktrecht), Stefan Lüft (Gewerblicher Rechtsschutz), Dr. Rolf Leithaus (Köln), Richard Mitterhuber, Dr. Thomas Mühl, Petra Stöckle, Dr. Tilman Weichert; Associates: Dr. Michael Wangemann, Dr. Simon Sabel, Alexander Frauer (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Michael Dorner (IT/Datenschutz), Dr. Simon Ramstetter (Arbeitsrecht), Katharina Haidas (Immobilienrecht)
Milbank Tweed Hadley & McCloy (München): Dr. Alexander Rinne; Associates: Dr. Andreas Boos, Dr. Katharina Kolb (alle Kartellrecht)
Inhouse (München): Markus Haas (Vorstand Strategie und General Counsel), Marcel Ritter (Vice President Legal)

Berater KPN
Allen & Overy: Jan Burggraaf (Amsterdam), Dr. Hartmut Krause (Frankfurt),
Dr. Asmus Mihm (Steuern, Frankfurt) – aus dem Markt bekannt
Bird & Bird
(Frankfurt): Sven-Erik Heun, Valerian Jenny (beide Regulierung) – aus dem Markt bekannt
Inhouse
(Den Haag): Jasper Spanbroek (General Counsel), Michel Hoekstra (M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater América Móvil
Clifford Chance (Amsterdam): Hans Beerlage

Hintergrund: Die Berater bei der jetzigen Ergänzung des Vertrages waren dieselben wie im Juli (mehr…). Dem Vernehmen nach spielte bei der Nachverhandlung McDermott als Beraterin der spanischen Muttergesellschaft eine aktivere Rolle als bei der ersten Offerte.

América Móvil war nicht Vertragspartei bei der Erhöhung des Kaufpreises, sondern lediglich bei der Vereinbarung betreffend der Hauptversammlung. Medienberichten zufolge vertrauen die Mexikaner bei dem milliardenschweren Übernahmeangebot dem Amsterdamer Clifford-Partner Beerlage sowie einem New Yorker Team von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton. (Christine Albert)

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